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Städteranking 2024: Wer als Stadt mithalten will, muss Mischung aus Innovationskraft, Verkehrswende und Lebensqualität im Blick behalten

November 20, 2025 5:07 pm Veröffentlicht von

Autostädte vorne – München behauptet im Städteranking 2024 erneut Spitzenposition

Hinter der bayerischen Landeshauptstadt dominieren vor allem klassische Autostädte – und zudem schaffen es zwei neue Großstädte in die Top Ten. Der Süden bleibt tonangebend: Wie schon in den Vorjahren stammen die Bestplatzierten im Ranking überwiegend aus Bayern und Baden-Württemberg. Für die jährliche Auswertung der 72 kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern analysiert IW Consult Kennzahlen zu Arbeitsmarkt, Wirtschaftsstruktur, Immobilienmarkt und Lebensqualität. Mit deutlichem Abstand führt erneut München die Gesamtwertung an – die Stadt steht bereits seit 2013 ununterbrochen auf Platz eins. Trotz dieser stabilen Spitze bewegt sich im Feld dahinter einiges.

Mainz fällt um fünf Plätze zurück und rangiert nun auf Platz sieben, während Stuttgart im Gegenzug auf Rang zwei vorrückt. Die schwäbische Landeshauptstadt erzielt im Teilbereich Wirtschaft bundesweit die besten Werte und profitiert deutlich von den großen Industrieunternehmen vor Ort: Leistungsstarke Produzenten wie Mercedes-Benz, Bosch oder Siemens sorgen für ein hohes Bruttoinlandsprodukt und eine starke Steuerkraft je Einwohner.

Auch bei der Zahl der Patentanmeldungen liegt Stuttgart bundesweit vorn. Komplettiert wird das Podium von Ingolstadt, das mit einer robusten Wirtschaft und einem stabilen Arbeitsmarkt überzeugt. Frankfurt verbessert sich von Platz acht auf Platz fünf, vor allem dank eines besseren Abschneidens im Bereich Lebensqualität – unter anderem ist die Zahl der Straftaten dort gesunken. In den vergangenen zwei Jahren waren die zehn besten Städte im Niveauranking stets identisch, diesmal kommen zwei neue hinzu: Hamburg und Düsseldorf verdrängen Darmstadt und Ulm aus der Spitzengruppe und belegen nun die Plätze neun und zehn. Dass sich sowohl in der Hansestadt als auch in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt vieles positiv entwickelt, zeigt sich auch im Dynamikranking, in dem IW Consult die Entwicklung der letzten fünf Jahre bewertet. Düsseldorf erreicht dort Rang vier, unter anderem weil die Steuerkraft je Einwohner deutlich zugenommen hat und mehr Hochqualifizierte beschäftigt sind. Hamburg liegt auf Platz acht und profitiert unter anderem von einer verbesserten Betreuungsquote bei Kindern unter drei Jahren.

Im Gesamtbild des Rankings stehen München im Niveauranking, Mainz im Dynamikranking und Wolfsburg im Nachhaltigkeitsranking jeweils an der Spitze und gelten damit als die großen Gewinner der IW-Consult-Auswertung 2024. Neben Düsseldorf und Hamburg befinden sich mit Berlin, Frankfurt, München und Köln insgesamt sechs der sieben größten deutschen Städte in den Top Ten des Dynamikrankings. Wesentlicher Treiber ist hier die gute Performance im Teilbereich Immobilienmarkt. Spitzenreiter im Dynamikranking bleibt aber – wenn auch mit geringerem Vorsprung – Mainz. Die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt profitiert weiterhin stark von den Erfolgen des dort ansässigen Pharmaunternehmens BioNTech.

Ein gesonderter Blick gilt dem Thema Nachhaltigkeit

Insgesamt 22 Indikatoren erfassen die ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit der Städte – von der installierten Solarleistung über die Zahl öffentlicher Elektroladesäulen bis hin zur Feinstaubbelastung oder der Müllmenge pro Kopf. Die detaillierte Betrachtung ermöglicht auch Vergleiche mit ländlichen Regionen. Auffällig ist, dass die 72 Großstädte, in denen rund ein Drittel der Bevölkerung lebt, nur 6,7 Prozent der bundesweit installierten Nettosolarleistung auf sich vereinen. Hier besteht beträchtliches Ausbaupotenzial, insbesondere auf den Dächern von Wohngebäuden. Beim Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge liegen Stadt und Land hingegen dichter beieinander: In ländlichen Räumen gibt es im Durchschnitt 16,2 Ladepunkte je 10.000 Einwohner, in den Großstädten sind es 17,9. Am besten ausgestattet sind – wenig überraschend – Standorte großer Automobilhersteller. In Ingolstadt stehen derzeit rund 102 Elektrotankstellen je 10.000 Einwohner, in Wolfsburg sind es fast 77. Im Nachhaltigkeitsranking insgesamt führen Wolfsburg und Ingolstadt das Feld an. Der VW-Standort Wolfsburg belegt Platz eins und überzeugt mit dem bundesweit höchsten Anteil an Ingenieurinnen und Ingenieuren je 100 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sowie mit einem besonders hohen Personalanteil in Forschung und Entwicklung je 1.000 Erwerbstätige. Hinzu kommt eine große Zahl an Patentanmeldungen. In all diesen Kategorien schneidet auch Ingolstadt auf Platz zwei sehr gut ab – wie in Wolfsburg zeigt sich dort mit Audi deutlich der positive Einfluss der ansässigen Automobilindustrie.

www.iwkoeln.de

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