Exportstrategien: ifo Institut zu US-Zöllen – bis zu 9 % Wertverlust
Juli 9, 2025 7:20 pmFür Mittelstand: US-Zölle könnten Industrie massiv belasten – ifo Institut warnt vor langfristigen Folgen
München. Die neuen handelspolitischen Maßnahmen der US-Regierung könnten tiefgreifende Folgen für die deutsche Wirtschaft haben – insbesondere für den industriellen Mittelstand. Das Münchner ifo Institut hat in einer aktuellen Analyse drei Szenarien möglicher US-Zollstrategien untersucht. Das Ergebnis: Bei anhaltenden Zöllen drohen der exportstarken deutschen Industrie teils erhebliche Wertschöpfungsverluste – je nach Ausprägung der Zölle zwischen 0,9 und 2,8 Prozent.
Besonders betroffen: Automobil- und Pharmabranche
Innerhalb der Industrie zeichnen sich laut Studie deutliche Unterschiede zwischen den Branchen ab. Die deutsche Automobilindustrie könnte Verluste von bis zu 6 Prozent erleiden, die Pharmaindustrie sogar bis zu 9 Prozent. Gründe hierfür sind sowohl die hohe Exportabhängigkeit dieser Branchen als auch gezielte produktspezifische Zölle auf Autos, Autoteile und pharmazeutische Produkte in zwei der drei untersuchten Szenarien.
ifo-Studie untersucht drei realistische Zollstrategien
Die Szenarien des ifo Instituts reichen vom Fortbestand moderater Basiszölle (10 Prozent auf breiter Produktbasis mit Ausnahmen für z.B. Stahl und Aluminium) bis hin zu drastischen Reaktionen wie einem reziproken Zollsatz von 50 Prozent auf EU-Importe oder rein produktspezifischen Sonderzöllen ohne Länderfokus. Alle Varianten basieren auf aktuellen Entwicklungen in der US-Handelspolitik seit dem sogenannten „Liberation Day“ und der Wiederaufnahme zollpolitischer Maßnahmen im Frühjahr 2025.
Leichte Vorteile für einige Dienstleistungsbereiche möglich
Während die Industrie mit Verlusten rechnen muss, könnten Dienstleistungen sowie Landwirtschaft und Bergbau in Deutschland teils leichte Wertschöpfungszuwächse verzeichnen. Diese Effekte entstehen laut ifo unter anderem durch Wettbewerbsvorteile gegenüber US-Konkurrenz, deren Produkte durch Zölle im internationalen Vergleich teurer werden.
Fazit für den Mittelstand
Der exportorientierte Mittelstand – insbesondere in der Industrie – steht vor erheblichen Herausforderungen. Unternehmen sind gut beraten, ihre Exportstrategien zu überdenken und stärker auf Diversifizierung sowie resiliente Lieferketten zu setzen. Vor allem Branchen mit hoher US-Abhängigkeit sollten sich auf längerfristige Handelsbarrieren einstellen.
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- https://de.statista.com
- CC
- https://internet-weekly.de/us-zoelle-eu-mitgliedstaaten-stimmen-fuer-gegenmassnahmen/
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Stichwörter: Auswirkungen, Handelspolitik, Zölle
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