Künstliche Intelligenz verlässt den Bildschirm: Das kommt auf die Industrie zu

September 25, 2026 8:53 pm Veröffentlicht von

Wenn Künstliche Intelligenz die reale Welt versteht und gestaltet

Künstliche Intelligenz verlässt die digitale Welt und wird zum aktiven Teil von Maschinen, Robotern und Produktionssystemen. Wie Unternehmen diese Technologie erfolgreich nutzen können, zeigt der 7. KI-Kongress am 18. November 2026 in Stuttgart. Noch bis 7. Oktober 2026 gilt der Frühbucherpreis.

Künstliche Intelligenz hat in den vergangenen Jahren beeindruckende Fortschritte erzielt. Doch die nächste Entwicklungsstufe industrieller KI geht weit über die bisher primär verbreitete Verarbeitung von Daten hinaus: Sie verbindet digitale Intelligenz mit der physischen Welt. Embodied AI meint Systeme, die ihre Umgebung wahrnehmen, aus Erfahrungen lernen und darauf aufbauend eigenständig handeln. Damit geht Embodied AI über den Begriff Physical AI hinaus, der vor allem die physische Interaktion intelligenter Systeme mit ihrer Umwelt beschreibt.

Dies eröffnet Industrieunternehmen einen neuen Weg zu flexibleren, produktiveren und resilienteren Produktionssystemen sowie große Vorteile im globalen Wettbewerb: »Embodied AI ist aus meiner Sicht die größte, und möglicherweise letzte, Chance für den deutschen Maschinenbau, seine Technologieführerschaft zu behaupten und auszubauen«, sagt Prof. Marco Huber. Er ist wissenschaftlicher Direktor am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA, hat den KI-Kongress gemeinsam mit Werner Kraus, Forschungsbereichsleiter Automatisierung und Robotik, inhaltlich gestaltet und wird den Kongress mit einer Keynote eröffnen. Wer heute investiere, baue einen Vorsprung auf, der für Nachzügler kaum einholbar sein wird. »Die Frage ist nicht, ob Embodied AI die industrielle Produktion transformiert, sondern wer diese Transformation anführt.«

Welche Potenziale diese Entwicklung bietet und wie Unternehmen davon profitieren können, zeigt das Fraunhofer IPA als wissenschaftlicher Kooperationspartner gemeinsam mit der Konradin Mediengruppe beim 7. KI-Kongress »Embodied AI als Schlüssel für die Industrie« am 18. November 2026 im neuen Gebäude V für »Personalisierte Produktion« in Stuttgart-Vaihingen. Das Ministerium für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg hat für den Kongress die Schirmherrschaft übernommen. Ein Video-Grußwort der Ministerin Frau Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut eröffnet die Veranstaltung.

Von Embedded Systems zu Embodied AI

Während generative KI heute vor allem digitale Inhalte erstellt und analysiert, geht Embodied AI einen entscheidenden Schritt weiter. Die Technologie verbindet Wahrnehmung, Weltmodellierung, Lernen und physisches Handeln in einem Gesamtsystem. Die KI wird damit zum integralen Bestandteil von Maschinen, Robotern und Anlagen. Sie verarbeitet nicht nur Informationen, sondern interagiert aktiv mit ihrer Umgebung und entwickelt ihre Fähigkeiten durch Erfahrungen kontinuierlich weiter.

Für die Industrie besitzt dieser Ansatz große strategische Bedeutung. Produktionsunternehmen stehen vor der Herausforderung, immer komplexere Prozesse zu beherrschen, steigende Variantenvielfalt zu bewältigen und gleichzeitig Produktivität und Qualität zu sichern. Herkömmliche Automatisierungskonzepte stoßen dabei zunehmend an Grenzen. Embodied AI schafft neue Möglichkeiten, indem Maschinen Situationen selbstständig erfassen, Zusammenhänge verstehen und ihr Verhalten flexibel an veränderte Bedingungen anpassen können. Dadurch werden Produktionssysteme robuster, autonomer und leistungsfähiger.

Das Fraunhofer IPA treibt diese Entwicklung gezielt voran und hat bereits einen ersten Demonstrator für die additive Fertigung entwickelt. Auch Entwicklungen rund um die KI-basierte und humanoide Robotik veranschaulichen Embodied-AI-Systeme. Als Brücke zwischen Forschung und industrieller Anwendung untersucht das Institut zudem, wie sich Embodied-AI-Konzepte in Robotik, Produktion und Maschinenbau nutzbar machen lassen. Ziel ist es, die traditionellen Stärken des Industriestandorts Deutschland mit den Möglichkeiten moderner KI-Technologien zu verbinden und Unternehmen beim Aufbau wettbewerbsfähiger, intelligenter Produktionssysteme zu unterstützen.

KI-Kongress zeigt Status Quo in Unternehmen

Vor diesem Hintergrund widmet sich der 7. KI-Kongress den aktuellen Entwicklungen an der Schnittstelle von Künstlicher Intelligenz, Robotik und Produktion, denen großes Wachstum vorausgesagt wird: So dürfte das Marktvolumen für Embodied AI laut Marketsandmarkets voraussichtlich von 4,44 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 23,06 Milliarden US-Dollar im Jahr 2030 steigen, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 39 Prozent entspricht. Beim KI-Kongress zeigen Expertinnen und Experten aus Industrie und Forschung anhand konkreter Anwendungsfälle, wie intelligente Systeme Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und physische Handlung miteinander verbinden. Im Fokus stehen unter anderem Fragen danach, wie Roboter über längere Zeiträume hinweg aus Erfahrungen lernen können, wie sich Embodied AI in bestehende Produktions- und IT-Landschaften integrieren lässt und wie agentische Fertigungsprozesse entstehen, die aus realen Produktionsergebnissen lernen. Ebenso wird diskutiert, welche Rolle verkörperte Intelligenz für die nächste Generation industrieller KI-Systeme spielen wird.

Labortour zeigt Embodied-AI-Grundlagen für künftige Anwendungen

Bei einer Tour durch die Labore des Fraunhofer IPA können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kongresses technologische Grundlagen für Embodied-AI-Anwendungen kennenlernen. Dazu gehört beispielsweise ein Drucker für die additive Fertigung. In diesem Anwendungsfall kommen Filamente aus recyceltem Material zum Einsatz. Diese Filamente sind nicht homogen. Der Prozess musste bisher ständig manuell nachgesteuert werden, um ein einheitliches Druckerzeugnis zu erhalten. Embodied AI automatisiert dies, indem es im laufenden Druckprozess auf Abweichungen reagieren und die Prozessparameter in Echtzeit anpassen kann. Das steigert die Qualität und senkt gleichzeitig den Materialverbrauch.

Ein weiteres Exponat sind verschiedene Humanoide Roboter in Aktion. »Wir haben mehrere Modelle mit je eigener Kinematik und unterschiedlichen Fähigkeiten«, erklärt Werner Kraus. »Die Gäste erleben die Roboter live und in Aktion und erfahren Möglichkeiten der Anwendungsentwicklung mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI). Und auch offene Fragen wie die Themen Sicherheit, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit werden adressiert.« Weitere Demonstratoren sind in Planung.

Wissenstransfer für die industrielle KI von morgen

Der Kongress richtet sich an Entscheiderinnen und Entscheider, Fach- und Führungskräfte aus Industrie und Produktion, Innovationsverantwortliche sowie Entwicklerinnen, Entwickler und Ingenieurinnen und Ingenieure, die konkrete Einsatzmöglichkeiten für KI identifizieren und die digitale Transformation ihrer Unternehmen aktiv gestalten möchten. Neben Fachvorträgen bietet die Veranstaltung vielfältige Gelegenheiten zum Austausch und einen geführten Rundgang durch die Forschungslabore des Fraunhofer IPA. Mit seiner Initiative zu Embodied AI und seiner Mitgestaltung des diesjährigen KI-Kongresses schafft das Fraunhofer IPA eine Plattform für den Wissenstransfer zwischen Forschung und Industrie. Ziel ist es, Unternehmen frühzeitig auf die nächste Evolutionsstufe der Künstlichen Intelligenz vorzubereiten und Wege aufzuzeigen, wie sich die Potenziale lernender, handelnder Systeme in konkrete industrielle Wettbewerbsvorteile übersetzen lassen. Denn klar ist: Die Zukunft der industriellen KI wird nicht nur digital sein. Sie wird die reale Welt aktiv mitgestalten.

Wie sind Ihre Erfahrungen rund um Embodied AI?

https://www.ipa.fraunhofer.de/


Industrie 4.0: Humanoide Roboter, KI & Co. – digitale Transformation der Industrie geht in nächste Runde

Stichwörter:

Kategorie: ,

  1. Home
  2. | 
  3. Innovation
  4. | 
  5. KI
  6. | 
  7. Künstliche Intelligenz verlässt den...