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Tourismusförderung: Rekorderwartung & Sorge, dass Hotels, Gastronomie und touristische Betriebe Schaden nehmen

Februar 4, 2026 12:18 pm Veröffentlicht von

DTV erwartet Rekordjahr 2025 und fordert mehr Investitionen in den Tourismus

Der Deutsche Tourismusverband (DTV) erwartet für das vergangene Jahr erneut einen Übernachtungsrekord. Das Statistische Bundesamt wird voraussichtlich in der kommenden Woche die Übernachtungszahlen für das Gesamtjahr 2025 veröffentlichen. „Deutschland ist ein attraktives Reiseland. Gleichzeitig dürfen wir uns auf Erfolgsmeldungen nicht ausruhen“, erklärt DTV-Präsident Reinhard Meyer. Meyer macht deutlich, dass der Tourismus in Deutschland vor einem erheblichen Investitionsstau steht: „Wir stehen aktuell vor einem großen Investitionsstau in der touristischen Infrastruktur. Die Kommunen, also diejenigen, die maßgeblich in den Ausbau und die Instandhaltung des Tourismus vor Ort investieren, sind finanziell komplett überlastet. Das Haushaltsdefizit der Kommunen wächst von Jahr zu Jahr, und für die freiwillige Aufgabe Tourismus fehlen zunehmend die notwendigen Mittel.“

Sollte der Bund gemeinsam mit den Ländern die Kommunen nicht spürbar entlasten und die Tourismusförderung nicht weiter ausbauen, drohen aus Sicht des DTV negative Folgen: „Wenn der Bund gemeinsam mit den Ländern nicht endlich die Kommunen entlastet und die Tourismusförderung stärkt, wird aus Erfolgsmeldungen schnell Stagnation oder sogar ein Rückgang. Deshalb setzen wir große Hoffnungen in die zügige Umsetzung der Nationalen Tourismusstrategie. Deren Ziele und Maßnahmen müssen sich auch klar im kommenden Bundeshaushalt widerspiegeln. Eine weitere Kürzung der Tourismusförderung würde den Tourismus in Deutschland schwer treffen“, so Meyer weiter. Deutschland sei als Reiseland besonders wegen seiner vielfältigen kulturellen Angebote, historischen Sehenswürdigkeiten sowie seiner Natur- und Kulturlandschaften attraktiv. „Diese Qualität der Destinationen ist die Grundlage der touristischen Wertschöpfung und sichert die wirtschaftliche Existenz von Hotels, Gastronomie und zahlreichen touristischen Betrieben. Die Attraktivität unserer Destinationen beruht auf einer stabilen Tourismusfinanzierung und einer breiten Tourismusförderung“, betont Meyer abschließend.

https://www.deutschertourismusverband.de


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Redaktionelles: Was sagen Kritiker

Kritiker begründen ihre Ablehnung von Umsatzsteuer-Ermäßigungen in Tourismus/Gastronomie im Kern mit vier Punkten:

  • geringe Zielgenauigkeit (Mitnahmeeffekte),
  • fehlende bzw. unsichere Weitergabe an Verbraucher,
  • hohe fiskalische Kosten und zusätzliche Komplexität im Steuersystem.
  • „Teuer und wenig zielgenau“ (aktuellste Einordnung zur Gastro-Senkung):

In einer Bundestagsanhörung wurde die dauerhafte Absenkung auf 7 % als faktische Subvention mit hohen jährlichen Kosten kritisiert; zudem werde überproportional die umsatzstarke Systemgastronomie begünstigt. „Fiskalpolitisch verantwortungslos“ (ZEW, Dezember 2025): Das ZEW ordnet die dauerhafte Gastro-Senkung als problematisch ein, weil sie in angespannten Haushaltslagen erhebliche Einnahmeausfälle erzeugt und als breit streuende Entlastung nicht treffsicher wirke. „Keine überzeugenden Gründe“ (Wirtschaftsdienst, Juni 2025): Volkswirtschaftliche Kritik argumentiert, dass die Begründungen für den ermäßigten Satz (z. B. soziale oder beschäftigungspolitische Ziele) im Ergebnis nicht belastbar nachgewiesen seien und dass direkte, befristete Hilfen in Krisen oft wirksamer und transparenter seien als dauerhafte Steuersätze-Ausnahmen.

„Ermäßigte Sätze machen das System kompliziert und teuer“ (Bundesrechnungshof): Der Bundesrechnungshof kritisiert die Vielzahl ermäßigter Steuersätze grundsätzlich als unübersichtlich, streitanfällig und verwaltungsaufwendig; er plädiert für eine grundlegende Reform und das Zurückführen von Ausnahmen. „Preise sinken nicht automatisch“ (Beobachtung nach der Senkung): Medienberichte verweisen darauf, dass eine Steuersatzsenkung nicht zwingend bei Gästen ankommt, weil Betriebe Entlastungen zur Kostendeckung nutzen; das stützt das Kritiker-Argument der unsicheren Weitergabe.

 

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