Große Aufträge, kleinere Lose: EU-Vergaberecht soll Türen für den Mittelstand öffnen

September 8, 2026 6:06 pm Veröffentlicht von

Vergaberecht: Mittelstand braucht leichteren Zugang zu öffentlichen Aufträge

Die EU-Kommission schlägt ein neues Gesetz zur öffentlichen Auftragsvergabe vor. Dazu sagt VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann:

“Der Vorschlag der EU-Kommission zur öffentlichen Auftragsvergabe kann – richtig ausgestaltet – zu einer echten Chance für die mittelständisch geprägte Industrie werden. Es muss gelingen, Reziprozität im europäischen Vergaberecht zu verankern. Öffentliche Aufträge in Europa dürfen aus Fairnessgründen nur Unternehmen aus solchen Ländern offenstehen, die europäischen Anbietern einen gleichwertigen Zugang zu ihren öffentlichen Aufträgen und Förderprogrammen gewähren.”

“Reziprozität heißt auch, dass eine ‚europäische Präferenz‘ nicht zulasten bewährter Handelspartnerschaften geht. Sie sollte auch Drittländer umfassen, mit denen die EU ein Freihandelsabkommen mit Beschaffungskapitel geschlossen hat oder die Vertragspartei der WTO-Regeln über das öffentliche Beschaffungswesen sind.”

  • “Gerade kleine und mittlere Unternehmen prägen den europäischen Maschinenbau. Sie müssen einfacher an öffentlichen Ausschreibungen teilnehmen können. Ein zentrales Instrument dafür ist die Aufteilung großer Aufträge in kleinere, eigenständige Lose. Das stärkt den Mittelstand und verbreitert zugleich die Lieferantenbasis.”

“Wichtig ist auch, dass Doppelregulierung und zusätzliche Bürokratie konsequent vermieden werden. Insbesondere darf das neue Gesetz nicht im Widerspruch mit anderer europäischer Gesetzgebung stehen, etwa dem vorgeschlagenen Industrial Accelerator Act.”

vdma.eu


Öffentliche Aufträge: Einfacher beschaffen, schneller bauen

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