Öffentlicher Haushalt: Staatsschulden wachsen 2025 um 144 Milliarden Euro auf 2,8 Bill. €
April 3, 2026 8:52 pmSchuldenquote steigt von 62,2 auf 63,5 Prozent
Die deutschen Staatsschulden sind im Jahr 2025 um 144 Milliarden Euro auf 2,84 Billionen Euro gestiegen. Die Schulden des Bundes einschließlich seiner Extrahaushalte wuchsen dabei um 107 Milliarden Euro. Bei Bundesländern und Gemeinden stand ein Plus von 19 Milliarden Euro beziehungsweise 25 Milliarden Euro zu Buche. Die Schulden der Sozialversicherungen haben sich von 3 Milliarden Euro auf 7 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Diese Schulden sind zum weit überwiegenden Teil innerstaatliche Kreditaufnahmen beim Bund und werden daher nicht in die Gesamtzahl der staatlichen Schulden eingerechnet.
Die Schuldenquote, das heißt der Schuldenstand im Verhältnis zum nominalen Bruttoinlandsprodukt (BIP), stieg um 1,3 Prozentpunkte auf 63,5 Prozent. Der Anstieg des nominalen BIP senkte für sich genommen die Schuldenquote um 2,0 Prozentpunkte. Demgegenüber erhöhte der Schuldenzuwachs die Schuldenquote um rechnerisch 3,3 Prozentpunkte.
Der Schuldenanstieg um 144 Milliarden Euro lag höher als das vom Statistischen Bundesamt veröffentlichte gesamtstaatliche Maastricht-Defizit (119 Milliarden Euro). Ausschlaggebend dafür ist, dass mit einem Teil der Schulden Finanzvermögen aufgebaut wurde. Dies schlägt dann nicht als Defizit zu Buche.
EU-Mitgliedstaaten verschulden sich nicht nur national, sondern auch gemeinschaftlich auf der europäischen Ebene
Letztlich werden diese gemeinschaftlichen Schulden im Wesentlichen über den EU-Haushalt bedient. Entsprechend ihren Finanzierungsanteilen am EU-Haushalt sind die Mitgliedstaaten daran beteiligt. Der deutsche Beitrag liegt derzeit bei etwa einem Viertel. Die Bundesbank schätzt, dass Deutschland von den EU-Schulden ein Anteil von etwa 118 Milliarden Euro oder 2,6 Prozent des deutschen BIP zugerechnet werden kann.
Hintergrund
EU-Mitgliedstaaten melden jeweils Ende März und Ende September Daten zum staatlichen Finanzierungssaldo und zur Verschuldung an die Europäische Kommission – die sogenannte Maastricht-Meldung. Die Bundesbank berechnet den EU-weit harmonisierten Maastricht-Schuldenstand. Dieser basiert größtenteils auf den „Schulden des Öffentlichen Gesamthaushalts“, die nach nationalem finanzstatistischem Konzept erhoben werden. Diesbezügliche Ergebnisse veröffentlicht das Statistische Bundesamt am 09. April 2026. Der Maastricht-Schuldenstand ist methodisch weiter abgegrenzt, um europäisch vergleichbar zu sein. Daher fällt er in der Regel deutlich höher aus als der finanzstatistische Schuldenstand.
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Kategorie: Finanzen, Politik, Wirtschaft