Nachhaltiger Kraftstoff: Rolls-Royce Power Systems – Hydriertes Pflanzenöl

April 17, 2026 8:04 pm Veröffentlicht von

Rolls-Royce Power Systems – Hydriertes Pflanzenöl

Rolls-Royce Power Systems senkt Emissionen bei Triebwerkstests, indem das Unternehmen in Deutschland an wichtigen mtu-Prüfständen statt fossilem Diesel hydriertes Pflanzenöl einsetzt. Bis Ende 2025 spart Rolls-Royce nach eigenen Angaben rund 3.200 Tonnen Kohlendioxid ein. Gleichzeitig sinken auch Rußpartikel und Stickoxide deutlich. Die nachhaltige Kraftstoffumstellung betrifft Prüfstände in Friedrichshafen, Augsburg und Ruhstorf.

Der Umstieg beginnt mit ersten Testläufen im September 2024. Im Verlauf des folgenden Jahres werden weitere Anlagen auf den erneuerbaren Kraftstoff umgestellt. Schließlich laufen die zentralen Dieselantriebe der mtu-Baureihe 4000 für Schiffe, Züge und Energiesysteme in Deutschland vollständig mit hydriertem Pflanzenöl. In Friedrichshafen reduziert sich der Kohlendioxidausstoß der Prüfstände im Jahr 2025 gegenüber fossilem Diesel um rund 25 Prozent. Für 2026 rechnet Rolls-Royce mit noch größeren Einsparungen, weil die Prüfstände dann das gesamte Jahr mit nachhaltigem Kraftstoff betrieben werden.

Nicholas Templin, Executive Vice President of Production, Logistics and Quality Management bei Rolls-Royce Power Systems, bezeichnet die Dekarbonisierung der eigenen Abläufe als klare Priorität des Unternehmens. Zugleich verweist er darauf, dass Rolls-Royce mit seinen Lösungen auch die Nachhaltigkeitsziele der Kunden unterstützt. Der Wechsel zu hydriertem Pflanzenöl sei ein wichtiger Schritt für eine noch nachhaltigere Fertigung. Die bisherigen Erfahrungen bewertet das Unternehmen positiv. Der Einsatz des Kraftstoffs mache die Produktion nachhaltiger und bewähre sich im praktischen Betrieb.

Im Jahr 2025 liegt der durchschnittliche Preisunterschied zwischen hydriertem Pflanzenöl und Dieselkraftstoff der Sorte B7 bei rund zehn Cent pro Liter.

Seit 2021 testet und genehmigt Rolls-Royce die wichtigsten mtu-Motorenbaureihen für hydriertes Pflanzenöl und weitere nachhaltige Kraftstoffe nach DIN EN 15940. Ein wesentlicher Vorteil besteht darin, dass der Kraftstoff fossilen Diesel ersetzen kann, ohne dass technische Änderungen an den Motoren erforderlich sind.

Umweltvorteile

Neben der Verringerung des Kohlendioxidausstoßes nennt Rolls-Royce weitere Umweltvorteile. Der Kraftstoff verbrennt sauberer und senkt den Ausstoß von Partikeln um 40 Prozent oder mehr. Die Emissionen von Stickoxiden gehen um bis zu acht Prozent zurück. Je nach Herstellungsverfahren und eingesetzten Rohstoffen können die Kohlendioxidemissionen über den gesamten Lebenszyklus im Vergleich zu fossilem Diesel um bis zu 90 Prozent sinken. Da hydriertes Pflanzenöl aus nachwachsenden Rohstoffen und teilweise aus Abfällen hergestellt wird, fallen über Produktion, Transport und Nutzung hinweg nicht mehr Treibhausgase an als zuvor beim Wachstum der Biomasse gebunden wurden.

Nach Angaben des Unternehmens nutzen bereits zahlreiche Kunden weltweit hydriertes Pflanzenöl in mtu-Motoren, darunter Anwendungen in Zügen, Schiffen, Bergbaumaschinen, Rechenzentren und Energiesystemen. Die Deutsche Bahn setzt den nachhaltigen Kraftstoff seit 2022 in Fahrzeugen ein und verringert damit ihren Kohlendioxidausstoß. Auch Rechenzentren wie das Eco Datacenter in Schweden betreiben ihre Notstromaggregate mit hydriertem Pflanzenöl. Der Bergbaukonzern Rio Tinto nutzt den Kraftstoff inzwischen für Muldenkipper in großen Minen in Kalifornien und Australien.

Rolls-Royce begleitet Kunden beim Umstieg auf hydriertes Pflanzenöl von der Auswahl geeigneter Produkte bis zur Beratung zu technischen und regulatorischen Rahmenbedingungen.

rolls-royce.com

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