Nordsee-Gipfel: bis 2030 9,5 Milliarden Euro Investitionen in neue Kapazitäten & 91.000 neue Jobs
Januar 26, 2026 9:14 pmMehr grenzüberschreitender Ausbau von Windenergie auf See und Stärkung der Offshore-Branche: Deutschland lädt zum internationalen Nordsee-Gipfel 2026
Die Staats- und Regierungschefinnen und -chefs sowie Energieministerinnen und -minister der Nordsee-Staaten kommen am Montag, 26. Januar 2026, in Hamburg zum Nordsee-Gipfel zusammen, um über den Ausbau von Windenergie auf See in der Nordsee und die Stärkung der Offshore-Branche zu beraten.
Auf Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche nehmen neben Deutschland neun europäische Staaten am Nordsee-Gipfel teil: Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Island, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und das Vereinigte Königreich. Auch die Europäische Kommission, die NATO und mehr als 140 Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen sind der Einladung gefolgt.
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Katherina Reiche: “Die Nordsee ist heute mehr denn je ein strategischer Schlüsselraum Europas. Gemeinsam stärken wir in der Nordsee unsere wirtschaftlichen, sicherheits- und energiepolitischen Interessen. Mit dem konsequenten Ausbau und der intelligenten Vernetzung von Offshore-Energie schaffen wir bezahlbare, saubere und sichere Energie, reduzieren strategische Abhängigkeiten und erhöhen die Resilienz Europas insgesamt. Der heute unterzeichnete Investitionspakt stabilisiert die Rahmenbedingungen und sichert lokale Wertschöpfung und hochwertige Industriearbeitsplätze.” Der 3. Nordsee-Gipfel baut auf den vorausgegangenen Gipfeltreffen 2022 in Dänemark und 2023 in Belgien auf, bei welchen sich die Teilnehmerstaaten als Reaktion auf den illegalen russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die dadurch ausgelöste Energiekrise auf einen ambitionierten Ausbau von Windenergie auf See im Nordseeraum verständigt haben.
100 GW grenzüberschreitende Erzeugungsleistung
Die teilnehmenden Staaten haben konkrete Maßnahmen verabschiedet. Ein besonderer Fokus lag dabei auf der Stärkung der regionalen Koordination und Finanzierung des Ausbaus von Offshore-Windparks und der dazugehörigen Stromnetze. So können etwa durch den vermehrten Bau sogenannter Kooperationsprojekte bestehende Flächen effizienter genutzt, Kosten reduziert und die Resilienz des Energiesystems verbessert werden. Kooperationsprojekte sind Offshore-Windparks mit Stromanbindung an mehr als ein Land sowie aus der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) anderer Länder angebundene Offshore-Windparks. Konkret haben sich die Nordsee-Staaten darauf geeinigt, bis zu 100 GW Erzeugungsleistung grenzüberschreitend zu vernetzen. In einem gemeinsamen Investitionspakt zwischen Nordsee-Staaten, Offshore-Windindustrie und Übertragungsnetzbetreibern haben sich alle Beteiligten auf Maßnahmen verständigt, um die gemeinsame Vision des Nordseeraums als weltweit größten Hub für saubere Energie zu realisieren. Unter anderem streben die Nordsee-Staaten die Sicherstellung einer stabilen Pipeline von Offshore-Wind-Ausschreibungen über das Jahr 2030 hinaus an und geben der Windenergie- und Netzindustrie damit Planungs- und Investitionssicherheit. Basierend darauf verpflichtet sich die Branche dazu, die Stromgestehungskosten bis 2040 um 30 Prozent zu reduzieren, in Europa bis 2030 9,5 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten zu investieren und 91.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen.
Beschlüsse des Nordsee-Gipfels werden in folgenden gemeinsamen Erklärungen festgehalten:
- Hamburg-Erklärung der Staats- und Regierungschefinnen und -chefs
- Hamburg-Erklärung der Energieministerinnen und -minister
- Gemeinsamer Offshore-Wind-Investitionspakt für den Nordseeraum zwischen Nordsee-Staaten, Offshore-Windindustrie und Übertragungsnetzbetreiber
Zudem unterzeichnet Bundesenergieministerin Katherina Reiche folgende zwischenstaatliche Abkommen zu grenzüberschreitenden Kooperationsprojekten:
- Joint Declaration of Intent on the Development of Cooperation Projects for an Interconnected Offshore Renewable Energy Grid in the North Seas
- Joint Declaration of Intent on Cooperation on North Sea Renewable Energy Infrastructure
- Joint Declaration of Intent on a Strategic Partnership on Energy Including Offshore Renewable Energy Cooperation Projects in the Baltic and North Seas
Deutschland hat sich dazu bereit erklärt, 2026 die Co-Präsidentschaft der Nordsee-Energiekooperation (NSEC) zu übernehmen und wird in dieser Rolle die Umsetzung der Beschlüsse des Gipfels konsequent vorantreiben.
Nordsee-Gipfel 2026 in Hamburg: Zusammenarbeit für Offshore-Windenergie ausbauen
Am 26. Januar 2026 findet in Hamburg der Nordsee-Gipfel 2026 statt. Eingeladen haben Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche. Neben Deutschland nehmen Belgien, Dänemark, Frankreich, Irland, Island, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen und das Vereinigte Königreich teil. Zudem sind die Europäische Kommission, die NATO sowie mehr als 140 Vertreterinnen und Vertreter aus Unternehmen, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen eingebunden.
Der Gipfel knüpft an das erste Treffen 2022 im dänischen Esbjerg und an den zweiten Gipfel 2023 im belgischen Ostende an. Seit Beginn steht das Ziel im Mittelpunkt, den Ausbau der Windenergie auf See gemeinsam voranzubringen und damit die Abhängigkeit von fossilen Importen aus Russland vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine zu verringern. Beim Treffen 2023 formulierten die beteiligten Staaten die Vision, die Nordsee als „grünes Kraftwerk für Europa“ zu entwickeln und bis 2050 insgesamt bis zu 300 Gigawatt Offshore-Windleistung in der Nordsee zu installieren.
Für den Nordsee-Gipfel 2026 werden drei Themen besonders hervorgehoben: bessere Investitionsbedingungen für Offshore-Wind, die grenzüberschreitende Planung und Finanzierung von Windparks und Stromnetzen sowie der Schutz kritischer Infrastruktur. Die teilnehmenden Staaten haben konkrete Maßnahmen beschlossen und dabei vor allem die regionale Koordination und die Finanzierung des Ausbaus von Offshore-Windparks und Netzanbindungen betont. Ein zentraler Ansatz sind sogenannte Kooperationsprojekte, also Windparks, deren Stromanbindung mehr als ein Land umfasst, sowie Projekte, die über Ausschließliche Wirtschaftszonen anderer Staaten angebunden werden. Dadurch sollen Flächen effizienter genutzt, Kosten gesenkt und die Widerstandsfähigkeit des Energiesystems erhöht werden. Konkret vereinbarten die Nordsee-Staaten, bis zu 100 Gigawatt Erzeugungsleistung grenzüberschreitend zu vernetzen.
Ergänzend wurde ein gemeinsamer Investitionspakt zwischen den Nordsee-Staaten, der Offshore-Windindustrie und den Übertragungsnetzbetreibern vorgestellt. Er soll die Nordsee als großen Knotenpunkt für saubere Energie weiterentwickeln. Dazu gehört das Ziel, auch über 2030 hinaus eine verlässliche Pipeline von Offshore-Wind-Ausschreibungen sicherzustellen, um Planung und Investitionen zu erleichtern. Auf dieser Grundlage sagt die Branche zu, die Stromgestehungskosten bis 2040 um 30 Prozent zu senken, bis 2030 in Europa 9,5 Milliarden Euro in neue Produktionskapazitäten zu investieren und 91.000 zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Die Ergebnisse des Gipfels liegen als Gipfelerklärungen, Abkommen zu Kooperationsprojekten und als Vereinbarung mit der Industrie vor.
https://www.bundeswirtschaftsministerium.de/
Weitere Beiträge
Mehr aus dieser Kategorie
- Energiewende, Netzausbau: Bundesverband Erneuerbare Energie – Zubaublockade mit Risiko von Energieknappheit und steigenden Preisen
- Windkraft Ausbau: Windkraft-Rekord in China – Energieerzeugung weiterhin stark von Kohle geprägt
- Windenergie Ausbau: Welche Regelung Transporte künftig weniger blockieren
- Erneuerbare Energien: In EU fast jeder zweite Stromanteil aus erneuerbaren Quellen, aber Unterschiede zwischen Ländern massiv
Stichwörter: nachrichten, Nordsee-Gipfel
Kategorie: Ern. Energie