Gemeinden: Städte und urbane Räume schneiden bei der Daseinsvorsorge in Deutschland besonders gut ab
Juni 5, 2026 11:36 amGute Grundversorgung
Viele Gemeinden in Deutschland verfügen über eine gute Grundversorgung. Dazu zählen etwa Gesundheit, Bildung, Mobilität, Freizeitangebote und digitale Infrastruktur. Das Institut der deutschen Wirtschaft untersucht erstmals systematisch, wie gut die sogenannte Daseinsvorsorge in knapp 11.000 Gemeinden funktioniert. Dafür wertet es 17 Indikatoren aus und prüft, wie gut wichtige Einrichtungen und Dienstleistungen für die Menschen vor Ort erreichbar sind. Besonders gut fällt die Versorgung in Städten und urbanen Räumen aus. Unter den bestbewerteten Gemeinden befinden sich mehrere Großstädte wie Frankfurt am Main, Berlin, Bonn, Stuttgart und Hannover. Auch Orte im Umland großer Städte erreichen sehr gute Werte, darunter Haar bei München, Offenbach, Eschborn und Böblingen. Daneben schneiden auch einige Gemeinden außerhalb der Metropolen auffällig gut ab, etwa Memmingen im Allgäu und Friedrichroda im Thüringer Wald.
Bei den Flächenbundesländern liegt der Westen vorn
In Nordrhein-Westfalen erreichen 86 Prozent der Gemeinden eine gute oder sehr gute Vorsorgekategorie. Schwächer ist die Versorgung dagegen vor allem in stärker ländlich geprägten Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz und Brandenburg. Ein klares Ost-West-Gefälle zeigt sich bei Städten jedoch nicht. Im Osten sind 30 Prozent der Städte sehr gut versorgt, im Westen trifft das auf knapp 20 Prozent zu. Neben der objektiven Auswertung fragt das Institut der deutschen Wirtschaft auch die Bürger nach ihrer persönlichen Einschätzung. Mehr als die Hälfte der Bundesbürger bewertet die Versorgung vor Ort positiv, während nur etwa jeder Vierte unzufrieden ist. Unterschiede zeigen sich zwischen Stadt und Land: In städtischen Räumen sind gut 55 Prozent zufrieden, in ländlichen Gebieten gut 45 Prozent.
Besonders groß sind die Unterschiede bei digitaler Versorgung und Mobilität. In diesen Bereichen liegen Stadt und Land 16 bis 17 Prozentpunkte auseinander. Bei Bildung fällt das Bild anders aus: Hier sind Menschen auf dem Land zufriedener als Stadtbewohner. In Städten wird dieser Bereich am schlechtesten bewertet. Als mögliche Belastungen nennt der Artikel Qualitätsprobleme und Engpässe, etwa bei Betreuungsplätzen in Kindertagesstätten. Bei einzelnen Angeboten zeigen sich Stadt- und Landbewohner besonders zufrieden mit der Erreichbarkeit von Apotheken und der Anbindung an Autobahnen. Am schlechtesten bewerten Landbewohner den öffentlichen Nahverkehr. Nur gut jeder Vierte ist damit im eigenen Wohnumfeld zufrieden.
Deutliche Unterschiede ergeben sich auch nach Parteipräferenzen. Besonders viele negative Bewertungen kommen von Anhängern der Alternative für Deutschland. 39 Prozent von ihnen halten die Daseinsvorsorge am Wohnort nicht für zuverlässig, während nur 26 Prozent sie als gut funktionierend bewerten. Damit sind sie die einzige Wählergruppe, bei der negative Einschätzungen überwiegen. Auch Anhänger der Linkspartei bewerten die eigene Versorgung vergleichsweise kritisch. Unter Unterstützern der Parteien der politischen Mitte liegt der Anteil derjenigen, die die Daseinsvorsorge im Wohnumfeld als zuverlässig einschätzen, zwischen 48 und 51 Prozent.
Bild: internet-weekly.de, KI-generiert
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Stichwörter: Gemeinden, nachrichten
Kategorie: Politik, Ratgeber, Verwaltung