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Entwicklungspolitik EU – DE: Weltweiter Bedarf an humanitärer Hilfe laut EU im Allzeithoch – neue Maßnahmen zur Stärkung

Mai 28, 2026 10:05 am Veröffentlicht von

Extra – Maßnahmen zur Stärkung der humanitären Hilfe der EU

In der heute angenommenen gemeinsamen Mitteilung über humanitäre Hilfe wird dargelegt, wie die EU in einem unter starkem Druck stehenden globalen Hilfssystem ein zuverlässiger und prinzipientreuer Geber bleiben wird.

Der humanitäre Bedarf ist mit 239 Millionen Menschen weltweit auf einem Allzeithoch, doch die derzeitigen globalen humanitären Mittel können weniger als die Hälfte der bedürftigen Menschen unterstützen, so dass Millionen ohne lebensrettende Unterstützung auskommen. Die Zahl der Krisen und ihre Dauer nehmen zu, während Finanzierungskürzungen und Unsicherheit die Bereitstellung lebensrettender Hilfe immer schwieriger machen. Die Europäische Kommission und die Hohe Vertreterin reagieren mit konkreten Lösungen, um sicherzustellen, dass prinzipientreue humanitäre Hilfe Menschen in Not auf der ganzen Welt erreicht. Dies stützt sich auf drei Säulen: Schutz, Leistung und Partner.

Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, erklärte: „Als weltweit führender Geber humanitärer Hilfe verteidigt die Europäische Union weiterhin die Würde der Bedürftigen sowie derer, die ihr Leben riskieren, um ihnen zu helfen. Mit diesem Paket stellen wir sicher, dass lebensrettende Hilfe auch in härtesten Umgebungen effizienter geliefert wird. Gleichzeitig bauen wir Resilienz auf, um die Abhängigkeit von Hilfe zu verringern.“

Schützen

Die EU wird konkrete Maßnahmen ergreifen, damit humanitäre Hilfe sicher und ungehindert geleistet werden kann. Dies bedeutet eine Intensivierung der humanitären Diplomatie im Rahmen der gemeinsamen Team-Europa-Bemühungen. Zu diesem Zweck werden alle verfügbaren Instrumente eingesetzt, einschließlich politischer Dialoge und Menschenrechtsdialoge, Interessenvertretung auf internationaler Ebene und Koordinierung im multilateralen Forum sowie Friedensvermittlung und Stabilisierung. Die EU wird auch die Maßnahmen und Finanzmittel für die Sicherheit der humanitären Helfer – von der Verhütung von Sicherheitsvorfällen bis zur Betreuung der Opfer – verstärken. Stimmen betroffener Menschen sind von Bedeutung – die EU wird lokalen Akteuren eine größere Rolle bei der humanitären Hilfe ermöglichen, Gemeinschaften stärken und dafür sorgen, dass unsere Reaktion alle, insbesondere die Schwächsten, einbezieht.

Durchführen

Durch die Reform der humanitären Lieferketten wird die EU die Kosteneffizienz von der Beschaffung bis zur Lieferung auf der letzten Meile maximieren. Die EU wird auch die Finanzierungsmodalitäten ausweiten, die die Effizienz und Vorhersehbarkeit der Hilfe und die Würde der Begünstigten fördern, einschließlich Bargeldhilfe, vorausschauende Maßnahmen, mehrjährige Finanzierung, gebündelte Mittel und Unterstützung für lokale Akteure. Auch kollektive Dienste, die die Bereitstellung humanitärer Hilfe ermöglichen, einschließlich hochwertiger und gemeinsam genutzter Daten über die Bedürfnisse der Menschen, werden weiter unterstützt.

Partner

Die EU wird Resilienz und Frieden unterstützen und dauerhafte Lösungen zur Verringerung der Abhängigkeit von humanitärer Hilfe anbieten. Die EU wird enger mit internationalen Finanzinstitutionen, dem Privatsektor oder Philanthropien zusammenarbeiten, um innovative Wege zur Bereitstellung von Finanzmitteln für fragile Gebiete und Menschen, die diese am dringendsten benötigen, zu finden und ihnen beim Übergang von der Fragilität zur Resilienz zu helfen. Humanitäres Team Europa kann mehr gemeinsam leisten, und es werden auch Möglichkeiten geprüft, Ressourcen wirksamer zu bündeln.

Hintergrund: Das internationale humanitäre System ist mit dem Ausbruch bewaffneter Konflikte, der katastrophalen humanitären Lage in Gaza, der Ukraine oder dem Sudan bis ins Mark erschüttert worden, und schwerwiegende Mittelkürzungen betreffen alle Aspekte der humanitären Arbeit. Die Zahl der Menschen, die gewaltsam vertrieben wurden oder Asyl suchen, hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und erreichte im Jahr 2025 117,3 Millionen. Etwa 20 % aller Kinder weltweit – etwa eine halbe Milliarde – leben in Konfliktgebieten oder fliehen aus diesen. Sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt, einschließlich konfliktbedingter sexueller Gewalt, hat weiter zugenommen und richtet sich vor allem gegen Frauen und Mädchen. Die weltweite Ernährungsunsicherheit und Unterernährung nehmen immer mehr zu, wobei die Zahl der Menschen, die unter akutem Hunger leiden, katastrophale Ausmaße erreicht. Die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten stellen den größten Anteil der weltweiten humanitären Hilfe (35 % im Jahr 2025).

Allein die Europäische Kommission hat in diesem Jahr fast 2 Mrd. EUR für humanitäre Hilfe bereitgestellt. Die EU wird sich weiterhin als bedarfsorientierte, inklusive und diskriminierungsfreie Hilfe erweisen, um Leben zu retten und die Menschenwürde zu wahren. Diese Bemühungen werden von den EU-Bürgern stark und konsequent unterstützt. Im Jahr 2024 hielten 91 % der Teilnehmer an der Eurobarometer-Umfrage der Kommission es für wichtig, dass die EU humanitäre Hilfe finanziert

https://ec.europa.eu/


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Redaktionelles:

In der gelieferten EU-Mitteilung werden keine eigenen Forschungsausgaben der Empfängerländer und keine Frauenquoten in Wirtschaft, Politik oder Forschung ausgewiesen. Dort stehen vor allem humanitärer Bedarf, EU-Hilfen und neue EU-Maßnahmen im Mittelpunkt. Deshalb lassen sich die Fragen nur über internationale Vergleichsdaten beantworten, nicht direkt über „EU-subventionierte Entwicklungsländer“ als eigene Statistikgruppe.

Forschung und Entwicklung in Entwicklungsländern:

Entwicklungsländer investieren sehr unterschiedlich in Forschung und Entwicklung. Als belastbare Vergleichsgröße wird meist der Anteil am Bruttoinlandsprodukt genutzt. Die Weltbank definiert diesen Wert als gesamte inländische Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Unternehmen, Staat, Hochschulen und privaten gemeinnützigen Einrichtungen. Laut OECD stieg der weltweite Anteil der Forschungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt bis 2021 auf 1,93 Prozent, während er in Entwicklungsländern seit 2000 weitgehend stagnierte. Beispiele zeigen die große Spanne: Indien lag nach Weltbankdaten 2020 bei 0,65 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, Indonesien 2020 bei 0,28 Prozent und Iran 2021 bei 0,73 Prozent. China lag 2023 dagegen bei 2,58 Prozent und bewegt sich damit deutlich näher an Industrieländern. Brasilien erreichte 2022 und 2023 jeweils 1,19 Prozent, Südafrika lag 2022 bei rund 0,62 Prozent.

Frauen in der Wirtschaft:

Als Standardkennzahl wird häufig die Erwerbsbeteiligung von Frauen verwendet. Die Weltbank beschreibt sie als Anteil der Frauen ab 15 Jahren, die arbeiten oder aktiv Arbeit suchen. Global liegt die Erwerbsbeteiligung von Frauen nach Weltbankangaben bei rund 53 Prozent, bei Männern bei rund 80 Prozent. In einzelnen Entwicklungsländern fällt sie deutlich niedriger aus: Indien lag 2025 bei 32,4 Prozent weiblicher Erwerbsbeteiligung, während Männer dort bei 77,6 Prozent lagen.

Frauen in der Politik:

Der Frauenanteil in nationalen Parlamenten lag weltweit 2024 bei 27 Prozent. Die Kennzahl bezieht sich auf Sitze in Einzelkammern oder unteren Kammern nationaler Parlamente; obere Kammern werden dabei nicht einbezogen. Die Weltbank weist zugleich darauf hin, dass Frauen in politischen Entscheidungspositionen weiterhin deutlich unterrepräsentiert sind.

Frauen in der Forschung:

UNESCO berichtet für 2022 einen weltweiten Frauenanteil unter Forschenden von 31,1 Prozent. Das bestätigt den älteren UNESCO-Befund, dass weltweit ungefähr nur jede dritte forschende Person eine Frau ist.

Kurz zusammengefasst: Viele ärmere und mittlere Länder investieren deutlich unter ein Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in Forschung und Entwicklung; einige große Schwellenländer liegen höher. Frauen bleiben zugleich in Erwerbsarbeit, Parlamenten und Forschung unterrepräsentiert. Eine präzise Auswertung „aller von der EU subventionierten Entwicklungsländer“ wäre nur mit einer festgelegten Länderliste möglich, weil EU-Förderempfänger keine einheitliche statistische Kategorie in den Weltbank- und UNESCO-Daten bilden.

Quellen:
Europäische Kommission: Mitteilung zur Stärkung der humanitären Hilfe der Europäischen Union, bereitgestellter Ausgangstext.
Weltbank: Research and development expenditure, percentage of gross domestic product.
Weltbank: Labor force participation rate, female, percentage of female population ages 15+.
Weltbank Gender Data Portal: Women in national parliaments.
Organisation for Economic Co-operation and Development: Global Outlook on Financing for Sustainable Development 2025.
Eurostat: Research and development expenditure statistics.
UNESCO: Global data and reports on women in science and researchers.

Von der EU subventionierte Entwicklungsländer

Eine exakte Antwort für „von der EU subventionierte Entwicklungsländer“ ist statistisch schwierig, weil die Europäische Union keine einheitliche öffentliche Ländergruppe „subventionierte Entwicklungsländer“ führt, die direkt mit Militärausgaben, Kriegsstatus und Kriegsdauer verknüpft ist. Belastbar lässt sich deshalb mit internationalen Standardgruppen arbeiten: „Low income“, „Lower middle income“ und „Middle income“ nach Weltbank sowie Konfliktdaten von UCDP und PRIO.

Bei Militärausgaben zeigt die Weltbank für 2024: Niedrigeinkommensländer gaben im Durchschnitt rund 2,1 Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Militär aus, Länder mit niedrigem mittlerem Einkommen rund 1,9 Prozent und mittlere Einkommen rund 1,8 Prozent. Hochverschuldete arme Länder lagen bei rund 1,3 Prozent. Diese Werte erfassen Militärausgaben insgesamt, also nicht nur Waffenkäufe, sondern auch Personal, Betrieb, Ausrüstung und militärische Verwaltung. SIPRI meldete für 2024 weltweit Militärausgaben von 2.718 Milliarden US-Dollar; der globale Anteil am Bruttoinlandsprodukt lag bei 2,5 Prozent. Besonders wichtig: SIPRI spricht von Militärausgaben, nicht ausschließlich von „Waffeninvestitionen“. Waffenimporte sind eine eigene Kategorie und müssen gesondert ausgewertet werden.

Bei Krieg und bewaffneten Konflikten nennt PRIO auf Basis der UCDP-Daten für 2024 insgesamt 61 staatlich beteiligte bewaffnete Konflikte in 36 Ländern. Davon erreichten 11 Konflikte die Schwelle „Krieg“, also mindestens 1.000 kampfbezogene Todesfälle in einem Jahr. Das heißt: Nicht jedes betroffene Land befindet sich automatisch in einem Krieg im engeren Sinn; manche Länder haben mehrere Konflikte gleichzeitig, andere liegen unterhalb der Kriegsschwelle. Die EU-Mitteilung nennt als besonders belastende aktuelle Krisen ausdrücklich Gaza, die Ukraine und den Sudan.

 

Zur Dauer: Viele heutige Kriege und Konflikte dauern nicht nur Monate, sondern Jahre oder Jahrzehnte. Beispiele sind Syrien seit 2011, Jemen seit 2014 beziehungsweise 2015, die Ukraine seit der russischen Vollinvasion 2022, Sudan seit 2023, Myanmar seit der massiven Eskalation nach dem Militärputsch 2021 sowie anhaltende Gewalt in Teilen der Demokratischen Republik Kongo und Somalia über viele Jahre. UCDP und PRIO zeigen zudem, dass Konflikte heute häufig komplexer werden, weil mehrere bewaffnete Gruppen, ausländische Unterstützer, staatliche Akteure und regionale Interessen gleichzeitig beteiligt sind.

Die gemeinsame Studie „Pathways for Peace“ von Weltbank und Vereinten Nationen sieht zentrale Konfliktrisiken vor allem in politischer und wirtschaftlicher Ausgrenzung, ungleichem Zugang zu Macht, Sicherheit, Justiz und natürlichen Ressourcen. UCDP beschreibt bewaffnete Konflikte methodisch als „umstrittene Unvereinbarkeit“ über Regierung oder Territorium, bei der Gewalt zwischen mindestens zwei Parteien eingesetzt wird und mindestens eine Partei ein Staat ist. SIPRI behandelt zusätzlich natürliche Ressourcen, Klimarisiken, geopolitische Interessen, Rüstung, regionale Machtkonflikte und schwache staatliche Strukturen als wichtige Konfliktfaktoren. Eine einfache Ein-Ursachen-Erklärung ist deshalb meist unseriös; belastbare Analysen arbeiten fast immer mit mehreren Ursachenebenen.

Quellen:
Europäische Kommission: Ausgangstext zur neuen Gemeinsamen Mitteilung über humanitäre Hilfe der Europäischen Union.
Weltbank: Military expenditure, percentage of gross domestic product, Datenreihe auf Basis SIPRI, Stand 1960 bis 2024.
Weltbank DataBank: Definition der Kennzahl „Military expenditure, percentage of gross domestic product“.
SIPRI: Trends in World Military Expenditure 2024, Fact Sheet 2025.
SIPRI: Military Expenditure Database, Zeitreihen zu Militärausgaben nach Ländern.
PRIO: Conflict Trends: A Global Overview, 1946–2024, Auswertung auf Basis der UCDP-Daten.
Uppsala Conflict Data Program: Meldung zu 61 aktiven staatlich beteiligten Konflikten und 11 Kriegen im Jahr 2024.
Uppsala Conflict Data Program: Definitionen bewaffneter Konflikte.
Weltbank und Vereinte Nationen: Pathways for Peace, Inclusive Approaches to Preventing Violent Conflict.
UNDP: Pathways for Peace, Hinweis auf Ausgrenzung bei Macht, Ressourcen, Sicherheit und Justiz als zentrale Konfliktrisiken.
SIPRI Yearbook 2025: Armed conflict and conflict management.

 

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