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Transnationale Bildung: Bundesforschungsministerin – strategisches Instrument im weltweiten Wettbewerb um Talente

April 15, 2026 7:32 pm Veröffentlicht von

„Hochschulbildung ‚made in Germany‘ ist weltweit gefragt“

Bundesregierung fördert über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) weltweit Programme der transnationalen Bildung mit starkem Deutschlandbezug.

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär hat anlässlich einer Konferenz zu transnationaler Bildung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Berlin Vertreterinnen und Vertreter von sieben binationalen Hochschulen getroffen, die Teil des Netzwerks sind. Derzeit sind rund 38.000 Studierende an 41 Hochschulstandorten in 28 Ländern in Europa, Afrika, dem Nahen Osten, Asien und Lateinamerika eingeschrieben.

Dazu erklärt die Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär: „Wir erleben derzeit neben geopolitischen Veränderungen auch einen intensiven Wettbewerb um Talente aus aller Welt. Zugleich wächst weltweit der Bedarf an hochwertiger Hochschulbildung. Transnationale Bildung ist ein wichtiges Instrument für Deutschland. Sie stärkt die internationale Sichtbarkeit unserer exzellenten Hochschulen, schafft Bildungsangebote vor Ort und eröffnet neue Wege für qualifizierte Fachkräfte. So entstehen nachhaltige Kooperationen, von denen sowohl Deutschland als auch unsere Partnerländer langfristig profitieren. Hochschulbildung ‚made in Germany‘ ist zu Recht weltweit stark nachgefragt, wie auch der Wissenschafts- und Forschungsstandort Deutschland. Mit unserem 1.000-Köpfe-Plus-Programm, auf Englisch Global Minds Initiative, machen wir daher exzellenten internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ein starkes Angebot, ihre Arbeit in Deutschland fortzusetzen, gemeinsam mit hervorragenden Partnern wie dem DAAD.“

Dazu ergänzt DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee: „Transnationale Bildung ist seit mehr als zwei Jahrzehnten ein Markenzeichen der deutschen Hochschulen. Gemeinsam mit unseren Partnern weltweit schaffen wir Studienangebote, die wissenschaftliche Exzellenz mit regionalen Bedarfen verbinden. Programme, die deutsche Studienabschlüsse in Vietnam ermöglichen oder praxisnahe Ausbildung mit Deutschlandbezug an der ‚Deutsch-Jordanischen Hochschule‘ zeigen, wie nachhaltig unser kooperativer Ansatz wirkt. Gerade in Zeiten weltweiter Umbrüche stärken wir damit Deutschlands Wissenschaftsnetzwerke, qualifizieren Fachkräfte und leisten einen Beitrag zur resilienten Entwicklung von Hochschulsystemen weltweit.“

Hintergrund

Transnationale Bildung ist ein zentraler Baustein der internationalen Hochschulzusammenarbeit Deutschlands. Sie umfasst Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland – von einzelnen Studiengängen bis hin zur Gründung und Förderung binationaler Hochschulen. Kennzeichnend für den deutschen Ansatz sind die enge Zusammenarbeit mit Partnerhochschulen, die Orientierung an lokalen Bedarfen sowie die Einbindung von Deutschlandbezügen, etwa durch Sprachangebote oder Praxisphasen. Weltweit fördert das BMFTR über den DAAD derzeit sieben binationale Hochschulen und ein Hochschulzentrum sowie über 300 Studiengänge mit deutscher Beteiligung. Sie reichen von Ingenieurwissenschaften und Wirtschaft bis hin zu Angeboten zu Künstlicher Intelligenz oder Medienkompetenz. Auf der Berliner Konferenz diskutierten internationale Expertinnen und Experten vom 13. bis 15. April über die Rolle transnationaler Bildung im Kontext von Fachkräftemangel, geopolitischem Wandel und globaler Hochschulkooperation.

daad.de/


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Redaktionelles: Wie erfolgreich ist der Deutsche Akademische Austauschdienst?

Nach seinen eigenen Jahresberichten und Pressemitteilungen blieb die Reichweite in den letzten Jahren hoch. Im Jahr 2023 förderte der Deutsche Akademische Austauschdienst 140.803 Studierende, Graduierte und Forschende. Im Jahr 2024 lag die Zahl mit 140.925 erneut auf vergleichbar hohem Niveau. Bereits für 2021 meldete der Deutsche Akademische Austauschdienst, dass seit 1950 über 1,6 Millionen Menschen aus Deutschland und rund 1,1 Millionen Menschen aus dem Ausland gefördert wurden. Gemessen an Reichweite, internationaler Präsenz und Kontinuität ist das eine starke Bilanz. Ob man das politisch oder wirtschaftlich ebenfalls als Erfolg bewertet, hängt allerdings davon ab, welche Ziele man besonders gewichtet: internationale Sichtbarkeit, Wissenschaftskooperation, Fachkräftesicherung oder den effizienten Mitteleinsatz.

Finanzierungen

Der Deutsche Akademische Austauschdienst wird ganz überwiegend aus öffentlichen Mitteln finanziert. Für 2024 nennt er einen Gesamthaushalt von 752,82 Millionen Euro. Für 2023 weist der Jahresbericht 839,3 Millionen Euro aus. Für 2022 sprach der Deutsche Akademische Austauschdienst von rund 775 Millionen Euro, für 2021 von knapp 635 Millionen Euro. Addiert ergeben allein diese vier Jahre rund 3,0 Milliarden Euro. Diese Summen sind allerdings nicht ausschließlich klassische Bundessteuern im engen Sinn, sondern umfassen den öffentlichen Finanzierungsmix des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, also vor allem Mittel aus Bundesressorts und teils auch europäische oder sonstige öffentliche Programmmittel.

Für die Einordnung der Geldquellen ist wichtig: Für 2024 nennt der Deutsche Akademische Austauschdienst als wichtigste Geldgeber das Auswärtige Amt mit 26,4 Prozent und das Bundesministerium für Bildung und Forschung, heute Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, mit 24,4 Prozent. Für 2025 zeigen Bundeshaushaltsunterlagen im Einzelplan 30 allein für den Titel „Zuwendungen an den Deutschen Akademischen Austauschdienst“ 139,82 Millionen Euro sowie weitere 10,6 Millionen Euro für transnationale Bildungsprojekte. Zusätzlich verwies der Deutsche Akademische Austauschdienst für 2025 auf erwartete Mittel von rund 185 Millionen Euro aus dem Bildungs- beziehungsweise Forschungsressort und knapp 55 Millionen Euro aus dem Entwicklungsressort. Das zeigt: Ein erheblicher Teil der Finanzierung stammt weiterhin direkt aus öffentlichen Haushalten.

Fazit

Die Erfolgskontrolle des Deutschen Akademischen Austauschdienstes ist institutionell vergleichsweise stark formalisiert, mit Monitoring, Zielsystemen und externer Evaluation. Erfolgreich ist der Deutsche Akademische Austauschdienst vor allem dann, wenn man Reichweite, Dauerhaftigkeit internationaler Hochschulkooperationen und globale Sichtbarkeit deutscher Hochschulen als Maßstab nimmt. Bei der Frage nach dem Mitteleinsatz sprechen die verfügbaren offiziellen Angaben für sehr hohe öffentliche Mittel in den letzten Jahren, grob rund drei Milliarden Euro allein von 2021 bis 2024.

Eine eindeutige offizielle Statistik speziell zur Frage, wie viele ausländische Fachkräfte durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst konkret angeworben wurden, ist öffentlich nicht ersichtlich.

Quellen: Deutscher Akademischer Austauschdienst, Jahresberichte 2021 bis 2024; Deutscher Akademischer Austauschdienst, Monitoring und Evaluation; Deutscher Akademische Austauschdienst, Budget und Geldgeber; Bundeshaushalt 2025, Einzelplan 30.

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