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Flugreisen: Langfristprognosen zur Nachfrage im Luftverkehr

März 19, 2026 4:34 pm Veröffentlicht von

Wachstumsrate von 3,1 Prozent

Die Internationale Luftverkehrsvereinigung IATA veröffentlicht neue Langfristprognosen zur Nachfrage im Luftverkehr. Demnach steigt die weltweite Passagiernachfrage bis 2050 in allen modellierten Szenarien auf mehr als das Doppelte des heutigen Niveaus. Im mittleren Szenario wächst die Nachfrage von 9 Billionen Erlös-Passagierkilometern im Jahr 2024 auf 20,8 Billionen im Jahr 2050. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 3,1 Prozent. Im stärkeren Szenario liegt die jährliche Wachstumsrate bei 3,3 Prozent und die Nachfrage erreicht 21,9 Billionen Erlös-Passagierkilometer. Im schwächeren Szenario steigt sie mit 2,9 Prozent pro Jahr auf 19,5 Billionen. Grundlage der unterschiedlichen Annahmen sind vor allem verschiedene Entwicklungen bei Wirtschaftswachstum, Bevölkerungszahlen, Kerosinpreisen, globaler Energiewende und verfügbaren Kapazitäten im Luftverkehr. IATA-Generaldirektor Willie Walsh bewertet den Ausblick für den Luftverkehr als positiv. Menschen wollten reisen, und in sämtlichen berechneten Szenarien steige die Flugnachfrage bis zur Mitte des Jahrhunderts auf mehr als das Doppelte. Das sei auch für Wirtschaft und Gesellschaft bedeutsam, weil weiteres Wachstum im Luftverkehr weltweit zusätzliche Chancen und Arbeitsplätze schaffen könne. Der Bericht solle Regierungen, Unternehmen und Energieversorgern eine belastbare Grundlage für langfristige Planungen geben. Zugleich betone er die Bedeutung politischer Rahmenbedingungen, die den Ausbau effizienter Infrastruktur, besseren Marktzugang, regulatorische Angleichung und einen wirksamen Übergang zu sauberer Energie unterstützen.

Regional verläuft das Wachstum laut Bericht unterschiedlich

Im mittleren Szenario zählen Asien-Pazifik und Afrika zwischen 2024 und 2050 mit jährlichen Wachstumsraten von 3,8 beziehungsweise 3,6 Prozent zu den dynamischsten Regionen. Europa und Nordamerika wachsen langsamer und kommen auf 2,5 beziehungsweise 2,8 Prozent. Zu den am schnellsten wachsenden Märkten gehören Verbindungen innerhalb Afrikas, zwischen Afrika und Asien-Pazifik, zwischen Asien-Pazifik und dem Nahen Osten, innerhalb Asien-Pazifiks sowie zwischen Afrika und Nordamerika. Damit verweist die IATA auf die Bedeutung von Investitionen in Luftverkehrsinfrastruktur und regulatorische Rahmenbedingungen, besonders in Entwicklungsregionen. Mehrere europäisch geprägte Märkte gehören dagegen zu den am langsamsten wachsenden. Der Bericht hebt außerdem zwei langfristige Entwicklungen hervor. Erstens habe die Corona-Pandemie eine dauerhafte strukturelle Veränderung der weltweiten Luftverkehrsnachfrage ausgelöst. Anders als frühere Krisen habe der massive Einbruch der Erlös-Passagierkilometer eine anhaltende Lücke hinterlassen, die bis 2050 selbst im Wachstumsfall nicht mehr auf den früheren, am Bruttoinlandsprodukt orientierten Trend zurückführt. Zweitens bleibe die langfristige Nachfrage zwar stark, doch das Wachstum verlangsame sich schrittweise. Historisch sank die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 6,1 Prozent zwischen 1972 und 1998 auf 4,5 Prozent zwischen 1998 und 2024. Für den Zeitraum 2024 bis 2050 rechnet das zentrale Szenario mit 3,1 Prozent pro Jahr. Diese Entwicklung deutet laut Bericht auf zunehmende Marktreife hin und nicht auf nachlassende Nachfrage, weil die absolute Zahl der Passagiere weiter deutlich zunimmt.

Für die Berechnungen nutzt die IATA ein eigenes Modell, das auf einem umfassenden globalen ökonometrischen Ansatz basiert. Verwendet werden Daten internationaler Institutionen sowie die hauseigene Nachfragedatenbank der IATA. Die Datengrundlage umfasst mehr als eine halbe Million Beobachtungen zu rund 41.000 gerichteten Länderpaaren über den Zeitraum von 2011 bis 2024. In das Modell fließen unter anderem Bevölkerung, Beschäftigung, Flugfrequenzen und Flugzeuggrößen auf Länderebene ein. Als wichtigster Nachfragefaktor gilt das reale Bruttoinlandsprodukt pro Kopf, bereinigt um Kaufkraftparität. Langfristige länderspezifische Wirtschaftsprojektionen stammen aus öffentlich verfügbaren Langfristszenarien der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zusätzlich berücksichtigt das Modell, wie sich die globale Energiewende langfristig auf die Nachfrage auswirken kann. Laut IATA liegt die durchschnittliche Prognosegenauigkeit des Modells auf Branchenebene bei 98 Prozent.

Die IATA vertritt nach eigenen Angaben mehr als 360 Fluggesellschaften, auf die rund 85 Prozent des weltweiten Luftverkehrs entfallen.

iata.org

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