Immobilienkauf 2025: In vielen Regionen ist Eigentum günstiger als die Miete
Juli 9, 2025 7:30 pmWohneigentum vielerorts günstiger als Miete – insbesondere im Osten Deutschlands
Hamburg, Juli 2025 – In immer mehr Regionen Deutschlands ist Kaufen günstiger als Mieten. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie „Postbank Wohnatlas 2025“, die das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) im Auftrag der Postbank durchgeführt hat. Die Untersuchung zeigt: In 48 Regionen ist der Anteil des Haushaltseinkommens, der für die laufende Finanzierung einer Eigentumswohnung benötigt wird, geringer als der Anteil, der für die Kaltmiete aufgewendet werden muss.
Kaufpreise leicht rückläufig, Mieten weiter steigend
Im Jahr 2024 sanken die durchschnittlichen Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand um 0,7 Prozent. Im Gegensatz dazu stiegen die Nettokaltmieten um 5,1 Prozent. Die finanzielle Belastung durch Eigentumserwerb sank dadurch im Durchschnitt auf 18,3 Prozent des regional verfügbaren Haushaltsnettoeinkommens – ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (19,2 %). Mieter hingegen müssen inzwischen 14,1 Prozent ihres Einkommens für die Kaltmiete aufwenden (2023: 13,9 %).
Regionale Unterschiede besonders groß
Besonders günstig ist Wohneigentum im Verhältnis zur Miete in vielen ostdeutschen Regionen. Im Landkreis Mansfeld-Südharz (Sachsen-Anhalt) beträgt die Belastung durch Kreditfinanzierung nur 7,8 Prozent des Haushaltseinkommens – 3,1 Prozentpunkte weniger als die Mietbelastung. Ähnliche Vorteile zeigen sich im Vogtlandkreis, im Unstrut-Hainich-Kreis und im Burgenlandkreis. Dagegen sind Metropolregionen und touristisch attraktive Lagen weiterhin deutlich teurer. Im Landkreis Nordfriesland, der die Nordseeinseln Sylt, Föhr und Amrum umfasst, liegt die Kaufbelastung bei 53,4 Prozent des durchschnittlichen Einkommens. In Berlin und München müssen Käufer rund 43 Prozent aufwenden – Mieter etwa 27 bzw. 25 Prozent.
Kaufen lohnt sich oft trotz höherer Belastung
Trotz teilweise höherer monatlicher Belastung bietet der Immobilienkauf langfristige Vorteile. „Eigentum bedeutet Vermögensaufbau und bietet Schutz vor zukünftigen Mietsteigerungen“, betont Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Postbank. „Eine solide Finanzierung mit finanziellen Puffern ist dabei essenziell.“
Kauf oder Miete? Lage entscheidet
In 130 Regionen reichen weniger als 15 Prozent des Einkommens zur Finanzierung einer Eigentumswohnung, während 56 Regionen über der kritischen 25-Prozent-Marke liegen. Die Studienautoren orientieren sich an der Empfehlung, maximal 25 Prozent des verfügbaren Einkommens für Wohnen aufzuwenden – inklusive Nebenkosten.
Günstige Städte: Herne, Kaiserslautern, Chemnitz
Auch einzelne Großstädte bieten gute Bedingungen. In Herne liegt der Unterschied zwischen Kauf- und Mietbelastung bei nur 0,1 Prozentpunkten. In Bremerhaven und Salzgitter ist der Kauf sogar minimal günstiger als die Miete.
Fazit für den Mittelstand
Für viele Haushalte – insbesondere im ländlichen Raum – lohnt sich der Immobilienerwerb finanziell bereits heute. Unternehmen und Selbstständige, die für sich oder Mitarbeitende Wohnraum planen, sollten regionale Unterschiede im Verhältnis von Kaufpreis zu Einkommen bei der Standortwahl mitberücksichtigen.

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Kategorie: Immobilien, News, Ratgeber