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Privatvermieter: Mietwohnungen in Deutschland befinden sich im Besitz privater Kleinvermieter

Juni 20, 2026 8:03 am Veröffentlicht von

Die meisten Mietwohnungen in Deutschland befinden sich im Besitz privater Kleinvermieter

Für viele Eigentümer sind die Mieteinnahmen dabei keine Haupteinnahme, sondern nur ein zusätzlicher Bestandteil ihres Einkommens.

Ein typischer privater Vermieter in Deutschland ist 58 Jahre alt und vermietet meist eine einzelne, unmöblierte Etagenwohnung in einem Mehrfamilienhaus. Die Wohnung verfügt häufig über eine mittlere Ausstattung und liegt in guter bis sehr guter Lage. Als Mieter kommen besonders oft Einzelpersonen oder Paare ohne Kinder infrage. Meist besteht ein unbefristeter Mietvertrag, der keine besonderen Vereinbarungen zur automatischen Anpassung der Miete enthält. Die Einnahmen aus der Vermietung sind zwar vorhanden, bleiben wegen ihrer vergleichsweise begrenzten Höhe aber in der Regel nur ein überschaubarer Teil des gesamten Einkommens.

Diese Beschreibung basiert auf einer Befragung von rund 1.000 privaten Vermietern. Das Institut der deutschen Wirtschaft führte diese Untersuchung im Februar 2026 für die Deutschland.Immobilien AG im Rahmen des Vermieterreports durch. In Deutschland gibt es mehr als 5,5 Millionen private Vermieter. Der Großteil von ihnen zählt zu den Kleinvermietern, denn etwa drei Viertel vermieten höchstens zwei Wohnungen. Unter den Befragten besaßen 58 Prozent lediglich ein Mietobjekt, 19 Prozent verfügten über zwei Wohnungen. Nur 4 Prozent hatten sechs bis zehn Wohnungen im Bestand. Größere Wohnungsbestände kommen bei privaten Vermietern nur selten vor.

Dementsprechend bleiben auch die Mieteinnahmen vieler privater Vermieter begrenzt. Vier von zehn Befragten erwarten für dieses Jahr Mieteinnahmen zwischen 5.000 und 10.000 Euro. Für 13 Prozent spielt dieses Einkommen im Verhältnis zum Gesamteinkommen nur eine sehr geringe Rolle. Weitere 42 Prozent bewerten die Mieteinnahmen als kleinen Anteil am Gesamteinkommen. Nur 7 Prozent sehen darin einen beträchtlichen Anteil, und lediglich 2 Prozent geben an, dass die Vermietung ihr Haupteinkommen darstellt. Damit ist die Vermietung für die meisten privaten Eigentümer kein beruflicher Schwerpunkt, sondern meist eine ergänzende Einnahmequelle.

Auch bei Mieterhöhungen zeigen sich private Vermieter nach den Befragungsergebnissen eher zurückhaltend

40 Prozent lassen ihre Bestandsmieten über längere Zeit unverändert. Weitere 35 Prozent erhöhen nur moderat und in größeren zeitlichen Abständen. Nur 5 Prozent passen ihre Bestandsmieten regelmäßig an die Marktentwicklung an. Bei Neuvermietungen verzichten 43 Prozent der privaten Vermieter vollständig auf Aufschläge.

Die Wohnungen privater Vermieter verfügen häufig über einen ordentlichen bis gehobenen Ausstattungsstandard

Etwa die Hälfte der Objekte entstand in den Bauperioden von 1949 bis 1978 sowie von 1979 bis 1994. 53 Prozent der Wohnungen haben eine mittlere Ausstattung, 29 Prozent eine gehobene und 5 Prozent eine hochwertige Ausstattung. Zu hochwertigen Objekten können beispielsweise maßgefertigte Einbauten, Natursteinböden, Klimatisierung oder Aufzüge gehören. Zum gehobenen Standard zählen unter anderem hochwertige Parkettböden, bodentiefe Fenster oder Fußbodenheizung. Viele dieser Wohnungen liegen zudem in attraktiven Wohnlagen. 47 Prozent der befragten Vermieter verorten ihre Mietwohnungen in guten Lagen, weitere 15 Prozent in sehr guten und zentralen Lagen. Nur 9 Prozent besitzen Wohnungen in einfachen Lagen.

Mehr als die Hälfte der privaten Vermieter hat in den vergangenen Jahren energetische Maßnahmen umgesetzt

Insgesamt berichten 54 Prozent von entsprechenden Baumaßnahmen. Dazu zählen unter anderem der Austausch der Heizungsanlage, der Einbau neuer Fenster oder Dämmmaßnahmen. Als Gründe nannten die Vermieter vor allem Energieeinsparungen, höhere Zufriedenheit der Mieter, Wertsteigerung der Immobilie und eine Verringerung des ökologischen Fußabdrucks. Nur etwas mehr als jeder fünfte Vermieter gab an, energetische Maßnahmen aufgrund gesetzlicher Vorgaben durchgeführt zu haben.

Aktuell planen jedoch viele private Kleinvermieter keine größeren Sanierungen. Sechs von zehn privaten Vermietern haben derzeit keine größeren Renovierungsprojekte vorgesehen. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei fünf von zehn. Gleichzeitig bleibt der Gebäudesektor für den Klimaschutz wichtig, da auf ihn rund ein Drittel der Kohlendioxid-Emissionen in Deutschland entfällt. Zudem werden knapp 80 Prozent der Wohngebäude weiterhin mit fossilen Energieträgern wie Öl oder Gas beheizt.

Damit mehr private Vermieter Sanierungen angehen, wären nach Einschätzung des Artikels verlässliche und dauerhafte Fördermechanismen, klare Vorgaben sowie weniger administrative Belastung erforderlich. Die Unzufriedenheit mit der Wohnungspolitik zeigt sich ebenfalls in der Befragung. 19 Prozent der privaten Vermieter sind unzufrieden, weitere 15 Prozent sehr unzufrieden. Nur 8 Prozent bewerten die aktuelle Wohnungspolitik als zufriedenstellend bis sehr zufriedenstellend.

Die wichtigsten Punkte des Vermieterreports lauten:

Private Vermieter sind überwiegend Kleinvermieter. Viele besitzen nur eine oder zwei Mietwohnungen. Die Einnahmen aus Vermietung sind für die meisten Eigentümer eher eine Ergänzung als ein Haupteinkommen. Zwar hat mehr als die Hälfte der Befragten in den vergangenen Jahren energetische Maßnahmen umgesetzt, derzeit plant jedoch eine deutliche Mehrheit keine größeren Renovierungsprojekte.

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