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Millionen Stellen offen: Deutschland braucht mehr berufliche Mobilität

August 28, 2026 12:33 pm Veröffentlicht von

Millionen offene Stellen: Deutschland braucht mehr berufliche Mobilität

Deutschland braucht mehr berufliche Mobilität, um Fachkräfte besser dorthin zu bringen, wo sie benötigt werden. Trotz steigender Arbeitslosigkeit waren in den vergangenen beiden Jahren zwischen 1,4 und 1,75 Millionen Stellen offen. Gleichzeitig zeigt sich: Beschäftigte wechseln bereits verstärkt aus Berufen, deren Nachfrage zurückgeht. Das zeigt eine Analyse für die neueste Ausgabe des MacroScope Pharma Economic Policy Briefs des vfa.

„Der deutsche Arbeitsmarkt ist beweglicher, als sein Ruf vermuten lässt. Beschäftigte reagieren bereits darauf, wenn die Nachfrage nach ihrem Beruf sinkt“, sagt vfa-Chefvolkswirt Dr. Claus Michelsen. „Aber der Strukturwandel wird schneller. Deshalb müssen wir es Menschen erleichtern, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln und dort einzusetzen, wo sie gebraucht werden. Das ist eine zentrale Voraussetzung für Produktivität und Fachkräftesicherung.“

Arbeitsmarkt sortiert sich um

Die Auswertung von Daten der Bundesagentur für Arbeit zeigt: In Berufen, deren Stellenangebot zwischen 2024 und 2025 stärker zurückging, wechselten vergleichsweise mehr Beschäftigte in andere Berufe. Zugleich wechselten weniger Menschen neu in diese Tätigkeiten. Der Arbeitsmarkt reagiert also auf veränderte Strukturen. Allerdings bremsen konjunkturelle Unsicherheit und institutionelle Hürden diese Anpassung. In wirtschaftlich schwachen Zeiten nimmt die Fluktuation ab, weil Beschäftigte stärker an bestehenden Arbeitsverhältnissen festhalten. Auch formale Qualifikationsanforderungen und arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen wie ein hoher Kündigungsschutz können Wechsel erschweren.

Pharma zeigt hohe Mobilität trotz Regulierung

Die Pharmaindustrie zeigt, dass Mobilität in einer stark regulierten und hoch spezialisierten Branche möglich ist. Rund sieben Prozent der Beschäftigten verlassen ihren jeweiligen Arbeitgeber. Von diesen wechselt mehr als die Hälfte direkt in eine andere Branche. Übertragbare Kompetenzen ermöglichen damit Wissenstransfer über Branchengrenzen hinweg. Gerade in wissensintensiven Branchen kommt es deshalb darauf an, Qualifikationen laufend an neue Anforderungen anzupassen. Weiterbildungsangebote können Beschäftigte beim Wechsel aus weniger nachgefragten Tätigkeiten in wachsende Berufsfelder unterstützen.

Aus Sicht des vfa sollte die Arbeitsmarktpolitik Flexibilität und Sicherheit stärker miteinander verbinden. Auch flexiblere Regelungen mit klaren Abfindungsansprüchen können für bestimmte Beschäftigtengruppen und junge Hightech-Unternehmen dazu beitragen, Neueinstellungen zu erleichtern.

  • „Der demografische Wandel macht berufliche Mobilität zu einer wirtschaftlichen Notwendigkeit“, sagt Michelsen. „Je besser Wechsel zwischen Berufen und Branchen gelingen, desto besser kann Deutschland Fachkräfte sichern und seine Wettbewerbsfähigkeit stärken.“

https://www.vfa.de/


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