Forschungsnetzwerk: Neue Max Planck School of Biomedical Artificial Intelligence
März 18, 2026 6:28 pmVierte Max Planck School mit thematischem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz
- Die neue School soll moderne Methoden der Künstlichen Intelligenz für die biowissenschaftliche Grundlagenforschung entwickeln. Das Konzept entstand unter koordinierender Leitung von Karsten Borgwardt, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie.
- Mit der Max Planck School of Biomedical Artificial Intelligence entsteht ein neues Graduiertenprogramm. Zugleich wurde ein nationales Netzwerk aufgebaut, in dem exzellente und international sichtbare Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Fellows mitwirken.
Am 9. Februar 2026 traf der erweiterte Lenkungsausschuss der Max Planck Schools die endgültige Entscheidung über die eingereichten Konzepte für die vierte Max Planck School mit thematischem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz. Auf die Ausschreibung im Jahr 2025 gingen drei Kurzanträge ein. Nach einer Auswahlsitzung im Herbst 2025 wurden zwei Konsortien aufgefordert, Vollanträge einzureichen. Nach ausführlicher Beratung fiel die Wahl auf die Max Planck School of Biomedical Artificial Intelligence. Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, erklärte, er begrüße die Gründung einer vierten Max Planck School sehr, weil damit ein weiteres deutschlandweites Graduiertenprogramm unter Beteiligung exzellenter Forschender aufgebaut werde. Der gewählte Schwerpunkt richte den Blick auf die Verbindung von Biomedizin und Künstlicher Intelligenz. Zudem handele es sich um die erste Initiative, die Universitäten und außeruniversitäre Institute in ganz Deutschland systematisch in einem Graduiertenprogramm zum Thema Künstliche Intelligenz zusammenführe. Darin liege großes Potenzial, Ursachen von Gesundheit und Krankheit besser zu verstehen und Innovationen für Diagnostik und Therapie hervorzubringen.
Auswahlgremium und Gründe für die Entscheidung
An der ersten und zweiten Auswahlsitzung nahmen die regulären Mitglieder des organisationsübergreifenden Lenkungsausschusses der Max Planck Schools sowie eine externe Gutachterin und zwei externe Gutachter teil. Beteiligt waren David Barber, Professor für Maschinelles Lernen am University College London und am Alan Turing Institute, Michael Bronstein, DeepMind-Professor für Künstliche Intelligenz an der University of Oxford und Wissenschaftlicher Direktor des AITHYRA-Instituts in Wien, sowie Concha Bielza, Professorin an der Universidad Politécnica de Madrid und Co-Leiterin der Computational Intelligence Group.
Das Gremium sprach sich klar für die Max Planck School of Biomedical Artificial Intelligence aus. Walter Rosenthal, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, erläuterte, das eingereichte Konzept habe durch seinen klaren wissenschaftlichen Fokus und die überzeugend strukturierte Qualifizierung von Promovierenden überzeugt. Zukunftsweisende Forschungsfragen könnten hier interdisziplinär, einrichtungsübergreifend und international vernetzt auf hohem Niveau bearbeitet werden. Zudem habe das Konsortium bereits eine beeindruckende Gruppe exzellenter und international sichtbarer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Fellows gewonnen. Auch die bereits bestehenden Max Planck Schools würden von dem Schwerpunkt Künstliche Intelligenz profitieren. Zusätzlich überzeugte das Konzept durch operativ glaubwürdige und tragfähige Planungen bei Infrastruktur, Rechenressourcen, Betreuungsmodell und Curriculum. Das Qualifizierungsprogramm sei klar ausgearbeitet. Insgesamt stelle der Antrag nicht nur das Forschungsnetzwerk, sondern ebenso den Qualifizierungsgedanken überzeugend in den Mittelpunkt. Das auf klinische Anwendungen ausgerichtete translationale Potenzial gebe dem zugrunde liegenden Konzept darüber hinaus langfristige strategische Bedeutung für Forschung und Gesellschaft.
Nächste Schritte
Nach der Auswahl beginnen nun die weiteren Schritte zum Aufbau der School. Dazu zählen die Einrichtung der Geschäftsstelle, der Abschluss von Kooperationsvereinbarungen mit den beteiligten Partnereinrichtungen und die Vorbereitung der Bewerbungsphase. Nach dem Plan soll die vierte Max Planck School bereits zum 1. September eine erste Ausschreibungsrunde für Promotionsstellen starten, analog zu den drei bestehenden Schools Cognition, Matter to Life und Photonics. Finanziert wird die neue School im Rahmen der Fördervereinbarung zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und der Dieter Schwarz Stiftung sowie durch Eigenbeiträge der beteiligten Institutionen.
Beteiligte Institutionen
Beteiligt sind das Max-Planck-Institut für molekulare Genetik in Berlin, die Technische Universität Berlin, das Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre in Bochum, die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, das Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns in Köln, die Technische Universität Darmstadt, das Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden, das Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt, das Leibniz-Institut für Virologie in Hamburg, das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg, das Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen, das Max-Planck-Institut für Software Systeme in Kaiserslautern und Saarbrücken,
das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig, die Universität Leipzig, das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme in Magdeburg, das Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz, das Max-Planck-Institut für Biochemie in Martinsried, die Ludwig-Maximilians-Universität München, das Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München, die Technische Universität München, das Helmholtz Zentrum München in Neuherberg bei München, das Max-Planck-Institut für Informatik in Saarbrücken, die Eberhard-Karls-Universität Tübingen sowie das Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen.
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