Nutzungsabhängige Preise: Künstliche Intelligenz wird zum Kostenrisiko für Rechtsabteilungen
September 4, 2026 7:19 pmRechtstechnologie im Wandel: Warum intensive Nutzung künstlicher Intelligenz teuer werden kann
Unternehmen müssen sich bei Anwendungen mit künstlicher Intelligenz im Rechtsbereich zunehmend auf neue Preismodelle einstellen. Statt ausschließlich fester Gebühren pro Nutzer setzen Anbieter verstärkt auf Mischmodelle. Dabei werden klassische Lizenzkosten mit zusätzlichen Gebühren verbunden, die sich nach der tatsächlichen Nutzung künstlicher Intelligenz richten.
- Gartner erwartet, dass bis 2028 mehr als 35 Prozent der neuen Ausgaben für Rechtstechnologie bei großen Anbietern auf nutzungsabhängige Preismodelle entfallen werden. Hintergrund ist der steigende Bedarf an Rechenleistung: Je intensiver Anwendungen mit künstlicher Intelligenz eingesetzt werden, desto höher können die Kosten für die Anbieter ausfallen. Dadurch wächst der Druck, die Preise stärker an der tatsächlichen Nutzung auszurichten.
Intensive Nutzung kann die Ausgaben deutlich erhöhen
Rechtsabteilungen konnten ihre Technologiekosten bislang häufig anhand fester Nutzerlizenzen vergleichsweise gut kalkulieren. Bei nutzungsabhängigen Modellen verändert sich diese Grundlage. Gerade Rechtsabteilungen, die mit Assistenten und automatisiert arbeitenden Systemen auf Basis künstlicher Intelligenz hohe Produktivitätsgewinne erzielen, könnten zugleich mit deutlich steigenden Ausgaben konfrontiert werden, wenn die Nutzung nicht aktiv gesteuert wird. Dabei sollte es nicht vorrangig darum gehen, die Ausgaben für künstliche Intelligenz möglichst niedrig zu halten. Entscheidend ist vielmehr, dass die Kosten in einem angemessenen Verhältnis zu einem messbaren geschäftlichen Nutzen stehen.
Neue Preismodelle erfordern mehr Kostentransparenz
Herkömmliche Verfahren für die Beschaffung von Software könnten für Rechtstechnologie mit künstlicher Intelligenz künftig nicht mehr ausreichen. Anbieter kombinieren zunehmend Abonnements mit Nutzungsguthaben, enthaltenen Verbrauchsmengen und zusätzlichen Gebühren bei Überschreitungen. Rechtsabteilungen benötigen deshalb einen genaueren Überblick darüber, wie Kosten entstehen und welche Tätigkeiten die Ausgaben erhöhen. Bei der Auswahl entsprechender Anwendungen sollte die Transparenz des Preismodells eine wichtige Rolle spielen. Verantwortliche müssen nachvollziehen können, wie die Nutzung künstlicher Intelligenz gemessen wird, wodurch Kosten entstehen und wie sich die Ausgaben bei einer stärkeren Nutzung entwickeln.
Kosten nach Anwendungsfall steuern
Die Kosten sollten nicht nur für einzelne Anwendungen betrachtet werden. Unterschiedliche Einsatzbereiche können sich bei Nutzung, Kosten und erforderlicher Kontrolle erheblich unterscheiden. Die Zusammenfassung von Verträgen kann beispielsweise ein anderes Kostenprofil haben als automatisierte Prüfungen, Untersuchungen oder Verhandlungen.
Für einzelne Anwendungsfälle können deshalb Genehmigungsgrenzen und Regeln für die Auswahl geeigneter Systeme erforderlich sein. Besonders kostenintensive Modelle mit erweiterten Fähigkeiten sollten gezielt für Aufgaben eingesetzt werden, bei denen ein entsprechend hoher Nutzen erwartet wird.
- Für die Kostensteuerung ist damit entscheidend, welche konkreten Aufgaben den Einsatz künstlicher Intelligenz und die damit verbundenen Ausgaben rechtfertigen. Voraussetzung dafür ist ein genauer Überblick darüber, wie einzelne Anwendungsfälle den Verbrauch und damit die Kosten beeinflussen.
Rechtsanwälte: Dürfen Rechtsanwälte Künstliche Intelligenz nutzen?
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