Altersvorsorge: Wenn Beschäftigte Ruhestand als unsicher einschätzen und zugleich weniger vorsorgen, steigt der Druck auf Betriebe
Januar 16, 2026 9:14 pmSorge um Lebensstandard im Alter bleibt hoch – Vorsorgebereitschaft geht 2026 überraschend zurück
Berlin, Der neueste „DIA Deutschland-Trend Vorsorge 2025“ zeigt: Zwei Drittel der rund 1.000 im Dezember Befragten rechnen damit, ihren heutigen Lebensstandard im Alter nicht halten zu können. Gleichzeitig planen spürbar weniger Befragte als im Vorjahr, ihre Vorsorgebemühungen in den nächsten zwölf Monaten auszuweiten. „Die Menschen blicken realistisch, aber besorgt auf ihren Ruhestand. Die Sorge um den Lebensstandard ist hoch, gleichzeitig bröckelt die kurzfristige Vorsorgebereitschaft – das ist ein Alarmsignal für Politik und Anbieter“, erklärt Peter Schwark, Sprecher des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (DIA). „Wir brauchen jetzt einfache, verlässliche Produkte und klare Orientierung über zu erwartende Versorgungslücken, damit aus berechtigten Sorgen Taten werden.“
67 Prozent der Befragten gehen davon aus, ihren Lebensstandard im Alter senken zu müssen, 37 Prozent sagen sogar, sie müssten ihn „deutlich senken“. Nur ein Drittel erwartet, den eigenen Lebensstandard mindestens beibehalten zu können. Bei der Vorsorgebereitschaft ist die Bevölkerung gespalten: 36 Prozent haben nach eigener Aussage nicht ausreichend vorgesorgt, möchten aber in den nächsten zwölf Monaten mehr tun. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. 35 Prozent fühlen sich dagegen nicht in der Lage oder sind nicht bereit, mehr zu tun (plus zwei Prozentpunkte zum Vorjahr). Nur 29 Prozent halten ihre Vorsorge für ausreichend. „Wir sehen in unserer aktuellen Befragung, dass die Lücke zwischen negativer Zukunftserwartung und positivem Vorsorgehandeln größer wird,“ so Peter Schwark. „Politik und Anbieter sind dringend gefordert, neue und zielgerichtete Impulse zu setzen – von der Reform der privaten Altersvorsorge bis zur klaren Kommunikation über die Vorsorgemöglichkeiten und ihre unterschiedlichen Chancen-Risiko-Profile.“
Link zu den Ergebnissen der Befragung
Über das DIA Das Deutsche Institut für Altersvorsorge (DIA) führt unabhängige Analysen, Studien und Meinungsforschung zu Fragen der Altersvorsorge in Deutschland durch. Ziel ist es, faktenbasierte Impulse für Politik und Öffentlichkeit zu setzen und die Debatte über die Zukunft der Alterssicherung zu versachlichen. Die repräsentative Online-Befragung führt das DIA seit 2017 jährlich gemeinsam mit INSA Consulere durch. An der aktuellen Befragung im Zeitraum vom 11. bis 15. Dezember 2025 nahmen 1.000 erwerbsfähige Personen aus Deutschland im Alter von 18 bis 64 Jahren teil.
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Stichwörter: Altersvorsorge, nachrichten
Kategorie: Rente