Milliardenmarkt künstliche Intelligenz: Unternehmen erhöhen Ausgaben trotz schwacher Skalierung
September 2, 2026 5:40 pmKünstliche Intelligenz im Unternehmen: Investitionen steigen, Erfolge bleiben begrenzt
Nur 22 Prozent der Unternehmen haben künstliche Intelligenz erfolgreich auf mehrere Geschäftsbereiche ausgeweitet oder verfolgen bereits einen Ansatz, bei dem künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle spielt. Das geht aus einer Gartner-Befragung von 1.303 Personen aus Unternehmen hervor, die im Geschäftsjahr 2025 einen Jahresumsatz von mindestens 50 Millionen US-Dollar erzielten. Die Befragung wurde zwischen Januar und April 2026 durchgeführt.
Trotz der bislang begrenzten unternehmensweiten Nutzung steigen die Investitionen weiter. 85 Prozent der befragten Führungskräfte einzelner Unternehmensfunktionen wollen ihre Ausgaben für künstliche Intelligenz im Jahr 2026 erhöhen. Im Jahr 2025 entfielen durchschnittlich 12 Prozent ihrer jeweiligen Funktionsbudgets auf diesen Bereich. Gleichzeitig fehlt teilweise der Überblick über die tatsächlichen Kosten. Rund 11 Prozent der Organisationen wissen nicht, wie viel ihre jeweilige Funktion 2025 für künstliche Intelligenz ausgegeben hat. Nach Einschätzung von Gartner erhöht eine solche fehlende finanzielle Transparenz die Risiken, wenn die Ausgaben weiter wachsen. Entscheidend sei eine systematische Messung, die Investitionen unmittelbar mit Geschäftsergebnissen verbindet.
Deutliche Unterschiede zeigen sich zwischen Unternehmen mit konsequenter Erfolgskontrolle und Unternehmen mit weniger ausgeprägter Kontrolle. Als besonders leistungsfähig werden Unternehmen beschrieben, die die Kapitalrendite ihrer Projekte mit künstlicher Intelligenz fortlaufend verfolgen, die Vorhaben als Portfolio betrachten und Projekte regelmäßig bewerten, neu priorisieren oder bei unzureichender Leistung beenden. Diese Unternehmen meldeten bei 81 Prozent ihrer Initiativen positive Renditen. Bei den weniger leistungsfähigen Unternehmen war dagegen bei 29 Prozent der Initiativen die Rendite unbekannt.
Bei den Zielen steht vor allem eine höhere Produktivität im Mittelpunkt. Für 75 Prozent der Führungskräfte ist Produktivitätssteigerung ein wichtiges Ergebnis ihrer Investitionen in künstliche Intelligenz. Durchschnittlich fließen rund 30 Prozent der entsprechenden Budgets in dieses Ziel. Damit liegt der Anteil nahezu doppelt so hoch wie beim nächstwichtigsten Ziel. Gartner empfiehlt, Ausgaben nach konkreten Zielbereichen wie Produktivität, Umsatzwachstum, Risikominderung oder Innovation zu erfassen. Dadurch lässt sich besser beurteilen, welche Investitionen ihre Ziele erreichen und bei welchen Projekten Mittel neu verteilt werden sollten.
Häufig eingesetzte Anwendungen bringen nicht automatisch die höchsten Renditen
Besonders verbreitete Anwendungen künstlicher Intelligenz gehören nicht zwangsläufig zu den Einsatzgebieten mit den höchsten positiven Renditen. Bei Informationstechnologie nannten Führungskräfte auf oberster Leitungsebene die Erkennung und Abwehr von Bedrohungen der Cybersicherheit sowie die Automatisierung des Informationstechnologie-Service-Desks mit jeweils 54 Prozent als besonders häufig verfolgte Anwendungen. Automatisierte Code-Erstellung und Code-Überarbeitung erreichten 44 Prozent. Bei den Anwendungen mit positiven Renditen ergibt sich eine andere Rangfolge. An erster Stelle steht die intelligente Optimierung von Informationstechnologie-Anlagen und Kosten mit 40 Prozent. Es folgen die Erzeugung synthetischer Daten mit 28 Prozent sowie die automatisierte Code-Erstellung und Code-Überarbeitung mit 23 Prozent.
Nach den Ergebnissen entstehen die größten messbaren Vorteile damit teilweise bei weniger verbreiteten Anwendungen, die gezielt auf die jeweiligen geschäftlichen Anforderungen eines Unternehmens ausgerichtet sind. Unternehmensleitungen sollten deshalb ermitteln, welche Einsatzbereiche tatsächlich positive finanzielle Ergebnisse erzielen, und daran konkrete Ziele für Geschäftsbereiche und Führungskräfte ausrichten.
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