EU Landwirtschaft: Wertschöpfung der Landwirtschaft
Februar 23, 2026 6:10 pmKennzahlen zur Lebensmittelkette
Kennzahlen zur europäischen Lebensmittelkette – Ausgabe 2025 – zeichnet den Weg unserer Lebensmittel vom Hof bis zur Gabel nach. Die Publikation deckt die gesamte Lebensmittelkette ab, einschließlich Produktion, Verarbeitung, Vertrieb, internationaler Handel, Verbrauch und Umweltbelange.
Wertschöpfung durch die Landwirtschaft
Im Jahr 2024 belief sich die Wertschöpfung des Agrarsektors der EU auf 1,2 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), was 0,1 Prozentpunkte höher war als im Jahr 2009. Das Verhältnis der Wertschöpfung der Landwirtschaft zum BIP war in Griechenland (3,2 %), Rumänien (2,5 %) und Spanien (2,3 %) deutlich höher als in anderen EU-Ländern; Bulgarien, Italien und Kroatien verzeichneten mit 1,8 % die nächsthöchsten Quoten.
In 12 EU-Ländern entfielen weniger als 1,0 % des BIP auf die Wertschöpfung des Agrarsektors, wobei die niedrigsten Quoten in Luxemburg und Malta verzeichnet wurden (jeweils 0,2 %). Zwischen 2009 und 2024 stieg das Verhältnis der landwirtschaftlichen Wertschöpfung zum BIP in 15 EU-Ländern. Die größten Zuwächse verzeichneten Griechenland (0,9 Prozentpunkte), Lettland (0,6 Prozentpunkte) und Spanien (0,5 Prozentpunkte).
Am stärksten ging dagegen das relative Gewicht der Landwirtschaft in Rumänien (minus 2,2 Prozentpunkte), Bulgarien (minus 1,4 Prozentpunkte), Malta und Kroatien (jeweils 0,7 Prozentpunkte) zurück.
Die Key Figures on the European food chain – 2025 edition bietet wichtige Daten zur EU und ermöglicht einen Vergleich der Entwicklungen in den EU- und EFTA-Ländern.

Redaktionelles: 2021 bis 2027 sind für Gemeinsame Agrarpolitik insgesamt 386,6 Milliarden Euro vorgesehen
Für den Zeitraum 2021 bis 2027 sind für die Gemeinsame Agrarpolitik insgesamt 386,6 Milliarden Euro vorgesehen; in vielen Darstellungen wird dies auf 387 Milliarden Euro gerundet.
Die Europäische Kommission weist zugleich aus, dass dieser Betrag innerhalb des Mehrjährigen Finanzrahmens 2021 bis 2027 veranschlagt ist, der 1,21 Billionen Euro umfasst, ergänzt durch weitere 808 Milliarden Euro aus dem Aufbauinstrument „Next Generation EU“.
Wenn man nur den Mehrjährigen Finanzrahmen betrachtet, liegt die Agrarpolitik damit grob bei rund einem Drittel; bezieht man die zusätzlichen „Next Generation EU“-Mittel mit ein, fällt der Anteil rechnerisch geringer aus.
Europäische Parlament Ausgaben für 2023:
- 38,16 Milliarden Euro entfielen auf Direktzahlungen,
- 12,95 Milliarden Euro auf ländliche Entwicklung und
- 2,67 Milliarden Euro auf Maßnahmen zur Stabilisierung der Agrarmärkte.
Die Europäische Kommission beziffert ferner den Anteil der Ausgaben der Gemeinsamen Agrarpolitik am Gesamtbudget der Europäischen Union für 2023 mit etwa 24,6 Prozent, das Europäische Parlament spricht für 2023 von „einem Viertel“ der Gesamtausgaben.
Was sagen die Kritiker?
Kritiker setzen bei der Gemeinsamen Agrarpolitik vor allem an einem Spannungsverhältnis an: Die Landwirtschaft trägt nach Eurostat 2024 rund 1,2 Prozent zum Bruttoinlandsprodukt der Europäischen Union bei, während die Gemeinsame Agrarpolitik im Mehrjährigen Finanzrahmen 2021 bis 2027 rund 31 Prozent des Europäischen Union-Haushalts ausmacht. Aus dieser Gegenüberstellung leiten Kritiker den Vorwurf ab, dass ein sehr großer Budgetposten dauerhaft auf einen vergleichsweise kleinen Wirtschaftsanteil entfällt, und dass die politische Prioritätensetzung damit nicht mehr zur gesamtwirtschaftlichen Gewichtsverteilung passe.
Inhaltlich richtet sich die Kritik häufig gegen die Struktur der Förderung: Ein großer Teil der Mittel fließt als flächenbezogene Direktzahlung, was nach Einschätzung vieler Beobachter größere Betriebe systematisch begünstigen könne und öffentliche Gelder nicht ausreichend an konkrete Leistungen wie Biodiversität, Klimaschutz oder Tierwohl binde. Umweltverbände argumentieren zudem, dass ein erheblicher Teil der Zahlungen falsche Anreize setze und intensive Produktionsweisen stabilisiere, statt messbar ökologische Verbesserungen zu erkaufen.
Besonders scharf ist die Kritik dort, wo Ausgaben mit Klimazielen begründet werden: Der Europäische Rechnungshof kommt in einem Sonderbericht zur Gemeinsamen Agrarpolitik und Klima zu dem Ergebnis, dass als „klimarelevant“ ausgewiesene Mittel nur geringe Wirkung auf landwirtschaftliche Treibhausgasemissionen hatten, die seit 2010 nicht deutlich gesunken seien. Ergänzend fordern Organisationen und Fachanalysen, die Förderung stärker an überprüfbare Ergebnisse zu knüpfen und die Zielerreichung transparenter zu messen, statt hauptsächlich Verteilung und Verwaltung zu optimieren.
Quellen:
https://www.wirtschaftsdienst.eu/, https://eeb.org/en/, https://www.eca.europa.eu/de, https://euractiv.de/
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