Großunternehmen Umsatz: Großunternehmen sichern über die Hälfte des EU-Umsatzes, doch fast die Hälfte aller Jobs
Dezember 9, 2025 9:51 pmGroßunternehmen in EU: kleine Zahl, hoher Umsatz – was Eurostat-Daten für Mittelstand bedeuten
Die europäische Statistikbehörde Eurostat hat vorläufige strukturelle Unternehmensdaten für das Jahr 2024 vorgelegt. Demnach umfasste die Unternehmenslandschaft der EU rund 33,5 Millionen Unternehmen mit insgesamt 164,2 Millionen Beschäftigten und einem Nettoumsatz von 38,7 Billionen Euro. Ein sehr kleiner Kreis großer Unternehmen erwirtschaftet dabei mehr als die Hälfte dieses Umsatzes, während der überwiegende Teil der Beschäftigten in kleinen und mittleren Strukturen arbeitet.
Großunternehmen in der EU: kleine Zahl, hoher Umsatz
Laut den aktuellen Zahlen machen Großunternehmen mit mehr als 249 Beschäftigten nur 0,2 % aller Unternehmen in der EU aus – rund 55 000 Unternehmen. Dennoch generieren sie 51,3 % des Nettoumsatzes, also 19,9 Billionen Euro, und beschäftigen 36,3 % der Arbeitskräfte in der Unternehmenswirtschaft, insgesamt 59,7 Millionen Menschen. Die Gruppe der mittelgroßen Unternehmen mit 50 bis 249 Beschäftigten ist ebenfalls klein: Sie stellt 0,8 % der Unternehmen in der EU-Unternehmenswirtschaft, rund 251 000 Firmen. Auf sie entfallen 15,2 % der Beschäftigung (24,9 Millionen Menschen) und 17,2 % des Nettoumsatzes in Höhe von 6,6 Billionen Euro. Den weitaus größten Teil der Unternehmenslandschaft bilden Mikro- und Kleinunternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten. Sie stehen für 99,0 % aller Unternehmen – etwa 33,2 Millionen Betriebe. Diese Firmen beschäftigen zusammen 80 Millionen Menschen, das sind 48,5 % aller Arbeitsplätze in der Unternehmenswirtschaft. Gleichzeitig erwirtschaften sie einen Nettoumsatz von 12,2 Billionen Euro und tragen damit 31,5 % zum gesamten Nettoumsatz bei. Für den deutschen Mittelstand zeigt sich damit ein klares Bild: Kleine und mittlere Unternehmen spielen eine zentrale Rolle für Beschäftigung und Wertschöpfung, auch wenn ein großer Teil des Gesamtumsatzes in wenigen, sehr großen Unternehmen gebündelt ist. Die Struktur der EU-Wirtschaft bleibt stark mittelstandsgeprägt, insbesondere mit Blick auf Arbeitsplätze und regionale Verankerung der Unternehmen.
Industrie, Handel und Dienstleistungen: ähnlicher Umsatz, unterschiedliche Beschäftigung
Die neue Statistik differenziert zudem nach Branchen und verdeutlicht, wie unterschiedlich Umsatz und Beschäftigung über die Sektoren verteilt sind. Der Dienstleistungssektor weist 2024 mit 12,6 Billionen Euro den höchsten Umsatz aus, was 32,6 % des gesamten Nettoumsatzes entspricht. Gleichzeitig ist dieser Bereich mit 21,2 Millionen Unternehmen (63,4 % aller Unternehmen) der zahlenmäßig größte Sektor und stellt mit 86,5 Millionen Beschäftigten mehr als die Hälfte der Arbeitsplätze in der Unternehmenswirtschaft (52,7 %). Die Industrie generiert 31,7 % des gesamten Nettoumsatzes, also 12,3 Billionen Euro. Trotz dieses hohen Anteils am Umsatz umfasst sie nur 7,3 % der Unternehmen, rund 2,5 Millionen Betriebe. In der Industrie sind etwa 33,6 Millionen Menschen beschäftigt, was 20,5 % der gesamten Beschäftigung in der Unternehmenswirtschaft entspricht. Der Handelssektor trägt 29,7 % zum Gesamtumsatz bei (11,5 Billionen Euro) und beschäftigt 30,1 Millionen Menschen, also 18,3 % der Arbeitskräfte. Er stellt 17,2 % aller Unternehmen in der EU, rund 5,8 Millionen Firmen. Das Baugewerbe schließlich umfasst 4,0 Millionen Unternehmen und damit 12,1 % aller Unternehmen. Sein Umsatzanteil liegt mit 6,0 % (2,3 Billionen Euro) deutlich niedriger als sein Unternehmensanteil. Im Bau sind 14,0 Millionen Menschen beschäftigt, was 8,5 % der gesamten Beschäftigung in der Unternehmenswirtschaft entspricht.
Für mittelständische Unternehmen – insbesondere in Industrie, Handel, Dienstleistungen und Bau – machen die Daten deutlich, dass sich Wettbewerbsbedingungen, Margen und Beschäftigungsintensität je nach Branche stark unterscheiden. Während Großunternehmen in vielen Bereichen einen erheblichen Teil des Umsatzes auf sich vereinen, bleiben kleinere und mittlere Unternehmen für Beschäftigung, regionale Wertschöpfung und Marktvielfalt entscheidend. Die Eurostat-Zahlen liefern damit eine wichtige statistische Grundlage für wirtschafts- und mittelstandspolitische Entscheidungen in der EU.
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