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Infrastrukturinvestitionen: Milliarden für Straßen – aber Wohnungen bleiben auf der Strecke

August 4, 2025 9:21 pm Veröffentlicht von

Infrastruktur: Lang überfälliger Investitionsschub

Berlin. Der vom Bundeskabinett beschlossene Haushaltsentwurf 2026 sowie die mittelfristige Finanzplanung bis 2029 geben erste wichtige Impulse – insbesondere für den Bereich Infrastruktur. Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) begrüßt die geplanten Investitionen, mahnt jedoch an: Beim Wohnungsbau fehlt weiterhin eine klare Strategie.

Mit rund 34 Milliarden Euro für Straße, Schiene und Wasserstraße sendet die Bundesregierung ein deutliches Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Mittel stammen aus dem kreditfinanzierten Sondervermögen und sollen den Investitionsstau in der öffentlichen Infrastruktur abbauen. Besonders für mittelständische Bauunternehmen bietet dies neue Chancen – von Straßenbauprojekten bis hin zur Modernisierung der Wasserwege.

Doch der ZDB warnt: Die Finanzierung auf Pump kann keine Dauerlösung sein. Es braucht verlässliche Strukturen über das Sondervermögen hinaus, etwa durch langfristige Fondsmodelle wie von der Verkehrsministerkonferenz vorgeschlagen. Aktuelle Kürzungen im Kernhaushalt des Bundesverkehrsministeriums zeigen, wie brüchig die Planung auf Sicht bleibt.

Wohnungsbau: Mittelstand vermisst klare Perspektive

Deutlich kritischer fällt die Bewertung des Wohnungsbaus aus. Zwar steigen die Mittel im sozialen Wohnungsbau um 400 Millionen Euro, die Städtebauförderung wird um 200 Millionen Euro aufgestockt. Doch ein wirklicher Impuls für den angespannten Wohnungsmarkt bleibt aus – trotz Eigenankündigungen der Regierung. Gerade mittelständische Bauunternehmen vermissen konkrete Investitionsanreize. Notwendig wären gezielte Förderprogramme, zum Beispiel für Projekte im Bauüberhang, die auf den EH55-Standard mit regenerativer Heiztechnik setzen. Doch statt Förderung stehen Kürzungen im Raum: Allein die Mittel für energetische Sanierung im Gebäudebestand werden um rund drei Milliarden Euro reduziert – ein herber Rückschlag für klima- und altersgerechtes Bauen.

Fazit: Licht und Schatten für die Bauwirtschaft

Für den deutschen Mittelstand bietet der Haushalt 2026 Licht und Schatten: Während die Infrastruktur neue Aufträge verspricht, bleibt der Wohnungsbau unterfinanziert – mit Folgen für den sozialen Zusammenhalt, die Energiewende und die demografische Entwicklung.

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