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HDE-Konsumbarometer: Dunkle Wolken über dem Konsum

August 3, 2026 6:38 pm Veröffentlicht von

HDE-Konsumbarometer im August: Verbraucherstimmung sinkt nach kurzer Erholung wieder

Nachdem sich die Konsumstimmung in den vergangenen Wochen etwas erholt hatte, geht sie nun wieder leicht nach unten. Das macht das aktuelle Konsumbarometer des Handelsverbandes Deutschland (HDE) deutlich. Der positive Trend aus dem Vormonat setzt sich demnach nicht weiter fort. Grund hierfür sind vermutlich die wieder zunehmenden Spannungen im Nahen Osten.

Im Vergleich zum Vormonat sinkt das HDE-Konsumbarometer leicht und verpasst der aufgekommenen Hoffnung der vergangenen Wochen einen Dämpfer. Gegenüber dem Vorjahr ist die Stimmung sogar stark eingetrübt.

Der wieder an Intensität zunehmende Konflikt zwischen dem Iran und den USA wirkt sich negativ auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung sowie die Verbraucherstimmung aus. Beim Thema Konsum werden die Verbraucherinnen und Verbraucher vorsichtiger und mit Blick auf die kommenden Wochen wollen sie ihre Sparanstrengungen erhöhen.

Auch die konjunkturelle Entwicklung bewerten die Verbraucherinnen und Verbraucher pessimistischer als im Vormonat. Allerdings wirkt sich die schlechte Verbraucherstimmung bisher nicht auf die Einkommenserwartung aus, die im Vergleich zum Vormonat weiter steigt. Der aktuelle Wert liegt nur minimal unter dem Vorjahresniveau. Zudem erwarten die Verbraucherinnen und Verbraucher eine weiter sinkende Inflationsrate.

Der Krieg im Iran hat die wirtschaftlichen Risiken wieder deutlich erhöht. Die Sorge der Verbraucherinnen und Verbraucher vor den Folgen des Konflikts belastet die Konsumstimmung und trübt die Wachstumsaussichten erneut ein. Solange der Konflikt andauert, dürfte die Verunsicherung hoch bleiben und die wirtschaftliche Entwicklung belasten. Kurzfristig können auch die Reformbemühungen der Bundesregierung diese negativen Auswirkungen kaum ausgleichen.

Das jeweils am ersten Montag eines Monats erscheinende HDE-Konsumbarometer basiert auf einer monatlichen Umfrage unter 1.600 Personen zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, finanziellen Situation und zu anderen konsumrelevanten Faktoren. Das Konsumbarometer, das vom Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des HDE erstellt wird, hat eine Indikatorfunktion für den privaten Konsum. Es bildet nicht das aktuelle Verbraucherverhalten ab, sondern die erwartete Stimmung in den kommenden drei Monaten.

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Redaktionelles: August – Effekt: Sinkender Konsum im Urlaubsmonat?

Der scheinbare Widerspruch lässt sich vor allem durch die unterschiedlichen Messgrößen erklären. Das HDE-Konsumbarometer untersucht nicht, wie viel im Urlaubsmonat August tatsächlich gekauft wird. Es erfasst die Erwartungen der Befragten für die jeweils kommenden drei Monate, etwa zur Anschaffungsneigung, Sparneigung, Einkommensentwicklung und allgemeinen Konjunktur.

Urlaubsbedingte Ausgaben können gleichzeitig steigen, ohne dass sich die allgemeine Verbraucherstimmung verbessert. Haushalte können beispielsweise Geld für Reisen, Bekleidung, Freizeitartikel oder Gastronomie ausgeben und dennoch befürchten, dass sich ihre finanzielle oder wirtschaftliche Lage in den folgenden Monaten verschlechtert. Stimmung und tatsächlicher Konsum müssen sich daher kurzfristig nicht parallel entwickeln.

Hinzu kommt, dass viele Urlaubsausgaben bereits vor August erfolgen. Pauschalreisen, Flüge und Unterkünfte werden häufig Monate zuvor bezahlt. Einkäufe für den Urlaub können im Juni oder Juli stattfinden. Ausgaben am Urlaubsort fließen außerdem teilweise in Gastronomie, Verkehr und Dienstleistungen oder ins Ausland und nicht vollständig in den deutschen Einzelhandelsumsatz.

Ein allgemeiner August-Effekt ist in der langfristigen Reihe des HDE-Barometers nicht eindeutig erkennbar. Die Werte entwickelten sich in früheren Augustmonaten unterschiedlich: Im August 2020 stieg das Barometer, 2021 und 2022 sank es. Das spricht dagegen, den aktuellen Rückgang allein mit dem Ferienmonat zu erklären.

Für den August 2026 nennt der Handelsverband Deutschland ausdrücklich die verschärften Spannungen im Nahen Osten als vermutete Ursache. Gleichzeitig steigen laut Erhebung die Einkommenserwartungen, während die Befragten mehr sparen wollen. Der Bericht weist somit nicht auf fehlende Urlaubseinkäufe hin, sondern auf wachsende Vorsicht gegenüber den kommenden Monaten.

Fazit: Trotz des Urlaubsmonats sinkt nicht zwingend der aktuelle Konsum, sondern die Erwartung der Verbraucher für die kommenden drei Monate. Ob und wie stark die tatsächlichen Urlaubsausgaben den Einzelhandel stützen, lässt sich aus dem HDE-Konsumbarometer nicht ableiten.

Quellen: Handelsverband Deutschland: HDE-Konsumbarometer August 2026 Handelsverband Deutschland: Methodik des HDE-Konsumbarometers Handelsblatt Research Institute: HDE-Konsumbarometer, historische Monatsberichte und Zeitreihen

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