Medien

ZDF, Intendantenwahl: Deutscher Journalisten-Verband gratuliert – nur ein Bewerber fürs Amt

März 13, 2026 7:22 pm Veröffentlicht von

Intendantenwahl ZDF mit einem Bewerber

Der Deutsche Journalisten-Verband gratuliert Norbert Himmler zu seiner Wiederwahl als Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens. Himmler war zuvor vom ZDF-Fernsehrat mit großer Mehrheit in seinem Amt bestätigt worden. „Für das ZDF kommt es jetzt darauf an, den Blick nach vorn zu richten und Europas größte Sendeanstalt zukunftssicher aufzustellen“, sagt DJV-Bundesvorsitzender Mika Beuster. Dem ZDF als wichtige Stütze des öffentlich-rechtlichen Rundfunks komme dabei die Rolle zu, die journalistischen Angebote gegen Desinformation und staatliche Propaganda, etwa aus Russland, zu behaupten.

„Hier haben sich die Mainzer mit ihrem Langzeitprojekt ,Ein ZDF für alle‘ bereits auf den Weg gemacht, den es fortzusetzen gilt“, so Beuster. Der Sender müsse vor dem Hintergrund des wachsenden Einflusses der sozialen Netzwerke auf die Mediennutzung alles daransetzen, die Menschen mit seinen Angeboten zu erreichen. Dafür brauche es eine hochmotivierte Belegschaft: „Norbert Himmler muss dafür sorgen, dass das ZDF weiterhin ein guter Arbeitgeber ist. Nur so wird der Sender auf Dauer neue Talente finden und an sich binden.“

Der DJV-Vorsitzende ruft in dem Zusammenhang zu einer stärkeren Zusammenarbeit der öffentlich-rechtlichen Sender auf: „Die heftigen bis hämischen Reaktionen von den politischen Rändern auf inhaltliche Fehler bei ZDF und ARD haben erneut deutlich gemacht, dass die Sender im Feuer von rechtsaußen stehen“, sagt Beuster. „Dagegen helfen nur Transparenz bei der Fehleranalyse und Zusammenhalt gegen die Gegner des unabhängigen Journalismus.“

www.djv.de


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Redaktionelles: Zuständig für die Wahl des ZDF-Intendanten ist der ZDF-Fernsehrat

Das ist im ZDF-Staatsvertrag festgelegt. Der Fernsehrat wählt den Intendanten für fünf Jahre; erforderlich sind mindestens drei Fünftel der gesetzlichen Mitglieder. Bei der Wahl am 13. März 2026 bestätigte der Fernsehrat Norbert Himmler mit 48 von 53 abgegebenen Stimmen; die gesetzliche Größe des Gremiums beträgt 60 Mitglieder. Sieht so die Unabhängigkeit der Medien in Deutschland aus? Wie durchgängig sind die Gremien?

Der Verwaltungsrat

wählt den Intendanten nicht, sondern ist bei der gemeinsam beschlossenen Wahlsatzung beteiligt und überwacht den Intendanten vor allem in Haushaltsfragen. Den Vorsitz im Fernsehrat führt aktuell Gerda Hasselfeldt.

Welche gesellschaftliche Gruppen und Organisationen

Die Mitglieder werden laut ZDF überwiegend von gesellschaftlichen Gruppen und Organisationen entsandt. Die aktuelle offizielle Zusammensetzung des Fernsehrats laut ZDF umfasst folgende Vertreterinnen und Vertreter:

Katrin Schütz, Georg Eisenreich, Christine Richter, Dr. Benjamin Grimm, Özlem Ünsal, Jana Schiedek, Prof. Dr. Kristina Sinemus, Jutta Bieringer, Anke Pörksen, Nathanael Liminski, Andrea Bähner, Dr. Anke Morsch, Dr. Christiane Schenderlein, Franziska Weidinger, Dr. Dorit Stenke, Stefan Gruhner, Heiko Maas, Lisa Paus, Dr. Irene Vorholz, Burkhard Jung, Anna-Nicole Heinrich, Dr. Stephan Schaede, Dr. Matthias Belafi, Dr. Beate Gilles, Prof. Barbara Traub, Maike Finnern, Cornelia Berger, Prof. Dr. Susanne Lin-Klitzing, Steffen Kampeter, Dr. Sandra Hartig, Andrea Rahn-Farr, Beate Preuschoff, Inken Boyens, Katrin Kroemer, Dr. Dagmar Pruin, Gerda Hasselfeldt, Eva Maria Welskop-Deffaa, Kathrin Sonnenholzner, Kerstin Holze, Dr. Claudia Conen, Gabriela Terhorst, Petra Wassmann, Steffen Hörtler, Dr. Steffi Lehmann, Cornelia Tausch, Wolfgang Kopf, Erik Tuchtfeld, Jörn Voß, Prof. Dr. Andreas Breiter, Christoph Becker, Ali Ertan Toprak, Dr. Adriana Lettrari-Pietzcker, Dilan Deniz Kılıç, Angela Spizig, Michael Jörg, Barbara Wackernagel-Jacobs, Petra Riemann, Dr. Gabriele Köster, Dr. Karin Haug und Felizia Möhle.

Gerade mit Blick auf kritische Fragen ist wichtig

Die offizielle ZDF-Seite zur Intendantenwahl sagt, dass Bewerbungen bis zum 30. Januar 2026 an den Fernsehrat zu richten waren und dass sämtliche Bewerbungen, die die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen, allen Mitgliedern des Gremiums bekannt gemacht werden. Sie erklärt also das Verfahren, liefert aber auf dieser Seite keine inhaltliche Auswertung dazu, warum am Ende offenbar nur ein Kandidat zur Wahl stand.

https://www.zdf.de/unternehmen/organisation/gremien/fernsehrat/intendantenwahl-102.html

https://www.zdf.de/unternehmen/organisation/gremien/fernsehrat/mitglieder-100.html

https://www.zdf.de/unternehmen/organisation/gremien/fernsehrat/entsendende-organisationen-100.html

https://www.zdf.de/unternehmen/organisation/gremien/fernsehrat/intendantenwahl-102.html

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