SCHUFA: SCHUFA macht mit STRATECO-Kauf die Geldwäschebekämpfung zu ihrem zweiten Standbein
Juni 25, 2026 11:48 amSCHUFA macht mit STRATECO-Kauf die Geldwäschebekämpfung zu ihrem zweiten Standbein
Wiesbaden. Die SCHUFA Holding AG erwirbt die STRATECO GmbH und baut ihr KYC‑ und Compliance‑Geschäft gezielt zum zweiten strategischen Standbein neben der Bonität aus. Ziel ist es, ihre Position als unabhängiger, technologiegestützter Partner für Unternehmenskunden zu stärken. Die „SCHUFA Compliance Suite“ wird sich nahtlos in das deutsche Finanzökosystem einfügen und als de‑facto‑Standard für regelkonforme und effiziente Compliance‑Lösungen etablieren.
Im Zentrum steht dabei die Bündelung der komplementären Kompetenzen der bereits seit 2020 bestehenden SCHUFA‑Tochtergesellschaft ClariLab (KYCnow) und von STRATECO unter dem Dach der „SCHUFA Compliance Suite“. Während die SCHUFA über ClariLab insbesondere skalierbare, standardisierte KYC‑Prozesse einbringt, ergänzt STRATECO das Angebot durch 25 Jahre Erfahrung vorwiegend im Corporate‑ und Investmentbanking. So entsteht ein integriertes Angebot, das Daten, Technologie und operative Dienstleistungen entlang der gesamten KYC‑Wertschöpfungskette vereint und Finanzinstituten ganzheitliche Lösungen bietet. Gleichzeitig begleitet die SCHUFA mit diesem Ansatz aktiv die Europäisierung der Geldwäscheprävention und adressiert den wachsenden Bedarf an KYC‑Leistungen im Finanzsektor. Über den Kaufpreis haben die Parteien Stillschweigen vereinbart.
Mit dem Erwerb wird STRATECO ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der SCHUFA und eine Schwestergesellschaft von ClariLab.
Geldwäschebekämpfung: SCHUFA wird zur Go-To-Adresse für die Banken
„Wir schaffen mit der Kombination aus STRATECO und KYCnow für unsere Kunden ein einzigartiges, integriertes End-to-End-Angebot entlang der gesamten KYC-Wertschöpfung. So bringen wir Kompetenz und Technologie zusammen, um die gemeinsame Wirkkraft für den Kampf gegen die Geldwäsche kontinuierlich zu erhöhen. Laut Schätzungen werden in Deutschland jedes Jahr mehr als 100 Milliarden Euro illegal in den Geldkreislauf geschleust“, sagt Tanja Birkholz, Vorstandsvorsitzende der SCHUFA Holding AG. „Unsere Aktivitäten in der Geldwäschebekämpfung und die der SCHUFA ergänzen sich komplementär“, sagt Laurence Dickler von STRATECO. „Die SCHUFA bringt hier vor allem ihre hohe Qualität der Datenbasis und das hohe Vertrauen in den Markennamen ein. Wenn wir nun unsere Aktivitäten bündeln, haben wir das Potenzial zur Marktführerschaft“, ergänzt Dickler.
„Die europäische Geldwäscheverordnung wird den Markt nachhaltig verändern und den Bedarf an qualitativ hochwertigen Daten, intelligenten Technologien und effizienten Prozessen weiter erhöhen. Gemeinsam mit STRATECO und der SCHUFA schaffen wir die Voraussetzungen, um unsere Kunden bei dieser Transformation zu begleiten”, sagt Tobias Weber, Geschäftsführer von KYCnow.
Mit STRATECO in höhere Marktsegmente vordringen
Die in Bad Homburg ansässige, vor 25 Jahren gegründete und rund 160 Vollzeitstellen zählende STRATECO verfügt über ausgeprägte regulatorische und prozessuale Expertise, tiefgehende Erfahrung in regulatorischen Beratungsprojekten und Managed-Services-Mandate sowie eine hohe Akzeptanz bei den führenden großen (Tier 1) und mittelgroßen (Tier 2) Finanzinstituten. Damit erweitert STRATECO das Portfolio der SCHUFA um die High-End-Fallabdeckung im hochkritischen Bereich. Beide Unternehmen verbindet eine jahrelange Zusammenarbeit. Mit Dienstleistungen rund um Compliance und Regulatorik erwirtschaftet STRATECO rund 90 Prozent seiner Umsätze. Die vor sechs Jahren gegründete ClariLab mit ihrer betriebenen Technologieplattform KYCnow hat rund 700 Kunden, darunter 400 Banken. Hauptfunktion der Plattform ist es, standardisierte KYC-Prozesse effizient zu automatisieren. Beide Unternehmen ergänzen sich ideal und bilden eine durchgängige KYC-Wertschöpfungskette.
Übernahme ist eine Antwort auf Komplexität des Marktes
Die Übernahme ist zugleich eine Antwort auf die steigenden Anforderungen der Geldwäschebekämpfung im Zuge der europäischen Regulierung und der neuen EU‑Aufsichtsstrukturen rund um AMLA. Diese führen zu mehr Komplexität bei Daten und Prozessen sowie höherer Prüffrequenz. Die SCHUFA positioniert sich mit ihrem Ansatz gezielt als nationaler Anbieter. Sie arbeitet aber bereits heute mit deutschen Niederlassungen einiger internationaler Finanzinstitute zusammen und wird ihre Kunden künftig verstärkt in europäische Märkte begleiten. Auf diese Weise leistet die SCHUFA auch einen Beitrag zur Absicherung der Souveränität des deutschen Bankensektors.
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