Großforschungszentren Deutschland für nachhaltige Chemie & Astrophysik: Milliarden Euro aus Strukturstärkungsmitteln und Ländermitteln
November 26, 2025 7:53 pmBMFTR, Sachsen und Sachsen-Anhalt gründen Großforschungszentren
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) etabliert gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt zwei neue Forschungszentren. Zusammen mit beiden Bundesländern gründet das BMFTR die Center for the Transformation of Chemistry (CTC) gGmbH und zusammen mit dem Freistaat Sachsen die Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA) gGmbH. Damit werden die beiden neuen Forschungszentren rechtlich selbstständig. Das bedeutet, dass beide Einrichtungen ab sofort in Eigenregie Partnerschaften eingehen und Verträge schließen können. Künftiges wissenschaftliches und Verwaltungspersonal können die Einrichtungen selbst einstellen, sich eine eigene Organisationsstruktur geben und selbst verwalten.
Dazu erklärt Bundesforschungsministerin Dorothee Bär: „Die Gründung der beiden neuen Forschungszentren stärkt den Wissenschaftsstandort Deutschland nachhaltig. Gemeinsam mit dem Freistaat Sachsen und dem Land Sachsen-Anhalt werden wir in der Chemie und der Astrophysik international neue Maßstäbe setzen. Im Mitteldeutschen Revier werden am Center for the Transformation of Chemistry grundlegende Ansätze der Chemie neu gedacht, um nachwachsende Rohstoffe und Recycling in der chemischen und pharmazeutischen Industrie zu etablieren. Dabei bündelt das Forschungszentrum bahnbrechende Grundlagenforschung, anwendungsnahe Forschung und die Zusammenarbeit mit der Industrie. Hierdurch leistet es auch einen wichtigen Beitrag für die Ziele der Hightech Agenda Deutschland. Das Deutsche Zentrum für Astrophysik in der sächsischen Lausitz wird internationale Strahlkraft in der Astrophysik entfalten und die Beteiligung Deutschlands in Großprojekten wie dem weltweit größten Radioteleskop SKAO koordinieren. Durch sein unverwechselbares Profil und die wissenschaftliche Exzellenz ist das Zentrum eine wertvolle Ergänzung für das deutsche Wissenschaftssystem und schon jetzt hochattraktiv für Forschende und Fachkräfte.“
Dazu erklärt der Wissenschaftsminister des Freistaates Sachsen Sebastian Gemkow: „Mit dem Eintrag beider Gesellschaften in Handelsregister sind die Eigenständigkeit für das erfolgreiche weitere Wachstum der Großforschungszentren auf der einen Seite und die Verantwortung für ihr Personal, ihre Unterbringung und ihre Forschungsarbeit auf der anderen Seite verbunden. Die Zentren werden zu exzellenten Forschungseinrichtungen mit weltweiter Sichtbarkeit und gleichzeitig zu Innovations- und Wirtschaftstreibern in den Strukturwandelregionen Lausitz und Mitteldeutschland entwickelt. Dabei werden wir sie weiter nach Kräften begleiten und unterstützen.“
Dazu erklärt der Wissenschaftsminister des Landes Sachsen-Anhalt Prof. Dr. Armin Willingmann: „Fortschritt braucht Forschung. Mit dem CTC stellen wir die Weichen für mehr Nachhaltigkeit und damit für die Zukunftsfähigkeit unserer Chemieindustrie. Der neue Leuchtturm für Spitzenforschung und Technologietransfer in Mitteldeutschland ist ein absoluter Glücksfall für Wissenschaft und Wirtschaft in Sachsen-Anhalt.“
Hintergrund
Das Center for the Transformation of Chemistry (CTC) will eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Chemie entwickeln, die Deutschland und die EU mit wichtigen chemischen Erzeugnissen versorgt. Hauptinitiator für diese Idee ist Prof. Dr. Peter Seeberger. Das künftige Großforschungszentrum wird in Delitzsch, (Sachsen) und Merseburg (Sachsen-Anhalt) entstehen. Das Deutsche Zentrum für Astrophysik (DZA) will riesige Datenströme von Großteleskopen verarbeiten, Voraussetzungen für neue astronomische Instrumente schaffen und ein einzigartiges Untergrundlabor errichten. Das DZA geht zurück auf die Initiative des Hauptideengebers Professor Dr. Günther Hasinger. Das künftige Großforschungszentrum wird seinen Sitz in Görlitz haben. In den kommenden Jahren werden sowohl am CTC als auch am DZA weiter erheblich wachsen und zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen. Die Forschungszentren sollen den Wissenschaftsstandort Deutschland stärken und einen wesentlichen Beitrag zum Strukturwandel im Mitteldeutschen Revier und in der sächsischen Lausitz leisten. Bis 2038 stehen für die neuen Großforschungszentren bis zu 2,2 Milliarden Euro aus Strukturstärkungsmitteln des Bundes zur Verfügung. Hinzukommen Mittel der beteiligten Sitzländer – die vorgesehene Grundfinanzierung aus dem Investitionsgesetz Kohleregionen wird im Verhältnis 90 Prozent durch den Bund und zehn Prozent durch den Freistaat Sachsen für das DZA bzw. im Falle des CTC den Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt erfolgen.
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