Bildungskrise in Deutschland: Schulqualität seit 2013 stark gesunken
September 24, 2026 7:06 pmBildungsmonitor 2026: Deutliche Schwächen im deutschen Bildungssystem
Die Qualität der schulischen Bildung in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verschlechtert. Das zeigt der INSM-Bildungsmonitor 2026, den das Institut der deutschen Wirtschaft zum 23. Mal erstellt hat. Besonders auffällig sind die gesunkenen Leistungen der Schülerinnen und Schüler sowie die schlechteren Bildungschancen für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Angesichts des demografischen Wandels und der wirtschaftlichen Veränderungen ist eine gute Bildung für möglichst alle Kinder und Jugendlichen von großer Bedeutung. Allerdings bestehen zwischen den Bundesländern erhebliche Unterschiede.
- Im Bildungsmonitor 2026 belegt Sachsen den ersten Platz. Dahinter folgen Bayern und Hamburg. Am unteren Ende der Gesamtbewertung stehen Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Bremen.
Schulische Leistungen haben deutlich nachgelassen
Der Bildungsmonitor untersucht bundesweit 13 Handlungsfelder und erfasst deren Entwicklung über mehrere Jahre. Die Ergebnisse zeigen erhebliche Verschlechterungen in wichtigen Bildungsbereichen. Seit 2013 ist die Bewertung der Schulqualität in Deutschland um fast 49 Punkte gesunken. Die Kenntnisse und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler haben insbesondere in den Naturwissenschaften, in Mathematik und beim Textverständnis deutlich nachgelassen.
Gleichzeitig hat die Bildungsarmut zugenommen. Mehr Schülerinnen und Schüler als vor 13 Jahren erreichen bestimmte Mindeststandards nicht oder verlassen die Schule ohne Abschluss. Auch die soziale Herkunft beeinflusst den Bildungserfolg wieder stärker als 2013. Kinder aus wirtschaftlich und sozial schwächeren Familien erreichen seltener einen höheren Bildungsabschluss als Kinder aus besser gestellten Haushalten.
Welche Maßnahmen das Bildungssystem verbessern können
Das Institut der deutschen Wirtschaft empfiehlt verschiedene Maßnahmen, um die Bildungsqualität zu erhöhen und die Chancengerechtigkeit zu verbessern. Sie reichen von der frühkindlichen Förderung bis zur Vorbereitung auf Ausbildung und Studium.
Frühkindliche Bildung stärken
Eine gute Förderung vor dem Schuleintritt kann unterschiedliche Startbedingungen ausgleichen. Deshalb sollte die Qualität der Bildungsangebote in Kindertagesstätten verbessert werden. Kinder sollen bereits vor Beginn ihrer Schulzeit bessere Entwicklungsmöglichkeiten erhalten.
Benachteiligte Schülerinnen und Schüler gezielt unterstützen
Kinder aus einkommensschwachen Familien und aus Familien, in denen kein Deutsch gesprochen wird, benötigen häufig zusätzliche Unterstützung. Mentoring, Schulsozialarbeit und Schulpsychologie können dazu beitragen, ihre Bildungschancen zu verbessern. Zusätzliche finanzielle Mittel sollten gezielt nach dem sozialen Unterstützungsbedarf der Schulen verteilt werden. Das Startchancenprogramm dient hierfür als Beispiel.
Ganztagsangebote ausbauen
Ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote können insbesondere sozial benachteiligte Kinder fördern. Dafür sind ein weiterer Ausbau und eine ausreichende personelle Ausstattung erforderlich.
Bildungsqualität anhand von Daten verbessern
Um Schwächen an Schulen zu erkennen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln, werden genauere Informationen über die Bildungsleistungen benötigt. Dazu sollten konkrete, messbare Bildungsziele festgelegt und mehr Daten auf Schul- und Schülerebene erhoben werden. Entscheidend ist, die Ergebnisse anschließend für Verbesserungen im Unterricht und für die individuelle Förderung einzusetzen. Kanada und das Vereinigte Königreich nutzen bereits Erkenntnisse aus Datenanalysen, um ihren Unterricht gezielt weiterzuentwickeln.
Berufsorientierung stärker im Schulalltag verankern
Eine systematische Berufsorientierung kann Jugendlichen helfen, einen geeigneten Ausbildungsberuf oder weiteren Bildungsweg zu finden. Bereits zwei Drittel der Schulen in Deutschland haben die Berufsorientierung formell in ihren Unterricht integriert. Länder wie Dänemark und das Vereinigte Königreich sind in diesem Bereich jedoch weiter fortgeschritten.
In Deutschland übernehmen häufig Lehrkräfte die Berufsberatung. Speziell ausgebildete Berufsberater können diese Aufgabe oftmals besser erfüllen. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer sozialen Herkunft bessere Bildungschancen erhalten und angemessen auf das Berufsleben vorbereitet werden.
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