Datenmarkt: werbefinanzierte Dienste, ohne dass Gatekeeper Wert allein abschöpfen
Februar 23, 2026 5:09 pmWirtschaftlicher Wert eines EU – Datenmarktes
Working Paper kritisiert, dass die europäische Debatte zur Weitergabe und Nutzung personenbezogener Daten zwischen zwei aus Sicht der Autorinnen und Autoren unpraktikablen Extremen feststeckt: Entweder haben Plattformen weitgehend freien Zugriff auf Nutzerdaten, oder Datenteilung wird so erschwert, dass sie faktisch unterbunden wird.
Zwar könne Datenteilung erhebliche Vorteile bringen, etwa für relevante Werbung und digitale Dienste, doch werde der wirtschaftliche Wert derzeit fast vollständig von großen Plattformen abgeschöpft, während Nutzerinnen und Nutzer Kontrolle, wirksame Einwilligung und Vergütung fehlten.
Regulierter Datenmarkt in der Europäischen Union
Vorgeschlagen wird deshalb ein regulierter Datenmarkt in der Europäischen Union: Der Handel mit sensiblen Daten soll verboten werden, sichere Voreinstellungen sollen den Datenschutz stärken und zugleich Verhandlungsmacht schaffen, und transparente Entscheidungswege sollen echte informierte Wahl ermöglichen.
Als Modell wird ein Dreiklang aus Optionen beschrieben: eine kostenlose, datensparsamere Nutzung, eine subventionierte Variante gegen aktiv freigegebene zusätzliche Daten sowie eine kostenpflichtige Option ohne Datenteilung und ohne Werbung.
So könnten werbefinanzierte Angebote erhalten bleiben, Nutzerinnen und Nutzer würden ökonomisch profitieren und mehr Kontrolle bekommen, und kleinere Wettbewerber könnten Daten zu vergleichbaren Bedingungen wie große Plattformen erhalten.
Ohne funktionierende Datenmärkte sieht das Paper die Alternative entweder in einem Einbruch personalisierter Werbung mit Verlust digitaler Inhalte oder in einer Fortsetzung der Datennutzung ohne wirksame Zustimmung, was das Datenschutzrecht schwächen würde.
Heidhues, P., N. Jacobson, G. Monti and F. Scott Morton (2025) ‘Europeans should be allowed to trade personal data’, Working Paper 02/2026, Bruegel,
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