Neue Recyclingvorgaben für Elektroauto-Batterien ab 2031

September 7, 2026 7:31 pm Veröffentlicht von

Recycling von Elektrofahrzeugbatterien senkt den Rohstoffbedarf

Elektrofahrzeuge verursachen während der Fahrt keine direkten Emissionen. Ihre gesamte Klimabilanz hängt jedoch auch vom verwendeten Strom sowie von der ressourcen- und klimaschonenden Herstellung des Fahrzeugs und seiner Batterie ab. Die Produktion von Fahrzeugbatterien verursacht erhebliche Emissionen. Benötigte Rohstoffe wie Lithium, Kobalt und Nickel werden überwiegend außerhalb Europas gewonnen und verarbeitet. Die damit verbundenen Verfahren benötigen viel Energie und führen zu langen Transportwegen. Im Jahr 2025 wurden etwa drei Viertel aller Batteriezellen in asiatischen Ländern hergestellt.

Ein effizientes Recycling kann die Abhängigkeit Europas von eingeführten Batteriezellen und kritischen Primärrohstoffen verringern. Mit der steigenden Zahl neu zugelassener Elektrofahrzeuge wird zeitlich verzögert auch die Menge ausgedienter Batterien wachsen. Werden deren Rohstoffe zurückgewonnen und erneut für die Batterieproduktion eingesetzt, können erhebliche Emissionsmengen eingespart werden.

Europäische Batterieverordnung schafft Vorgaben

Voraussetzung dafür ist, dass Altbatterien systematisch erfasst und die enthaltenen Rohstoffe als hochwertige Recyclingmaterialien wiederverwendet werden. Die Europäische Union hat hierfür Vorgaben beschlossen. Ab 2031 müssen neue Fahrzeugbatterien mindestens 16 Prozent recyceltes Kobalt sowie jeweils 6 Prozent recyceltes Lithium und Nickel enthalten. Auch die vorgeschriebenen Quoten für die Rückgewinnung wichtiger Batterierohstoffe werden schrittweise erhöht. Ab 2027 soll ein digitaler Batteriepass Angaben zur Herkunft der Rohstoffe, zum Kohlendioxid-Fußabdruck, zur Materialzusammensetzung und zur Recyclingfähigkeit enthalten. Dadurch soll die Rückführung ausgedienter Batterien in den europäischen Wertstoffkreislauf erleichtert werden.

  • Die Mitgliedstaaten müssen die europäischen Vorgaben nun umsetzen und rechtzeitig industrielle Recyclingkapazitäten aufbauen. Dies ist besonders wichtig, weil die Zahl der Altbatterien voraussichtlich ab Mitte der 2030er Jahre deutlich steigen wird. Für Deutschland bietet der Ausbau der Recyclinginfrastruktur die Möglichkeit, zusätzliche industrielle Wertschöpfung zu schaffen. Die Chemieindustrie, der Maschinenbau und vorhandene Recyclingkenntnisse bieten dafür geeignete Voraussetzungen. Erforderlich sind wettbewerbsfähige Energiekosten und verlässliche Bedingungen für die Finanzierung neuer Recyclingverfahren.

Zudem sollten ausgediente Elektrofahrzeuge dem europäischen Wertstoffkreislauf möglichst nicht durch Exporte entzogen werden. Dafür sind eindeutige, überprüfbare Kriterien notwendig, die zwischen exportfähigen Gebrauchtfahrzeugen und Altfahrzeugen unterscheiden.

https://www.iwd.de/


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