Indien Handel Deutschland: DIHK – Europa darf beim Freihandelsabkommen mit Indien nicht zögern
September 2, 2025 9:52 pmDIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier zur geplanten Indien-Reise von Außenminister Wadephul und einer neuen Verhandlungsrunde zum EU-Indien-Freihandelsabkommen:
„Die deutsche und europäische Wirtschaft braucht dringend ein ambitioniertes Handelsabkommen mit Indien. Für viele deutsche Unternehmen wäre ein solches Abkommen ein absoluter Gamechanger im internationalen Geschäft. Mit Indien als bevölkerungsreichstes Land der Erde bieten sich Verbesserungen im Marktzugang an, die sich sonst mit keiner anderen Volkswirtschaft ergäbe. Schließlich hängt jeder vierte Arbeitsplatz hierzulande am Export, in der Industrie sogar jeder zweite. Während andere Wettbewerbsnationen mit dem Subkontinent bereits Nägel mit Köpfen machen, darf Europa den Anschluss nicht verlieren. Die Bundesregierung muss sich deshalb in Neu-Delhi und Brüssel entschieden für einen zügigen Abschluss der Verhandlungen einsetzen.
Ein umfassendes EU-Indien-Freihandelsabkommen könnte die zahlreichen indischen Handelshemmnisse abbauen – von Zöllen, über Beschränkungen bei der öffentlichen Beschaffung bis hin zu Problemen beim Schutz geistigen Eigentums und Auslandsinvestitionen. Es würde die Rechtssicherheit für Unternehmen auf beiden Seiten erheblich erhöhen. Wichtig ist, dass die EU sich nicht auf ein Schmalspurabkommen einlässt, sondern in allen relevanten Bereichen spürbare Verbesserungen erreicht: keine Digitalzölle, keine Exportrestriktionen, weitreichende Zollsenkungen und unbürokratischen Ursprungsregeln.
Gleichzeitig sollte Indien möglichst auf weitere Blockaden innerhalb der Welthandelsorganisation verzichten. Mehr als die Hälfte des EU-Außenhandels – auch mit Indien – ist bislang nur durch WTO-Regeln abgesichert. Ferner sollte Europa Tempo machen, auch mit Ländern der großen Wachstumsregion Indo-Pazifik wie Indonesien, Thailand, Malaysia und den Philippinen Handelsabkommen zu schließen. Der weltweite Wettbewerb um Marktzugänge läuft längst – und die deutsche Wirtschaft kann es sich nicht leisten, ins Hintertreffen zu geraten.“
Hintergrund
Die deutsche Außenwirtschaft ist mit der deutschen Auslandshandelskammer seit 1956 in Indien vertreten. Die EU ist Indiens wichtigster Handelspartner, zweitwichtigster Exportmarkt sowie der größte Investor in Indien. 6.000 europäische Unternehmen schaffen direkt und indirekt rund fünf Millionen Arbeitsplätze im Land. Indien ist als bevölkerungsreichstes Land der Welt der neuntwichtigste Handelspartner der EU. Im Ranking der Handelspartner Deutschlands belegt Indien insgesamt Rang 23. Das deutsch-indische Handelsvolumen 2024 betrug 30,9 Mrd. EUR . Mehr als 2.000 deutsche Unternehmen sind bereits vor Ort vertreten – mit insgesamt über 500.000 Beschäftigten.
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Stichwörter: Deutschland, Handelsabkommen, Indien
Kategorie: Export-Import, News, Unternehmen, Video