Pflegereform: Präventionsrhetorik ersetzt keine Pflegeplätze
Juni 4, 2026 5:08 pmPflegereform: Präventionsrhetorik ersetzt keine Pflegeplätze
(Berlin) – Der Arbeitgeberverband Pflege (AGVP) kritisiert die Schwerpunktsetzung von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken in der Pflegereform. Prävention und Angehörigenunterstützung seien sinnvoll, lösten aber nicht das akute Versorgungsproblem. Entscheidend sei, ob die Reform Pflegeplätze schafft.
Dazu erklärt AGVP-Präsident Thomas Greiner: „Frau Warken spricht über Angehörigenunterstützung und Pflege-Prävention von morgen, Pflegebedürftige finden aber heute keinen Platz im Heim. Prävention ist sinnvoll und Angehörige verdienen Entlastung – Pflegeplätze werden damit nicht geschaffen. Wenn zum Beispiel Menschen in Rostock anderthalb Jahre auf einen Pflegeplatz warten,[1] wird die Schieflage offensichtlich: Wolkige Präventionsrhetorik in Berlin, düstere Pflegeaussichten im Land.
Schluss mit den Illusionen, Pflegebedürftige brauchen Pflegeangebote – und zwar mit dem vorhandenen Geld. Pflegeunternehmen brauchen keine politischen Luftbuchungen, sondern mehr Freiraum und weniger regulatorische Übergriffe, damit vorhandene Kapazitäten genutzt und neue Pflegeangebote geschaffen werden können. Die Pflegereform darf kein wirklichkeitsfremder Wunschzettel werden. Pflegebedürftige müssen ins Zentrum der Reform. Versorgung zuerst – daran muss sich Frau Warken messen lassen.“
https://arbeitgeberverband-pflege.de/
Bild: internet-weekly.de, KI-generiert
Weitere Beiträge
Mehr aus dieser Kategorie
- Patientensicherheit: Überarbeitung der Medizinprodukte-Verordnung: Angriff auf die Patientensicherheit
- Gesundheitsreform: keine klaren Weichen für eine wirtschaftliche Erneuerung Deutschlands
- Gesundheitsreform: Hebel der Digitalisierung
- Gesundheitskosten: Notfallreform offenbart versteckte Milliardenkosten in Nina Warkens Sparpaket
Stichwörter: nachrichten, Pflegereform