Sicherheit

Münchner Sicherheitskonferenz: Viele halten einen neuen russischen Angriff in Europa für wahrscheinlich und zweifeln zugleich daran

Dezember 5, 2025 6:31 pm Veröffentlicht von

Meinungsbild Zeitenwende: So bewerten Bürger Sicherheitspolitik und Bedrohungslage

Tobias Bunde und Valentin Daur untersuchen in der neuen Analyse der Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) mit dem Titel „Bitte Wenden! Ein aktuelles Meinungsbild zur Zeitenwende“, wie die deutsche Bevölkerung die aktuelle sicherheitspolitische Lage bewertet. Die sicherheitspolitische Neuausrichtung Deutschlands erfährt breite Unterstützung. Aber nur wenige glauben, dass der Staat gut auf die neuen Herausforderungen vorbereitet ist.

Die MSC-Umfrage zeigt, dass die weltpolitische Zeitenwende in der deutschen öffentlichen Meinung angekommen ist. Die Befragten haben ihre Bedrohungswahrnehmung an die veränderte Lage angepasst. Nur eine Minderheit lehnt die andauernde Neuausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik grundsätzlich ab. Allerdings zweifeln viele daran, dass Deutschland den außenpolitischen Herausforderungen erfolgreich begegnen kann.

Die zentralen Ergebnisse der Umfrage sind:

Die aktuelle sicherheitspolitische Lage wird als historisch schlecht empfunden: 52 Prozent glauben, die sicherheitspolitische Lage sei schlechter als zu Zeiten des Kalten Krieges. 48 Prozent halten einen weiteren groß angelegten kriegerischen Angriff durch Russland auf einen oder mehrerer unserer Partnerstaaten in EU und NATO innerhalb der nächsten fünf Jahre für eher oder sehr wahrscheinlich. Nur 6 Prozent glauben, dass die USA die europäische Sicherheit auf jeden Fall verteidigen würden.

Die andauernde sicherheitspolitische Neuausrichtung Deutschlands erfährt breite Unterstützung: Nur 21 Prozent lehnen die sicherheitspolitische Neuausrichtung grundsätzlich ab. 42 Prozent hingegen meinen, die sicherheitspolitische Neuausrichtung gehe nicht weit genug.

Die Bevölkerung ist gespalten, ob Deutschland eine Führungsrolle in Europa übernehmen soll: 43 Prozent befürworten eine Führungsrolle, 38 Prozent lehnen dies ab. Nur 28 Prozent denken, dass Deutschland gerade eine Führungsrolle einnimmt, 59 Prozent glauben dies nicht.

Anhänger:innen aller Parteien sind sich einig, dass der Staat den neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen nicht gewachsen ist: Nur 7 Prozent meinen, der Staat sei gut auf die neue sicherheitspolitische Lage – zum Beispiel auf russische Drohnenüberflüge – vorbereitet. Nur 18 Prozent finden, der Staat tue (eher) genug, um sich auf die neue sicherheitspolitische Lage einzustellen.

Generell blicken die Deutschen pessimistisch in die Zukunft. Weniger als ein Fünftel der Befragten ist sehr optimistisch oder eher optimistisch, dass Deutschland den außenpolitischen Herausforderungen erfolgreich begegnen kann. Besonders ausgeprägt ist diese Wahrnehmung an den politischen Rändern.

Die Munich Security Analysis „Bitte Wenden! Ein aktuelles Meinungsbild zur Zeitenwende“ ist vollständig auf unserer Webseite verfügbar.

Zu den Autoren

Prof. Dr. Tobias Bunde ist Director of Research & Policy der Münchner Sicherheitskonferenz und Professor of International Security an der Hertie School. Dr. Valentin Daur ist Senior Researcher bei der Münchner Sicherheitskonferenz.

securityconference.org

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