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Sicherheitsforschung: Hochschulen stellen sich den Herausforderungen und fordern Unterstützung

Mai 19, 2026 10:14 pm Veröffentlicht von

Sicherheitsrelevante Forschung und Entwicklung: Hochschulen stellen sich den Herausforderungen und fordern Unterstützung

(Bonn) – Die Mitgliederversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat sich in ihrer jüngsten Sitzung in Weimar zu aktuellen Herausforderungen und Voraussetzungen der sicherheitsrelevanten Forschung und Entwicklung an Hochschulen positioniert. In ihrer Entschließung betont sie den zentralen Beitrag der Hochschulen zur Sicherheit und Resilienz der Gesellschaft und formuliert Handlungsbedarfe innerhalb der Hochschulen und Forderungen an die Politik in Bund und Ländern.

Die HRK-Mitglieder weisen darauf hin, dass Hochschulen vor dem Hintergrund der global veränderten sicherheitspolitischen Rahmenbedingungen auf unterschiedliche Art und Weise zum Aufbau und Erhalt des Friedens beitragen. Über Art und Umfang dieses Beitrages entscheiden die Hochschulen auf Basis ihrer jeweils eigenen Profile autonom.

Prof. Dr. Georg Krausch, HRK-Vizepräsident für Forschung und wissenschaftliche Karrierewege, erläutert: „Sicherheitsrelevante Forschung ist nicht mit militärischer Forschung und Entwicklung gleichzusetzen. So sind auch die Erkenntnisse der Konflikt- und Friedensforschung, der Sprach-, Geschichts- und Regionalwissenschaften, der Kommunikations- und Medienwissenschaft sowie der Theologie unverzichtbar für eine umfassende wissenschaftsbasierte Analyse sicherheitsrelevanter Entwicklungen. Darüber hinaus schließt sie auch Felder wie z. B. die zivile Sicherheit, gesellschaftliche Resilienz und Cybersicherheit mit ein. Die deutschen Hochschulen können sich hier mit ihrer ganzen disziplinären Vielfalt und als hervorragend vernetzte Organisationszentren des Wissenschaftssystems einbringen.

Die spezifischen Anforderungen sicherheitsrelevanter Forschung und Entwicklung machen es notwendig, dass sich Hochschulen untereinander austauschen und mit weiteren Akteuren vernetzen. Erhöhte Sicherheitsbedarfe können technische und infrastrukturelle Anforderungen mit sich bringen, auf die viele Hochschulen gegenwärtig noch nicht oder nur teilweise vorbereitet sind. Der Aufbau gemeinsamer Strukturen kann hier ein zielführender Lösungsansatz sein.

Darüber hinaus benötigen wir Förderprogramme für sicherheitsrelevante Forschung, bei denen Hochschulen als die zentralen Akteure der wissenschaftlichen Forschung und Entwicklung in Deutschland antragsberechtigt sind.“

https://www.hrk.de/


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Redaktionelles: Finanzierungen & Rankings deutscher Hochschulen

Deutschland stellt sehr hohe Summen für Forschung und Entwicklung bereit, erreicht international aber nicht automatisch Spitzenplätze bei Hochschulqualität und Innovationsleistung.

Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland: 2021 lagen die gesamten Ausgaben für Forschung und Entwicklung bei rund 112,6 Milliarden Euro, davon 20,6 Milliarden Euro an Hochschulen. 2022 stiegen die gesamten Ausgaben nach Bundesbericht Forschung und Innovation auf rund 121,4 Milliarden Euro. 2023 meldete das Statistische Bundesamt 129,7 Milliarden Euro, davon 22,4 Milliarden Euro an Hochschulen. 2024 stiegen die gesamten Ausgaben weiter auf 137,1 Milliarden Euro; die Hochschulen kamen auf 24,1 Milliarden Euro, die Wirtschaft auf 92,5 Milliarden Euro und außeruniversitäre Einrichtungen auf 20,4 Milliarden Euro. Wichtig: Das sind nicht alles direkte „Steuergelder“, sondern Gesamtausgaben aus Wirtschaft, Hochschulen und öffentlichen beziehungsweise öffentlich geförderten Forschungseinrichtungen.

Bei öffentlichen Mitteln nennt der Bundesbericht eine gemeinsame Förderung von Bund und Ländern nach Artikel 91b Grundgesetz von 17,7 Milliarden Euro im Jahr 2023. Davon entfielen 11,7 Milliarden Euro auf große Forschungs- und Wissenschaftsorganisationen wie Deutsche Forschungsgemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft; rund 4,0 Milliarden Euro gingen in die gemeinsame Hochschulförderung über den Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken. Die Hochschulen verwendeten 2021 insgesamt 20,7 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung; die Hochschulausgaben für Lehre und Forschung zusammen lagen bei 43,8 Milliarden Euro und wurden überwiegend staatlich finanziert

Internationales Ranking nach Innovationsleistung:

Im Global Innovation Index 2025 liegt Deutschland auf Rang 11 unter 139 Volkswirtschaften. In Europa liegt Deutschland auf Rang 7, unter den Hochlohnländern auf Rang 10. Auffällig ist die Differenz zwischen Input und Output: Deutschland liegt bei Innovationsinputs nur auf Rang 15, bei Innovationsoutputs auf Rang 8. Das bedeutet: Deutschland bleibt stark, fällt aber nicht in die absolute Spitzengruppe der innovativsten Volkswirtschaften.

Internationale Hochschulrankings: Im Times Higher Education World University Ranking 2026 liegen drei deutsche Universitäten unter den besten 50 weltweit: Technische Universität München auf Rang 27, Ludwig-Maximilians-Universität München auf Rang 34 und Universität Heidelberg auf Rang 49. Die Technische Universität München wird dort auch als beste Universität der Europäischen Union geführt.

Im QS World University Ranking 2026 liegt die Technische Universität München weltweit auf Rang 22, die Ludwig-Maximilians-Universität München auf Rang 58 und die Universität Heidelberg auf Rang 80. Danach folgen unter den deutschen Hochschulen unter anderem Freie Universität Berlin, Karlsruher Institut für Technologie, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, Humboldt-Universität Berlin und Technische Universität Berlin.

Einordnung: Deutschland investiert viel in Forschung und Entwicklung und überschreitet mit 3,17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 2024 weiter das frühere Drei-Prozent-Ziel der Europäischen Union. Das nationale Ziel von 3,5 Prozent wurde aber noch nicht erreicht. Gleichzeitig zeigen die Rankings: Einzelne deutsche Spitzenuniversitäten schneiden sehr stark ab, das Gesamtsystem liegt international aber eher im oberen Feld als an der Weltspitze.

 

Quellen: Statistisches Bundesamt, Ausgaben für Forschung und Entwicklung 2024: 137,1 Milliarden Euro gesamt, 24,1 Milliarden Euro Hochschulen, 92,5 Milliarden Euro Wirtschaft, 3,17 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Bundesbericht Forschung und Innovation 2024, Datenband: Forschungsausgaben 2022 von 121,4 Milliarden Euro sowie Angaben zur Forschungs- und Innovationsförderung von Bund und Ländern. Gemeinsame Wissenschaftskonferenz, Sachstandsbericht 2024: Ziel von Bund, Ländern und Wirtschaft, 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung zu investieren. World Intellectual Property Organization, Global Innovation Index 2025: Deutschland auf Rang 11 im globalen Innovationsranking. Times Higher Education, World University Rankings 2026: Technische Universität München auf Rang 27 weltweit; Forschungsqualität und weitere Bewertungsdimensionen. QS World University Rankings 2026: Technische Universität München auf Rang 22, Ludwig-Maximilians-Universität München auf Rang 58.

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