Grönland und Europäische Union vertiefen Partnerschaft in strategischen Bereichen

September 8, 2026 6:39 pm Veröffentlicht von

Europäische Union stärkt Beziehungen zu Grönland und der Arktis

Die Europäische Union, Grönland und Dänemark wollen ihre Beziehungen langfristig vertiefen und die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenarbeit ausbauen. Grundlage sind gemeinsame Interessen und Werte sowie die bestehenden Verbindungen Grönlands zur Europäischen Union.

Grönland gehört als überseeisches Land und Gebiet zu den mit der Europäischen Union assoziierten Gebieten. Die Bevölkerung Grönlands besitzt über die Zugehörigkeit zum Königreich Dänemark zugleich die Unionsbürgerschaft. Die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und Grönland wurde in den vergangenen Jahren bereits erweitert. Dazu gehört auch die Einrichtung eines Büros der Europäischen Kommission in Grönland im Jahr 2024.

Ein wichtiger Bestandteil der Beziehungen bleibt die Fischerei. Sie zählt zu den zentralen Bereichen der grönländischen Wirtschaft und ist Gegenstand eines bestehenden Abkommens über nachhaltige Fischerei zwischen der Europäischen Union, Grönland und Dänemark.

  • Künftig soll die Zusammenarbeit auf zahlreiche weitere Bereiche ausgeweitet oder verstärkt werden. Dazu zählen Bildung und berufliche Qualifizierung, Infrastruktur, Meerespolitik und maritime Wirtschaft, natürliche Ressourcen, Energie, digitale Verbindungen, Tourismus, Kultur, Handel, Umwelt sowie Forschung und Innovation. Bei der Infrastruktur stehen unter anderem Häfen, Flughäfen, Wohnraum sowie öffentliche Dienstleistungen, Bildungs- und Pflegeeinrichtungen im Mittelpunkt. Im Energiebereich soll die Entwicklung sicherer und nachhaltiger kohlenstoffarmer Lösungen für Erzeugung, Speicherung, Verteilung und Nutzung unterstützt werden. Auch sichere und widerstandsfähige Seekabel, Satellitenverbindungen und weitere digitale Infrastrukturen gehören zu den vorgesehenen Kooperationsfeldern.

Eine besondere Bedeutung haben Rohstoffe. Die bereits 2023 vereinbarte strategische Partnerschaft für nachhaltige Rohstoff-Wertschöpfungsketten soll weiter umgesetzt werden. Dabei können Rohstoffe zur wirtschaftlichen Diversifizierung Grönlands beitragen. Gleichzeitig kommt Grönland als möglicher Lieferant von Rohstoffen für die Europäische Union eine Rolle zu. Grundlage sollen sichere und nachhaltige Lieferketten sowie hohe Umwelt-, Sozial- und Unternehmensführungsstandards sein.

  • Weitere gemeinsame Arbeitsfelder sind der Schutz von Umwelt und biologischer Vielfalt, Wasser- und Abfallwirtschaft sowie der Übergang zu einer ressourcenschonenden Kreislaufwirtschaft. In Forschung und Innovation soll die Zusammenarbeit unter anderem bei Klima und Umwelt, digitalen Verbindungen, Weltraumdaten, künstlicher Intelligenz, Sprachtechnologien und natürlichen Ressourcen ausgebaut werden.

Auch soziale Themen sind vorgesehen. Dazu gehören die Mobilität von Arbeitskräften, soziale Sicherung, menschenwürdige Arbeitsbedingungen, Lebensmittelsicherheit und Ernährungssicherheit. Hinzu kommen Katastrophenschutz, Krisenvorsorge und Maßnahmen zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegenüber hybriden Bedrohungen, ausländischer Informationsmanipulation und Einflussnahme sowie Cyberangriffen. Der Schutz kritischer Infrastruktur und sicherer Kommunikation ist ebenfalls Teil der geplanten Zusammenarbeit.

  • Die Europäische Union, Grönland und Dänemark wollen zudem bei arktischen Fragen enger zusammenarbeiten. Dabei geht es um ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen sowie um die nachhaltige Entwicklung und Widerstandsfähigkeit Grönlands.

Zur praktischen Umsetzung sollen die gemeinsame Investitionsagenda gestärkt, der Austausch insbesondere von Studierenden und Forschenden intensiviert und regelmäßige Gespräche auf hoher politischer Ebene ausgebaut werden.

Die gemeinsame Erklärung wurde am 7. September 2026 in Nuuk von der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen, dem grönländischen Ministerpräsidenten Jens-Frederik Nielsen und der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen unterzeichnet. Sie begründet ausdrücklich keine neuen rechtlichen oder finanziellen Verpflichtungen nach nationalem oder internationalem Recht.

https://ec.europa.eu


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