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Maritime Technologien: DLR-Forschungsschiff, das maritime Technologien künftig direkt auf See testen soll

Mai 22, 2026 6:59 pm Veröffentlicht von

DLR-Forschungsschiff, das maritime Technologien künftig direkt auf See testen soll

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat am 20. Mai 2026 auf der FSG Shipyard in Flensburg die Kiellegung seiner seegängigen Technologieplattform MODULARIS gefeiert. Mit diesem Schritt beginnt offiziell die Montage des Schiffs, das künftig als schwimmendes Labor für innovative maritime Technologien eingesetzt wird. Der Name MODULARIS setzt sich aus „modular“ und dem lateinischen Begriff „maris“ für „des Meeres“ zusammen. Er steht für den geplanten flexiblen Einsatz der Plattform, auf der neue Technologien unter realen Bedingungen auf See getestet werden sollen. Im Mittelpunkt stehen klimaverträgliche Antriebe, autonome Systeme sowie Anwendungen für Sicherheit und Verteidigung. Der Bund stellt für das Projekt insgesamt 36 Millionen Euro bereit. Nach Angaben des DLR soll MODULARIS eine besondere Grundlage für die maritime Transformation schaffen. Neue Energie-, Navigations- und Kommunikationssysteme sollen an Bord schneller integriert, erprobt und bis zur Zertifizierungsreife weiterentwickelt werden können. Damit will das DLR Innovation, Sicherheit, Resilienz und technologische Souveränität in Deutschland und Europa stärken. Zugleich richtet sich das Projekt an Partner aus Behörden, Industrie und Wirtschaft, darunter kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups, die neue maritime Technologien gemeinsam mit dem DLR an Bord testen können.

Das Schiff wird 48 Meter lang und 11,5 Meter breit sein. Es bietet Platz für bis zu 20 Personen. Vorgesehen sind Erprobungsfahrten vor allem in Nord- und Ostsee sowie im Mittelmeer. Einsätze können bis zu sieben Tage dauern. MODULARIS erhält redundante Sicherheits- und Steuerungssysteme. Dadurch können neuartige Energie-, Navigations- und Kommunikationssysteme getestet werden, die noch nicht zertifiziert sind. Das soll Entwicklungs- und Zertifizierungsprozesse beschleunigen. Ein digitaler Zwilling des Schiffs ergänzt die praktische Arbeit. Dieses virtuelle Modell ermöglicht Simulationen und Analysen, mit denen Tests vorbereitet und ausgewertet werden können. An Bord wollen Forschende des DLR unter anderem Brennstoffzellen-, Batterie-, Sensorik- und Automatisierungssysteme erproben. Auch verschiedene Treibstoffe wie Methanol, Ammoniak oder Wasserstoff sollen getestet werden. Dafür erhält das Schiff einen experimentellen Maschinenraum. Zusätzlich kann MODULARIS unbemannte Systeme wie Drohnen einsetzen.

Mit der seegängigen Technologieplattform und der ergänzenden Infrastruktur in Kiel entsteht ein Standort zur Entwicklung und Erprobung maritimer Zukunftstechnologien. Damit soll Schleswig-Holstein als Innovationsstandort in diesem Bereich gestärkt werden. Das DLR baut in Kiel zudem seine Betriebsstätte aus. Auf dem MaK-Campus entstehen neue Büro-, Forschungs- und Laborflächen mit direktem Zugang zum Wasser. Zur Kiellegung gehörte auch die traditionelle Münzzeremonie in der Werfthalle. Vor Gästen aus Politik, Wissenschaft und Industrie legten Vertreterinnen und Vertreter des DLR-Vorstands und der Werft eine Glücksmünze unter das erste vorgefertigte Stahlmodul des Schiffs. Anschließend wurde das Modul millimetergenau an seine vorgesehene Bauposition gesetzt.

Federführend gebaut wird die maritime Technologieplattform von der Lloyd Werft Bremerhaven. Den Rohbau vergab sie als Unterauftrag an die FSG Shipyard in Flensburg. Beide Werften gehören zur Heinrich Rönner Gruppe. Im Herbst soll das Schiff nach Bremerhaven überführt werden. Nach seiner Fertigstellung im Jahr 2027 wird MODULARIS seinen Heimathafen in Kiel haben.

https://www.dlr.de

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