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Grönland Übernahme: US-Öffentlichkeit gegen gewaltsame Übernahme

Januar 20, 2026 7:44 pm Veröffentlicht von

Umfrage: Trump – Vorgehen stoßt in den USA auf klare Ablehnung

Nach der Veröffentlichung von Nachrichten zwischen US-Präsident Donald Trump und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre am Montag sind die US-Bestrebungen, das autonome dänische Territorium Grönland zu übernehmen, erneut in den Mittelpunkt der Debatte gerückt. In der Korrespondenz schrieb Trump, er rücke nach der Verleihung des Friedensnobelpreises an die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado und nicht an ihn von einer „Friedensidee“ ab, und erklärte zugleich, die USA könnten Grönland besser verteidigen. Zuvor hatte er neue Zölle für einige skandinavische sowie weitere europäische Länder angekündigt, sofern diese seinen Plänen zu Grönland nicht zustimmen. Ebenfalls am Montag weigerte sich Trump in einem Fernsehinterview, militärische Mittel grundsätzlich auszuschließen, und sagte, er rechne nicht mit Widerstand aus Europa, da man Grönland „haben müsse“. Die Europäische Union berief unterdessen für Donnerstag einen Notfallgipfel ein; zudem könnte das Thema in dieser Woche auch beim Weltwirtschaftsforum in Davos aufkommen. Bundeskanzler Friedrich Merz erklärte, er wolle Trump dort am Mittwoch treffen, da auch Deutschland zu den Ländern gehört, denen im Zusammenhang mit der Grönland-Frage zusätzliche Zölle angedroht wurden.

Schon in seiner ersten Kongressrede dieser Amtszeit im März hatte Trump seinen Wunsch bekräftigt, Grönland aus Gründen der „nationalen und sogar internationalen Sicherheit“ unter US-Kontrolle zu bringen, und sich dabei direkt an das „unglaubliche grönländische Volk“ gewandt. Neben Zusagen zu Sicherheit, Wohlstand und Selbstbestimmung enthielten seine Aussagen zugleich eine kaum verhüllte Drohung, die USA würden Grönland „so oder so erobern“. Dass die USA Grönland allerdings „auf die andere Art und Weise“, also mit militärischer Gewalt, unter ihre Kontrolle bringen, gilt als äußerst unwahrscheinlich, weil Dänemark NATO-Mitglied ist und ein Angriff auf seine Souveränität die internationale Ordnung erschüttern würde.

Umfrage in USA dokumentiert Diskrepanz zu Bürgern

Zudem zeigt eine aktuelle Umfrage, dass ein solches Vorgehen in den USA auf klare Ablehnung stoßen würde. In einer von YouGov im Auftrag des Economist durchgeführten Befragung sprachen sich 68 Prozent der erwachsenen US-Amerikaner gegen eine gewaltsame Übernahme Grönlands aus; 8 Prozent befürworteten sie. Auch unter Republikanern überwiegt die Ablehnung: 17 Prozent gaben an, dafür zu sein, 47 Prozent dagegen. Dieser Wert liegt allerdings 10 Prozentpunkte niedriger als vor knapp einem Jahr, als dieselbe Frage bereits gestellt wurde. Auch die Alternative, Grönländer von einem Beitritt zu den USA zu überzeugen, wird mehrheitlich abgelehnt: 64 Prozent der Amerikaner und 41 Prozent der Republikaner sprachen sich dagegen aus; Zustimmung äußerten 13 Prozent beziehungsweise 25 Prozent.


Infografik: US-Öffentlichkeit lehnt Grönland-Übernahme überwiegend ab | Statista

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