Außenhandel: Warenhandel der Eurozone erzielt Überschuss von 7,8 Milliarden Euro
Mai 19, 2026 9:38 pmWarenhandel der Eurozone erzielt Überschuss von 7,8 Milliarden Euro
Die erste Schätzung für den internationalen Warenhandel der Eurozone zeigt im März 2026 einen Überschuss von 7,8 Milliarden Euro gegenüber dem Rest der Welt. Im März 2025 lag der Überschuss noch bei 34,1 Milliarden Euro. Die Warenausfuhren der Eurozone in Länder außerhalb des Währungsraums erreichten im März 2026 einen Wert von 265,3 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 5,5 Prozent gegenüber März 2025. Damals lagen die Ausfuhren bei 280,6 Milliarden Euro. Die Einfuhren aus dem Rest der Welt stiegen dagegen auf 257,4 Milliarden Euro. Gegenüber März 2025 bedeutet das ein Plus von 4,4 Prozent. Damals hatten die Einfuhren 246,5 Milliarden Euro betragen.
Gegenüber Februar 2026 verringerte sich der Handelsüberschuss der Eurozone ebenfalls. Im Februar lag er noch bei 11,1 Milliarden Euro, im März nur noch bei 7,8 Milliarden Euro. Im Jahresvergleich fällt der Rückgang deutlich stärker aus: Gegenüber März 2025 sank der Überschuss um 26,3 Milliarden Euro. Nach Angaben von Eurostat hängt diese Entwicklung vor allem mit deutlich geringeren Überschüssen bei chemischen Erzeugnissen und verwandten Produkten sowie bei Maschinen und Fahrzeugen zusammen. Bei chemischen Erzeugnissen und verwandten Produkten halbierte sich der Überschuss nahezu von 41,8 Milliarden Euro im März 2025 auf 18,9 Milliarden Euro im März 2026. Bei Maschinen und Fahrzeugen ging der Überschuss im gleichen Zeitraum von 17,6 Milliarden Euro auf 9,7 Milliarden Euro zurück.
Für den Zeitraum Januar bis März 2026 meldete die Eurozone einen Handelsüberschuss von 16,6 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2025 hatte der Überschuss noch 55,4 Milliarden Euro betragen. Die Ausfuhren der Eurozone in Länder außerhalb des Währungsraums sanken im ersten Quartal 2026 auf 713,1 Milliarden Euro. Das entspricht einem Rückgang von 6,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Einfuhren gingen auf 696,5 Milliarden Euro zurück, ein Minus von 1,5 Prozent. Der Handel innerhalb der Eurozone stieg dagegen auf 685,5 Milliarden Euro und lag damit 1,9 Prozent über dem Niveau von Januar bis März 2025.
Europäische Union mit Überschuss von 5,9 Milliarden Euro
Auch die Europäische Union erzielte im März 2026 einen Überschuss im Warenhandel mit dem Rest der Welt. Dieser lag bei 5,9 Milliarden Euro. Im März 2025 hatte der Überschuss noch 34,0 Milliarden Euro betragen. Die Warenausfuhren der Europäischen Union in Länder außerhalb der Europäischen Union erreichten im März 2026 einen Wert von 233,9 Milliarden Euro. Gegenüber März 2025, als sie bei 256,1 Milliarden Euro lagen, bedeutet das einen Rückgang von 8,7 Prozent. Die Einfuhren aus dem Rest der Welt stiegen dagegen auf 228,0 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 2,7 Prozent gegenüber März 2025. Im Vergleich zu Februar 2026 ging der Handelsüberschuss der Europäischen Union zurück. Im Februar hatte er 9,1 Milliarden Euro betragen, im März 2026 lag er bei 5,9 Milliarden Euro. Eurostat führt diesen Rückgang unter anderem auf ein größeres Defizit im Energiebereich zurück. Dieses verschlechterte sich von minus 21,9 Milliarden Euro im Februar 2026 auf minus 28,6 Milliarden Euro im März 2026. Teilweise ausgeglichen wurde diese Entwicklung durch einen höheren Überschuss bei chemischen Erzeugnissen und verwandten Produkten, der von 14,9 Milliarden Euro auf 17,6 Milliarden Euro stieg.
Im Jahresvergleich sank der Überschuss der Europäischen Union deutlich. Gegenüber März 2025 fiel er um 28,1 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür waren vor allem deutlich geringere Überschüsse bei chemischen Erzeugnissen und verwandten Produkten sowie bei Maschinen und Fahrzeugen. Der Überschuss bei chemischen Erzeugnissen und verwandten Produkten ging von 40,8 Milliarden Euro im März 2025 auf 17,6 Milliarden Euro im März 2026 zurück. Bei Maschinen und Fahrzeugen sank der Überschuss von 21,6 Milliarden Euro auf 11,3 Milliarden Euro. Von Januar bis März 2026 verzeichnete die Europäische Union einen Handelsüberschuss von 8,4 Milliarden Euro. Im ersten Quartal 2025 hatte dieser noch 50,7 Milliarden Euro betragen. Die Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union sanken im ersten Quartal 2026 auf 630,0 Milliarden Euro, ein Rückgang von 8,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Einfuhren gingen auf 621,6 Milliarden Euro zurück, ein Minus von 3,0 Prozent. Der Handel innerhalb der Europäischen Union stieg dagegen auf 1.068,4 Milliarden Euro und lag damit 2,7 Prozent höher als im ersten Quartal 2025.
Saisonbereinigte Entwicklung
Saisonbereinigt stiegen die Ausfuhren der Eurozone im März 2026 gegenüber Februar 2026 um 2,1 Prozent. Die Einfuhren legten um 3,5 Prozent zu. Der saisonbereinigte Handelsüberschuss sank dadurch von 6,5 Milliarden Euro im Februar auf 3,5 Milliarden Euro im März. In der Europäischen Union erhöhten sich die saisonbereinigten Ausfuhren im März gegenüber Februar um 1,5 Prozent, während die Einfuhren um 3,2 Prozent stiegen. Der saisonbereinigte Überschuss verringerte sich von 3,6 Milliarden Euro im Februar auf 0,1 Milliarden Euro im März. Im ersten Quartal 2026 stiegen die saisonbereinigten Ausfuhren der Eurozone in Länder außerhalb des Währungsraums gegenüber den vorangegangenen drei Monaten um 0,4 Prozent. Die Einfuhren legten um 1,6 Prozent zu. Der Handel innerhalb der Eurozone erhöhte sich um 0,7 Prozent. In der Europäischen Union gingen die Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union im gleichen Zeitraum um 0,1 Prozent zurück, während die Einfuhren um 1,7 Prozent stiegen. Der Handel innerhalb der Europäischen Union nahm um 0,9 Prozent zu.
Weitere Beiträge
Mehr aus dieser Kategorie
- Vereinte Nationen: Deutschland mit 5,1 Milliarden Euro zweitgrößter Beitragszahler verpasst Sitz – Anspruch hoch genug politisch priorisiert?
- Klimafinanzierung: DEG stärkt grüne und blaue Finanzierungen für KMU in Türkei – warum braucht es Mittel aus internationaler Entwicklungsfinanzierung?
- Rheinmetall: Großauftrag für Rheinmetall – Rumänien bestellt Lynx-Gefechtsfahrzeuge, Schiffe und Flugabwehr – Gesamtwert 5,7 Mrd EUR
- Entwicklungspolitik: Mit Bundesmitteln finanzierte Projekte in Namibia
Stichwörter: Außenhandel, nachrichten
Kategorie: Export-Import, Handel