Bundesverwaltung wächst weiter: 12.347 Stellen mehr als 2024
September 2, 2026 3:35 pmBundesverwaltung wächst weiter?
- Die Bundesregierung wollte den Personalbestand in der Bundesverwaltung bis 2029 um acht Prozent senken. Doch der Apparat wächst zunächst weiter. Nach einer Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) plant der Bund für 2027 mit 310.487 Stellen – 12.347 mehr als im letzten vollen Haushaltsjahr der Ampel 2024. DIE JUNGEN UNTERNEHMER fordern deshalb einen einfachen Grundsatz für den Stellenabbau: Scheiden Mitarbeiter aus, wird nur jede zweite freiwerdende Stelle neu besetzt.
Thomas Hoppe, Bundesvorsitzender von DIE JUNGEN UNTERNEHMER: „Die Koalition versprach eine Diät doch bestellt sich jetzt doppelten Nachtisch. Union und SPD wollten den Personalbestand in Teilen der Bundesverwaltung um acht Prozent senken – so wurde es im Koalitionsvertrag vereinbart. Doch jetzt wuchert der Apparat weiter. Besonders dreist ist, wo Merz und Klingbeil den Rotstift ansetzen: ausgerechnet beim Bundesrechnungshof. Während der Staatsapparat wächst, soll die Behörde schrumpfen, die Verschwendung aufdeckt und der Politik mit Zahlen und Fakten auf die Finger schaut. Wer bei den Kontrolleuren spart, statt bei der Bürokratie, weckt einen bösen Verdacht: Sollen hier am Ende nicht Stellen, sondern Kritiker und ihre Datengrundlage ‚gespart‘ werden? In Zeiten mit hunderten Milliarden Neuverschuldung braucht es die Rechnungsprüfer mehr denn je.
Natürlich braucht Deutschland mehr Personal für Verteidigung und Sicherheit. Darüber müssen wir nicht streiten. Aber außerhalb dieser Bereiche muss die Bundesregierung endlich anfangen, ihr eigenes Versprechen einzulösen. Seit 2017 ist die Zahl der Stellen beim Bund um fast 19 Prozent gestiegen, die Zahl der Beamtenstellen sogar um mehr als 35 Prozent. Die Personalausgaben sind in dieser Zeit um rund 50 Prozent gewachsen. Ein Staat wird nicht besser, wenn mehr Menschen für ihn arbeiten. Deutschland braucht keinen Staat mit immer mehr Personal, sondern einen Staat, der mit weniger Bürokratie mehr schafft. Digitalisierung muss Stellen ersetzen können. Überflüssige Aufgaben müssen verschwinden. Und Ministerien müssen sich genauso fragen lassen, ob jede Stelle noch gebraucht wird, wie es jeder Unternehmer jeden Tag tun muss. Deshalb braucht es eine klare Regel: Jede zweite frei werdende Stelle in der Bundesverwaltung wird nicht nachbesetzt. Nicht bei Polizei, Bundeswehr oder anderen sicherheitsrelevanten Aufgaben. Aber überall dort, wo Digitalisierung, weniger Bürokratie und bessere Abläufe Arbeit überflüssig machen können.“
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Staatsabbau: Schlanker Staat bleibt bisher nur ein vages Versprechen
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