Nachhaltiges Wachstum: De‑Growth verändert Spielregeln für Unternehmer
Juli 25, 2025 9:31 pmDe-Growth – Chancen und Grenzen für nachhaltiges Wirtschaften
München. Immer häufiger wird in Wirtschaft und Wissenschaft diskutiert, ob weniger Wachstum die ökologischen Grenzen unseres Planeten besser wahren und zugleich soziale Gerechtigkeit fördern kann. Der Ansatz des sogenannten De‑Growth (zu Deutsch: Postwachstum) geht dabei über eine reine Rezession hinaus. Er beschreibt einen bewusst politisch gesteuerten Prozess, bei dem Produktion und Konsum gezielt zurückgefahren werden – etwa durch kürzere Arbeitszeiten, weniger Ressourcenverbrauch oder eine Dämpfung der Produktivitätssteigerungen.
Für den deutschen Mittelstand stellt sich dabei die Frage, welche Chancen und Risiken ein solcher Wandel mit sich bringt. Eine 2023 veröffentlichte Studie des US‑amerikanischen Politikwissenschaftlers und Zukunftsforschers Jonathan D. Moyer zeigt: In wohlhabenden Ländern kann eine moderat gesteuerte Reduktion von Produktion und Konsum langfristig zu weniger Ressourcenverbrauch führen, ohne die globale Entwicklung gravierend zu gefährden. Allerdings ergibt sich daraus allein nur eine relativ geringe Reduktion der weltweiten CO₂‑Emissionen von etwa 11 Prozent bis zum Jahr 2100.
Wird De‑Growth hingegen global umgesetzt, könnten die Emissionen deutlich stärker sinken – bis zu 45 Prozent bis 2100. Gleichzeitig weist Moyer darauf hin, dass eine solche globale Strategie erhebliche soziale Nebenwirkungen hätte: steigende Armut, sinkende Lebenserwartung und Rückgänge bei Bildungschancen in Entwicklungsregionen. Wachstum bleibt also insbesondere in ärmeren Ländern ein entscheidender Faktor für Fortschritt in Gesundheit, Bildung und Lebensstandard.
Relevanz für den Mittelstand
Für mittelständische Unternehmen in Deutschland bedeutet dies, dass eine kluge Kombination aus Ressourceneffizienz, Innovation und nachhaltiger Produktion gefragt ist. Ein „De‑Growth‑Ansatz“ kann in wohlhabenden Regionen Impulse geben, um Geschäftsmodelle resilienter und ökologischer zu gestalten, ohne die wirtschaftliche Substanz zu gefährden. Betriebe, die frühzeitig nachhaltige Strategien entwickeln, können sich langfristig Wettbewerbsvorteile sichern und gleichzeitig einen Beitrag zu ökologischer Verantwortung leisten.
Mehr Infografiken finden Sie bei Statista
- https://de.statista.com
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- https://internet-weekly.de/gruene-startups-sind-schluesselakteure-fuer-eine-nachhaltige-wirtschaft/
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Stichwörter: De-Growth, nachhaltiges Wirtschaften, Studie
Kategorie: News, Politik, Wirtschaft
