Leoni will Schlagkraft im Nutzfahrzeug-Markt erhöhen und investiert in 3.000 Jobs in Marokko
Januar 24, 2025 1:00 pmZielvorgaben des neuen Werkes in Agadir, Marokko: Maßstäbe bei Effizienz, Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Agadir/Marokko. Die Leoni AG hat im marokkanischen Agadir ein Werk eröffnet. Es ist auf die Produktion von Bordnetzen für das Truck-, Powertrain- und Offroad-Segment spezialisiert sowie auf Digitalisierung, Effizienz und Nachhaltigkeit ausgerichtet. Die Investition unterstreicht sowohl die Ambitionen des Zulieferers im globalen Wachstumsmarkt der Nutzfahrzeuge als auch die Bedeutung Marokkos als Standort für die Automobilindustrie. Mehr als 3.000 neue Arbeitsplätze werden vor Ort geschaffen, von denen die Bürger und Gemeinden in der Region profitieren.
Investition schafft 3.000 Jobs
„Es ist unser klares Ziel, in den kommenden Jahren im Nutzfahrzeug-Segment stärker zu wachsen als der Markt“, sagt Ingo Spengler, COO der Leoni AG. Als einer von wenigen Zulieferern weltweit entwickelt und fertigt Leoni Fahrzeugleitungen und Bordnetze sowohl für Pkw als auch für Lkw und Offroad-Fahrzeuge mit ihren besonderen Anforderungen. Entsprechend tief ist das Gesamtverständnis für das „Nervensystem des Automobils“. „Die heutige Werkseröffnung in Agadir zeigt, dass wir unseren Worten Taten folgen lassen, um unsere Wettbewerbsfähigkeit im Nutzfahrzeugsegment zu stärken“, betont Ingo Spengler. Insgesamt investierte Leoni mehr als 20 Mio. Euro in den neuen Standort.
Die Gebäude und Anlagen in Agadir sind speziell ausgelegt für die Fertigung von Bordnetzen in vergleichsweise geringen Losgrößen bei gleichzeitig hoher Komplexität – typisch für das Nutzfahrzeug-Segment. Von Beginn an legte das Unternehmen großen Wert auf ganzheitliche und digital vernetzte Abläufe nach klar definierten Standards. Im Einklang mit den nationalen Nachhaltigkeitszielen Marokkos hat Leoni besonders energieeffiziente Technologien installiert, um den CO2-Fußabdruck des Werks auf ein Minimum zu reduzieren. „Darüber hinaus ist Agadir ein Vorzeigeprojekt für intelligente, digitale und zunehmend automatisierte Prozesse, das vorbildliche Verfahren ermöglicht und somit Maßstäbe für betriebliche Höchstleistung im globalen Produktionsnetzwerk setzt“, sagt Leoni-COO Ingo Spengler.
Wachsende Bedeutung von Marokko für die internationale Automobilindustrie
Die Entscheidung für den Standort an der Atlantikküste zeigt einmal mehr die wachsende Bedeutung von Marokko für die internationale Automobilindustrie. Agadir liege strategisch günstig zu den Werken verschiedener Nutzfahrzeug-Hersteller, so Fakhri Bouguerra, Geschäftsführer von Leoni in Marokko: „Die Region punktet mit einer ausreichenden Zahl qualifizierter Arbeitskräfte, zudem haben wir auf dem Gelände Platz für weiteres Wachstum.“ Bis 2027 sollen im Werk mehr als 3.000 neue Arbeitsplätze entstehen. Als aktiver Teil der örtlichen Community wird Leoni zudem regionale Entwicklungsprojekte wie beispielsweise Ausbildungsprogramme unterstützen.

Redaktionelle Infos
Länderprofil Marokko
Offizieller Name: Königreich Marokko (Al-Mamlaka al-Maghribiyya)
Hauptstadt: Rabat
Größte Stadt: Casablanca
Bevölkerung: Ca. 37 Millionen (Stand 2023)
Fläche: 446.550 km² (ohne die Westsahara)
Amtssprachen:
Arabisch (offiziell)
Berberisch (offiziell seit 2011)
Regierungssystem: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König Mohammed VI (seit 1999)
Regierungschef: Aziz Akhannouch (seit 2021)
Währung: Marokkanischer Dirham (MAD)
Wirtschaft
Wirtschaftsstruktur:
BIP: Ca. 142 Mrd. USD (Stand 2023)
Wichtige Branchen: Landwirtschaft, Tourismus, Automobil- und Luftfahrtindustrie, Bergbau (Phosphate), Textilien und Erneuerbare Energien.
Exportgüter: Phosphate (größter Exportartikel), landwirtschaftliche Produkte, Textilien, Automobilteile, Fischerei.
Investitionen:
Marokko hat in den letzten Jahren stark in den Ausbau der Infrastruktur investiert, darunter die Hochgeschwindigkeitsbahn „Al Boraq“, Häfen (z. B. Tanger-Med, einer der größten Häfen Afrikas) und Sonderwirtschaftszonen wie die in Tanger.
Tourismus:
Eine wichtige Einnahmequelle mit Attraktionen wie Marrakesch, Fès, den Atlasbergen und den Küsten des Atlantiks und Mittelmeers.
Geografie
Lage: Im Nordwesten Afrikas, grenzt im Norden an das Mittelmeer, im Westen an den Atlantik, im Osten an Algerien und im Süden an Mauretanien (Westsahara).
Landschaft:Atlas- und Rif-Gebirge
Wüstenregionen (Teil der Sahara)
Fruchtbare Küstenebenen
Kultur und Gesellschaft
Ethnische Gruppen: Hauptsächlich Araber und Berber.
Religion: Islam (überwiegend sunnitisch).
Traditionen: Geprägt von arabischen, berberischen und französischen Einflüssen. Die marokkanische Küche (z. B. Tajine, Couscous) ist weltweit bekannt.
Internationale Bedeutung
Politik: Marokko ist ein stabiler Staat in einer sonst teilweise instabilen Region und ein wichtiger Partner der EU und der USA in Sicherheits- und Migrationsfragen.
Automobilindustrie: Marokko entwickelt sich zu einem Schlüsselstandort für die Automobilfertigung mit Investitionen großer Hersteller wie Renault und PSA.
Energie: Führend in erneuerbaren Energien, insbesondere Solarenergie (z. B. Noor Ouarzazate, eines der größten Solarkraftwerke der Welt).
Herausforderungen
Arbeitslosigkeit: Insbesondere unter Jugendlichen bleibt ein Problem.
Armut: Trotz Fortschritten gibt es noch regionale Unterschiede im Lebensstandard.
Wasserknappheit: Klimawandel und begrenzte Wasserressourcen stellen eine zunehmende Herausforderung dar.
Marokko wird jedoch aufgrund seiner strategischen Lage, seiner politischen Stabilität und wirtschaftlichen Dynamik als aufstrebender Akteur in Nordafrika wahrgenommen.
Aktuelle marokkanische Wirtschaftszahlen
Die marokkanische Wirtschaft hat im Jahr 2023 ein Wachstum von 3,4 % verzeichnet, trotz globaler wirtschaftlicher Herausforderungen, steigender Inflation und des Al-Haouz-Erdbebens. Dieses Wachstum wurde durch eine Erholung des Tourismus, starke Exporte im verarbeitenden Gewerbe und einen Anstieg des privaten Konsums unterstützt, gestützt durch solide makroökonomische Politiken. Die ausländischen Direktinvestitionen nahmen zu, und das Leistungsbilanzdefizit verringerte sich auf den niedrigsten Stand seit 2007.
Für 2024 wurde ein moderateres Wachstum von 2,9 % prognostiziert, bedingt durch eine schwache Entwicklung im Agrarsektor, während das nicht-landwirtschaftliche BIP stabil bleibt. Die marokkanische Regierung hat einen ehrgeizigen Infrastrukturplan angekündigt, der Investitionen und Wachstum in den kommenden Jahren fördern soll, insbesondere in den Bereichen Wasser und Energie. Zudem werden Reformen im Bereich des sozialen Schutzes, des Gesundheitswesens und des Bildungssystems umgesetzt.
Trotz dieser positiven Entwicklungen bleibt die private Nachfrage schwach, und der private Sektor steht vor Herausforderungen in Bezug auf Produktivität und Beschäftigung. Die Weltbank betont die Notwendigkeit eines dynamischen Geschäftsumfelds, das Innovationen fördert und die Umverteilung von Ressourcen zu produktiveren Unternehmen erleichtert.
Zusammenfassend zeigt die marokkanische Wirtschaft eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit gegenüber negativen Schocks, steht jedoch weiterhin vor Herausforderungen, insbesondere im privaten Sektor und bei der Stärkung der inländischen Nachfrage.
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Stichwörter: Investitionen, Leoni, Marokko
Kategorie: News, Ratgeber, Unternehmen