E-Scooter füllen die Straßen – bei Leihfahrzeugen häufen sich die Schäden
August 11, 2026 9:02 pmE-Scooter-Bestand steigt auf 1,66 Millionen – Leihfahrzeuge häufiger an Schäden beteiligt
- Die Zahl der versicherten E-Scooter in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Ende 2025 waren rund 1,66 Millionen Fahrzeuge versichert. Im Jahr 2022 waren es noch knapp 764.000.
Besonders stark nahm die Zahl der E-Scooter in Privatbesitz zu. Rund 1,36 Millionen Fahrzeuge und damit etwa vier von fünf versicherten E-Scootern gehören privaten Eigentümern. Für kurze Wege haben sich die Fahrzeuge zunehmend als Verkehrsmittel etabliert. Sie sind vergleichsweise günstig, benötigen wenig Platz und können unkompliziert versichert werden. Mit der wachsenden Zahl steigt zugleich die Bedeutung klarer Verkehrsregeln und eines rücksichtsvollen Verhaltens.
Leih-Scooter weisen höhere Schadenhäufigkeit auf
Bei der Schadenhäufigkeit bestehen deutliche Unterschiede zwischen privaten und gemieteten E-Scootern. Im Jahr 2025 wurden bei privaten Fahrzeugen sechs Haftpflichtschäden je 1.000 versicherte E-Scooter registriert. Bei Leih-Scootern waren es 13 Schäden je 1.000 Fahrzeuge und damit mehr als doppelt so viele.
- Insgesamt verzeichneten die Versicherer 2025 rund 11.700 Haftpflichtschäden mit E-Scootern.
- Auch die Zahl der Unfälle mit Verletzten ist gestiegen. Im Jahr 2025 wurden 16.496 E-Scooter-Unfälle mit Personenschaden registriert. Dabei kamen 38 Menschen ums Leben. Im Jahr 2022 waren es 8.341 Unfälle mit Personenschaden. Innerhalb von drei Jahren hat sich die Zahl damit nahezu verdoppelt. Nutzer eigener E-Scooter fahren in der Regel häufiger, tragen eher einen Helm und nutzen seltener Gehwege. Bei Leihangeboten wird deshalb mehr Aufklärung darüber gefordert, dass E-Scooter nicht zu zweit, nicht auf Gehwegen und nicht unter Alkoholeinfluss gefahren werden dürfen.
Auch weiterführende Schulen sollen die geltenden Regeln stärker vermitteln. Dazu gehört der Hinweis, dass für Personen unter 21 Jahren auf dem E-Scooter ein Alkoholverbot gilt. Verstöße können ein Bußgeld nach sich ziehen und Auswirkungen auf einen späteren Führerschein haben. Zusätzlich werden gut ausgebaute Radwege und mehr Kontrollen als notwendig angesehen.
Geplante Haftungsregeln sollen Unfallopfer besser schützen
Für E-Scooter sind Änderungen bei den gesetzlichen Haftungsregeln vorgesehen. Künftig sollen grundsätzlich dieselben Haftungsregeln gelten wie bei anderen Kraftfahrzeugen. Bislang müssen Geschädigte nachweisen, dass die Fahrerin oder der Fahrer einen Schaden schuldhaft verursacht hat. Durch die geplante Gefährdungshaftung soll grundsätzlich der Nachweis ausreichen, dass ein Schaden beim Betrieb eines E-Scooters entstanden ist. Die vorgesehene Änderung soll bestehende Lücken bei der Haftung schließen und Geschädigte nach Unfällen besser absichern.
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Kategorie: E-Mobilität