Containerschiffe

Südkorea: Regierung will Bezugsquellen verbreitern, Ersatzstoffe einbeziehen und alternative Logistikrouten sichern

April 15, 2026 7:56 pm Veröffentlicht von

Alternative Transportwege – Produktions- und Versorgungspläne für Mineralölprodukte

Das südkoreanische Ministerium für Handel, Industrie und Energie prüfte am 15. April 2026 in einer Sitzung die Versorgungslage bei Naphtha und Rohöl sowie mögliche Gegenmaßnahmen. Hintergrund ist die weiter bestehende Unsicherheit im Nahen Osten, obwohl zwischen den Vereinigten Staaten und Iran eine Waffenruhe gilt. Zwar hat sich die Lage vorerst etwas entspannt, doch zentrale Risiken bleiben bestehen. Dazu zählen vor allem Unsicherheiten rund um die Passage durch die Straße von Hormus sowie mögliche Störungen im Seeverkehr. Für Korea ist das besonders relevant, weil ein großer Teil der Naphtha- und Rohölimporte aus dem Nahen Osten stammt.

An der Besprechung nahmen Vertreter mehrerer zuständiger Ministerien teil, darunter das Ministerium für Ozeane und Fischerei sowie das Außenministerium. Ebenfalls vertreten waren Akteure aus Schifffahrt, Raffinerien und Petrochemie. Damit war die gesamte industrielle Kette einbezogen, vom Transport des Rohöls über die Verarbeitung bis hin zur Herstellung von Industrie-, Medizin- und Alltagsgütern. Im Mittelpunkt standen die aktuelle Importlage bei Naphtha und Rohöl, alternative Transportwege sowie Produktions- und Versorgungspläne für Mineralölprodukte. Zudem schilderten die Beteiligten ihre praktische Lage, bestehende betriebliche Probleme und politische Vorschläge.

Minister Jung-Kwan Kim erklärte, die Regierung werde alles daransetzen, Beeinträchtigungen im Alltag der Bevölkerung so gering wie möglich zu halten und zugleich die industrielle Tätigkeit zu sichern. Dafür sollen Bezugsquellen für Naphtha und Rohöl erweitert und alternative Logistikrouten abgesichert werden. Zugleich kündigte er an, sein Ministerium werde eng mit der Wirtschaft und den beteiligten Ministerien zusammenarbeiten und verfügbare politische Instrumente ohne Verzögerung einsetzen, um Probleme vor Ort zu lösen.

Korea startet zudem ein Unterstützungsprogramm im Umfang von 674,4 Milliarden Won für zusätzliche Naphtha-Importe. Vorgesehen ist, 50 Prozent der Differenz zwischen den Preisen vor Kriegsausbruch und den tatsächlichen Importpreisen für zwischen April und Juni vertraglich vereinbarte Naphtha-Mengen zu übernehmen. Um kurzfristige Engpässe abzufedern, bezieht das Programm auch Ersatzstoffe für Naphtha wie Flüssiggas und Kondensat sowie grundlegende petrochemische Ausgangsstoffe wie Ethylen und Propylen ein.

Darüber hinaus will die Regierung die Naphtha-Einfuhren beschleunigen, um die infolge des Konflikts und der Naphtha-Knappheit gesunkenen Auslastungen wieder zu stabilisieren und das inländische Angebot an petrochemischen Erzeugnissen zu erhöhen. Damit der Alltag der Bevölkerung möglichst wenig belastet wird, soll gemeinsam mit petrochemischen Unternehmen sichergestellt werden, dass Rohstoffe vorrangig für Gesundheitsprodukte, wichtige Industriegüter und Dinge des täglichen Bedarfs bereitgestellt werden.

Zusätzlich will die Regierung die Förderung von Transportkosten für Rohölimporte aus Amerika, Afrika und Europa ausweiten, um die Versorgung breiter aufzustellen. Im Rahmen eines überarbeiteten Rückerstattungsprogramms für den Ölimportzuschlag sollen für Einfuhren aus diesen Regionen zwischen April und Juni die zusätzlichen Frachtausgaben gegenüber Rohöl aus dem Nahen Osten vollständig übernommen werden. Das Rückerstattungsvolumen steigt dadurch nach Schätzung um 127,5 Milliarden Won.

english.motir.go.kr/

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