Entwicklungsfinanzierung: KfW steuert bis Ende 2025 fast 43 Milliarden Euro zur EU-Initiative Global Gateway
Mai 11, 2026 8:42 pmDie KfW & Global-Gateway-Initiative der Europäischen Union
Wirtschaftliche und geostrategische Interessen Europas, faire Zusammenarbeit, Klimaschutz und globale öffentliche Güter für alle stehen im Mittelpunkt.
Die weltpolitische Lage verändert sich derzeit deutlich. Dennoch bleiben Solidarität und werteorientierte Zusammenarbeit zentrale Grundlagen des europäischen Engagements der KfW in der Entwicklungszusammenarbeit. Auch 2025 trägt die Bank gemeinsam mit ihren Team-Europe-Partnern wesentlich dazu bei, nachhaltige und zukunftsgerichtete Investitionen in Partnerländern zu finanzieren. Diese Investitionen unterstützen zugleich europäische Interessen, Sicherheit und Widerstandsfähigkeit in einer zunehmend unsicheren Welt.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Global-Gateway-Initiative der Europäischen Union. Sie soll zwischen 2021 und 2027 weltweit insgesamt 300 Milliarden Euro für Projekte in strategisch wichtigen Bereichen mobilisieren. Dazu gehören Klimaschutz, saubere Energie, Transport, Gesundheit, Bildung und Digitalisierung. Diese Bereiche sollen den Weg in eine nachhaltigere globale Zukunft unterstützen. Die KfW leistet bis Ende 2025 fast 43 Milliarden Euro dazu und kommt damit auf nahezu 15 Prozent des geplanten Gesamtvolumens. Was dem weltweiten Fortschritt dient, stärkt zugleich europäische Interessen und die Beziehungen zu Partnerländern in geopolitisch wichtigen Regionen. Stabile Lieferketten, sichere Energieversorgung, Zugang zu Rohstoffen und neue Märkte für europäische Unternehmen schaffen nicht nur Perspektiven und Arbeitsplätze in weniger wohlhabenden Regionen. Sie stärken auch Europas wirtschaftliche Kraft und eigene Handlungsfähigkeit.
Klimaschutz und Energieversorgung stehen besonders im Vordergrund. Rund die Hälfte des Finanzierungsvolumens fließt in Klima- und Energieprojekte. Davon profitieren vor allem Vorhaben in Asien und Subsahara-Afrika, aber auch Projekte in Europa und in der Kaukasusregion. In Südosteuropa entsteht mit Unterstützung der KfW der Trans-Balkan-Korridor zum Ausbau regionaler Stromnetze. Neue Stromleitungen über mehrere hundert Kilometer, Umspannstationen und Schaltanlagen sollen die Länder der Region besser verbinden und mehr Strom aus erneuerbaren Energien ermöglichen. Zusammen mit verschiedenen Windpark-Projekten in Bosnien-Herzegowina unterstützt dies auch ein politisches Ziel: Die Annäherung von EU-Nachbarländern und Beitrittskandidaten sowie die Sicherung einer nachhaltigen Stromversorgung in Europa.
In Vietnam entsteht in der Region Bac Ai das erste Pumpspeicherkraftwerk des Landes. Es ist Teil der Just Energy Transition Partnership mit Vietnam. Dabei geht es nicht nur um den Wechsel zu erneuerbaren Energien, sondern auch darum, Strom zu wirtschaftlich tragfähigen und sozial gerechten Bedingungen bereitzustellen. Die KfW arbeitet hierbei mit weiteren internationalen Gebern zusammen. Im Verbund mit den Entwicklungsbanken Frankreichs und Italiens, AFD und CDP, sowie den Partnern aus Spanien und Polen innerhalb der JEFIC-Partnerschaft nutzt sie gebündelte Erfahrung und internationale Netzwerke. Für die Europäische Union entstehen dadurch zusätzliche Synergien aus der Zusammenarbeit nationaler Finanzierungsinstitute.
Neben Klima und Energie nimmt nachhaltiger Verkehr einen großen Teil des KfW-Engagements im Rahmen von Global Gateway ein. Dazu gehören auch Lösungen für den öffentlichen Personennahverkehr. Asien ist insgesamt der größte Empfänger von KfW-Finanzierungen unter Global Gateway und spielt in diesem Bereich eine besonders wichtige Rolle. Der Ausbau von Metrolinien in indischen Großstädten zeigt, welche Vorteile solche Projekte für mehrere Seiten bringen. Beim Bau einer weiteren 20 Kilometer langen Teilstrecke der Metro Ahmedabad werden jährliche Einsparungen von rund 50.000 Tonnen Kohlendioxid erwartet. Rund 120.000 Pendlerinnen und Pendler sollen täglich schneller und mit weniger Belastung durch Stau und Abgase zu ihrer Arbeit kommen. Gleichzeitig bringen deutsche und europäische Unternehmen technisches Know-how sowie Lieferkomponenten ein und stärken ihre Position auf einem strategisch wichtigen Auslandsmarkt. Ähnliches gilt für den Ausbau der Metro Bangalore. Dort wurde mit europäischer Spitzentechnologie ein weiteres 19 Kilometer langes Teilstück im Verkehrsnetz der Millionenstadt eröffnet. Nach Fertigstellung sollen mehr als 1,3 Millionen Fahrgäste davon profitieren.
Auch im Bildungsbereich wird 2025 ein wichtiger Schritt im Rahmen von Global Gateway erreicht. Gemeinsam mit ihren JEFIC-Partnern und der Europäischen Union unterstützt die KfW hochwertige technische und berufliche Bildung für junge Menschen in Kenia. Zugleich hilft sie der kenianischen Regierung dabei, berufliche Aus- und Weiterbildung stärker an die Anforderungen einer digitalen Arbeitswelt anzupassen. Dafür werden Exzellenz-Zentren ausgestattet. Ergänzend entsteht grundlegende digitale Infrastruktur für mindestens 50 Berufsschulen, einschließlich besserer Konnektivität und digitaler Angebote. In Kenia liegt das Durchschnittsalter bei nur 20 Jahren. Jedes Jahr kommen etwa eine Million junge Menschen neu auf den Arbeitsmarkt. Durch bessere Qualifikationen sollen Zukunftsperspektiven für junge Menschen und für das Land entstehen. In einer immer enger vernetzten Welt ergeben sich daraus auch Chancen für Europa.
In einer Zeit, in der machtpolitisches Denken wieder stärker hervortritt, soll das Engagement von Team Europe zeigen, dass entschlossenes und gut abgestimmtes Handeln auf fairer Grundlage allen Beteiligten und dem Planeten nützen kann. Diese Idee verbindet die KfW seit ihren Anfängen mit der Europäischen Union.
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