Computergrafik: Nvidia kündigt mit DLSS 5 neuen Schritt für Spielgrafik an – neuronales Modell für Echtzeit-Rendering
März 17, 2026 4:28 pmNext: Entwicklungsstufe für Spielgrafik – neuronales Modell für Echtzeit-Rendering
NVIDIA kündigt mit DLSS 5 eine neue Entwicklungsstufe für Spielgrafik an, die nach Unternehmensangaben im Herbst erscheint. Kern der Technik ist ein neuronales Modell für Echtzeit-Rendering, das einzelne Bildpunkte mit fotorealistischer Beleuchtung und Materialwirkung anreichert. Ziel ist es, Abstand zwischen klassischer Berechnung von Spielgrafik und nahezu realitätsnaher Darstellung deutlich zu verringern. NVIDIA beschreibt DLSS 5 als wichtigsten Fortschritt in der eigenen Computergrafik seit Einführung von Raytracing in Echtzeit im Jahr 2018. Jensen Huang, Gründer und Vorstandsvorsitzender von NVIDIA, ordnet die Entwicklung als grundlegenden Technologiesprung ein, bei dem klassisches Rendering mit generativer Künstlicher Intelligenz verbunden wird, ohne künstlerische Kontrolle aus der Hand zu geben. NVIDIA verweist darauf, seit den frühen GeForce-Generationen kontinuierlich an realistischeren Spielwelten zu arbeiten. Genannt werden dabei programmierbare Shader, CUDA, Raytracing in Echtzeit, Path Tracing und neuronale Shader als wichtige Meilensteine. Trotz stark gestiegener Rechenleistung bleibt der Abstand zwischen einem in Millisekunden berechneten Spielbild und einem aufwendig erzeugten Hollywood-Effektbild nach Darstellung des Unternehmens groß. Ein rein leistungsgetriebener Ansatz reicht aus Sicht von NVIDIA daher nicht aus, um vollständigen Fotorealismus in Echtzeit zu erreichen.
Leistungssteigerung
DLSS wurde 2018 zunächst als Technik zur Leistungssteigerung eingeführt. Anfangs stand Hochskalierung im Mittelpunkt, später kam die Berechnung zusätzlicher Bilder hinzu. Laut NVIDIA ist die Technik inzwischen in mehr als 750 Spielen eingebunden und hat sich als fester Standard etabliert. DLSS 4.5, das zu Beginn dieses Jahres vorgestellt wurde, nutzt Künstliche Intelligenz bereits für den Großteil der sichtbaren Bildpunkte. Mit DLSS 5 verschiebt sich der Schwerpunkt nun von reiner Leistungssteigerung hin zu höherer Bildtreue. Nach Beschreibung von NVIDIA verarbeitet DLSS 5 pro Bild unter anderem Farbinformationen und Bewegungsvektoren und ergänzt diese in Echtzeit um fotorealistische Licht- und Materialeffekte. Diese Ergänzungen sollen eng an die dreidimensionalen Quelldaten des Spiels gebunden sein und über mehrere Bilder hinweg konsistent bleiben. Die Technik ist laut NVIDIA für flüssiges interaktives Spielen bis zu einer Auflösung von 4K ausgelegt.
Das zugrunde liegende Modell wird nach Unternehmensangaben darauf trainiert, Bildinhalte wie Figuren, Haare, Stoffe oder durchscheinende Haut sowie unterschiedliche Lichtstimmungen innerhalb eines einzelnen Bildes zu erkennen. Auf dieser Basis erzeugt DLSS 5 präzisere Darstellungen von Oberflächen- und Lichteffekten, etwa bei Haut, Kleidung oder Haaren. Gleichzeitig sollen Aufbau und Bedeutung der ursprünglichen Szene erhalten bleiben. Für Entwickler stellt NVIDIA Regler für Intensität, Farbgestaltung und Maskierung bereit, damit Eingriffe gezielt gesteuert und der jeweilige Stil eines Spiels gewahrt werden kann. Die Einbindung erfolgt über das bestehende NVIDIA-Streamline-Framework, das bereits für DLSS und NVIDIA Reflex verwendet wird.
Unterstützung erhält DLSS 5 laut NVIDIA von großen Publishern und Entwicklerstudios, darunter Bethesda, CAPCOM, Hotta Studio, NetEase, NCSOFT, S-GAME, Tencent, Ubisoft und Warner Bros. Games. Vertreter mehrerer Studios beschreiben die Technik als Fortschritt für glaubwürdigere Spielwelten, stärkere visuelle Wirkung und größere Immersion. Genannt werden dabei unter anderem Starfield, Resident Evil und Assassin’s Creed Shadows. Zum geplanten Start nennt NVIDIA eine Reihe von Spielen, in denen DLSS 5 zum Einsatz kommen soll. Dazu zählen unter anderem AION 2, Assassin’s Creed Shadows, Black State, CINDER CITY, Delta Force, Hogwarts Legacy, Justice, NARAKA: BLADEPOINT, NTE: Neverness to Everness, Phantom Blade Zero, Resident Evil Requiem, Sea of Remnants, Starfield, The Elder Scrolls IV: Oblivion Remastered und Where Winds Meet. Die Veröffentlichung ist für Herbst vorgesehen.
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Stichwörter: Computergrafik, nachrichten
Kategorie: IT-Technologie