GfK Konsumklima: Verbraucherstimmung bleibt fragil – Konsumklima im Mai mit leichtem Aufwärtstrend
Mai 28, 2025 2:42 pmGfK Konsumklima powered by NIM zeigt gemischte Signale für den Mittelstand
Nürnberg. Die Konsumstimmung in Deutschland erholt sich auch im Mai, allerdings in kleinen Schritten und mit spürbaren Einschränkungen. Der aktuelle Konsumklima-Index, erhoben im Rahmen des GfK Konsumklimas powered by NIM, steigt im Vergleich zum Vormonat um 0,9 Zähler auf -19,9 Punkte. Damit erreicht der Indikator den besten Wert seit November 2024, bleibt aber weiterhin auf sehr niedrigem Niveau.
Für den deutschen Mittelstand, der stark vom Binnenkonsum abhängt, zeigen sich Licht und Schatten. Während die Einkommens- und Konjunkturerwartungen der Verbraucher erneut zulegen, bleibt die tatsächliche Anschaffungsneigung verhalten. Gleichzeitig nimmt die Sparneigung wieder zu – ein deutliches Zeichen anhaltender wirtschaftlicher Verunsicherung in der Bevölkerung.
„Obwohl sich die wirtschaftlichen Erwartungen stabilisieren, bleibt das Konsumverhalten zurückhaltend. Das Risiko eines dritten Stagnationsjahres in Folge sowie internationale Unsicherheiten, etwa durch die US-Handelspolitik, bremsen die Kauflaune der Verbraucher“, so Rolf Bürkl, Konsumexperte beim Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM).
Wichtige Erkenntnisse im Überblick
- Einkommenserwartung auf neuem Höchststand seit Oktober 2024: Der entsprechende Indikator steigt um 6,1 Zähler auf 10,4 Punkte – getragen von stabilen Tarifabschlüssen im öffentlichen Dienst und einer leicht rückläufigen Inflationsrate (2,1 % im April laut Destatis).
- Kaufzurückhaltung trotz besserer Einkommenserwartungen: Die Anschaffungsneigung sinkt um 1,5 Zähler auf -6,4 Punkte. Konsumenten bleiben vorsichtig, was größere Ausgaben betrifft – eine Herausforderung für den Einzelhandel und konsumnahe Branchen.
- Konjunkturerwartungen auf Zweijahreshoch: Mit einem Anstieg um 5,9 Zähler auf 13,1 Punkte zeigt sich der Konjunkturoptimismus der Verbraucher. Die Einschätzung spiegelt Hoffnung auf eine wirtschaftliche Trendwende wider, steht jedoch im Kontrast zur Prognose des Sachverständigenrates, der für 2025 kein Wachstum erwartet.
- Zunehmende Sparneigung als Belastungsfaktor: Der Sparindikator steigt erneut um 1,6 Zähler und erreicht 10,0 Punkte – ein Hinweis darauf, dass viele Haushalte potenziellen Risiken mit finanzieller Vorsicht begegnen.
Bedeutung für den Mittelstand
Für mittelständische Unternehmen – insbesondere im Einzelhandel, in der Tourismus- und Dienstleistungsbranche – bleibt das Marktumfeld herausfordernd. Der erwartete Impuls durch steigende Einkommen bleibt bisher aus. Stattdessen ist ein weiterhin defensives Konsumverhalten zu beobachten. Strategien zur Kundenbindung und klare Mehrwertkommunikation gewinnen in diesem Kontext zunehmend an Bedeutung.
Hintergrund zur Studie
Die Erhebung basiert auf rund 2.000 monatlichen Verbraucherinterviews im Auftrag der Europäischen Kommission. Der Indikator stellt ein Stimmungsbild dar und umfasst nicht nur Einzelhandelsumsätze, sondern das gesamte Spektrum privater Konsumausgaben – von langlebigen Gebrauchsgütern über Dienstleistungen bis hin zu Gesundheits- und Wellnessausgaben.
Die GfK-Konsumklima-Studie wird seit 1974 durchgeführt und seit Oktober 2023 gemeinsam vom Marktforschungsunternehmen NIQ/GfK und dem Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) verantwortet.
Mehr aus dieser Kategorie
- Cyberangriff auf Berlin: eco fordert strengere Regeln für Behörden
- Behandlungsfehler in Niedersachsen: Jeder vierte geprüfte Verdachtsfall bestätigt
- Strom versickert in der Steckdose: ADAC zeigt, wo Elektroautos unnötig Energie verlieren
- Auszubildende bevorzugen Großbetriebe – Kleinstunternehmen verlieren weiter
Stichwörter: Konsumklima
Kategorie: News, Wirtschaft