Europäische Union: Milliarden für Haushalte und Verkehr in Griechenland
August 28, 2026 12:54 pmEuropäische Union finanziert Griechenlands sozialen Klimaplan mit Milliarden
Die Europäische Kommission hat den Sozialen Klimaplan Griechenlands angenommen. Er ist der fünfte und bislang größte nationale Plan im Rahmen des Sozialen Klimafonds. Für den Zeitraum von 2026 bis 2032 sollen insgesamt 4,77 Milliarden Euro mobilisiert werden. Davon kommen 3,57 Milliarden Euro beziehungsweise 75 Prozent aus Mitteln der Europäischen Union und 1,2 Milliarden Euro beziehungsweise 25 Prozent aus nationalen Mitteln. Die geförderten Investitionen und Reformen sollen dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen bis 2032 jährlich um 811.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente zu verringern.
Der Plan soll insbesondere soziale Belastungen abfedern, die durch die Ausweitung des Emissionshandels auf Gebäude und Straßenverkehr im neuen Emissionshandelssystem entstehen. Die Europäische Kommission bewertet die vorgesehenen Maßnahmen als geeignet, diese sozialen Auswirkungen zu berücksichtigen.
- Unterstützung ist für 460.000 besonders belastete Haushalte vorgesehen. Bis zu 62.000 Gebäude sollen renoviert sowie 200.000 Wärmepumpen und solare Warmwassersysteme installiert werden. Zusätzlich sollen 2.800 neue energieeffiziente Sozialwohnungen entstehen. Für die Renovierung öffentlicher Studentenwohnheime sind weitere 226 Millionen Euro vorgesehen. Davon sollen 5.930 besonders unterstützungsbedürftige Studierende profitieren. Nach Einführung des neuen Emissionshandelssystems soll außerdem eine vorübergehende Heizkostenunterstützung jährlich bis zu 800.000 Haushalte erreichen.
- Auch der öffentliche Verkehr soll ausgebaut werden. Rund 300.000 besonders belastete Verkehrsnutzer sollen unter anderem von mehr als 200 neuen Elektrobussen in städtischen Gebieten, 22 zusätzlichen Zügen für die Athener Metro, neuen bedarfsgesteuerten Verkehrsangeboten in abgelegenen Regionen und zusätzlicher Ladeinfrastruktur profitieren. Ein soziales Leasingmodell soll außerdem 15.000 auf ein Auto angewiesenen Haushalten den Zugang zu Elektrofahrzeugen zu bezahlbaren monatlichen Kosten ermöglichen.
- Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Barrierefreiheit. Geplant sind Investitionen in mehr als 12.000 Mobilitätshilfen wie elektrische Rollstühle und Elektromobile. Hinzu kommen ein spezieller Schülertransport für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen sowie Verbesserungen der Barrierefreiheit an 33 Bahnhöfen und 85 Metrostationen.
- Für 28.000 besonders belastete Kleinstunternehmen sind ebenfalls Hilfen vorgesehen. Insgesamt 820 Millionen Euro sollen dazu beitragen, deren Energie- und Transportkosten durch gezielte Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz von Gebäuden und durch Förderungen zu senken.
Griechenland kann die erste Zahlung bei der Europäischen Kommission beantragen, sobald die Umsetzung begonnen hat und die vorgesehenen Meilensteine erreicht wurden.
Der Soziale Klimafonds läuft von 2026 bis 2032 und soll europaweit mindestens 86,7 Milliarden Euro mobilisieren. Finanziert wird er aus Einnahmen des neuen Emissionshandelssystems für Brennstoffe in Gebäuden, im Straßenverkehr und weiteren Bereichen sowie aus Beiträgen der Mitgliedstaaten. Gefördert werden unter anderem Energieeffizienz, Gebäuderenovierungen, saubere Heiz- und Kühlsysteme, erneuerbare Energien sowie emissionsfreie Mobilität und Verkehrslösungen.
- Bislang haben Schweden, Litauen, Lettland, Malta, die Niederlande, Griechenland, Kroatien, Slowenien, Italien und Luxemburg ihre Pläne offiziell zur Genehmigung eingereicht. Nach Schweden, Litauen, Lettland und Malta ist Griechenland das fünfte Land, dessen Plan angenommen wurde. Die meisten übrigen Mitgliedstaaten haben Entwürfe vorgelegt.
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