Auftragseingang: Maschinenbau Ost verbucht 15 Prozent weniger Aufträge im ersten Quartal
Mai 12, 2026 9:37 pmGutes Inlandsgeschäft kann Schwäche im Ausland nicht kompensieren.
Der Auftragseingang ist im ostdeutschen Maschinen- und Anlagenbau im ersten Quartal 2026 deutlich zurückgegangen. Von Januar bis März lagen die Bestellungen insgesamt real 15 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Während das Inlandsgeschäft um real 16 Prozent zulegen konnte, sanken die Auslandsaufträge um real 22 Prozent. Besonders stark war der Rückgang (minus 27 Prozent) im Nicht‑Euro‑Raum; aus den Euro‑Partnerländern gingen 11 Prozent weniger Bestellungen ein.
Ostdeutschland deutlich schwächer als andere Regionen
Zum Vergleich (alle Angaben preisbereinigt): In Baden‑Württemberg stieg der Auftragseingang im ersten Quartal um 7 Prozent, in Bayern um 6 Prozent. Auch die VDMA‑Mitgliedsunternehmen im Landesverband Nord (Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig‑Holstein) verzeichneten ein Plus von 4 Prozent. Nordrhein‑Westfalen lag hingegen 10 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Ostdeutschland bildet damit im Bundesvergleich das Schlusslicht.
Inland stützt – Ausland überwiegt
Das positive Inlandsergebnis wirkt derzeit stabilisierend, kann den starken Rückgang im Ausland jedoch nicht kompensieren. “Die Kunden unserer Mitglieder investieren aktuell vor allem in Instandhaltung und Effizienz des Status quo. Größere Investitionsentscheidungen werden aufgrund geopolitischer Unsicherheiten verschoben”, sagt Oliver Köhn, Geschäftsführer des VDMA Ost.
Bundesweite Entwicklung durch Sondereffekte geprägt
Bundesweit ergibt sich für den Maschinen‑ und Anlagenbau im ersten Quartal ein reales Auftragsplus von 4 Prozent. Dieses ist jedoch maßgeblich auf Großanlagen und großvolumige Aufträge zurückzuführen. Der VDMA weist darauf hin, dass daraus kein breiter konjunktureller Aufschwung abgeleitet werden kann. Die Bestellungen aus dem Ausland legten um 6 Prozent zu, während die Inlandsaufträge um 2 Prozent unter dem Vorjahresniveau blieben. Aus den Nicht-Euro-Ländern kamen 9 Prozent mehr Bestellungen, aus den Euro-Ländern wurde ein kleines Minus von 1 Prozent verbucht.
Politisches Klein‑Klein zur Unzeit
“Angesichts geopolitischer Unsicherheiten und handelspolitischer Risiken ist entscheidend, dass der Standort Deutschland nicht zusätzlich bremst. Unsere Unternehmen müssen politische Maßnahmen und deren Wirkung endlich im Betriebsalltag spüren. Wir brauchen ein wirtschaftspolitisches Umfeld, das Planungs- und damit Investitionssicherheit schafft. Gerade vor den wichtigen Landtagswahlen in Sachsen‑Anhalt und Mecklenburg‑Vorpommern ist das auch eine Frage der politischen Glaubwürdigkeit”, betont Köhn.
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Kategorie: Industrie