Leistungsbilanz: Überschuss der EU schrumpft
Januar 14, 2026 5:42 pmZahlungsbilanz der EU
Die saisonbereinigte Leistungsbilanz der EU innerhalb der Zahlungsbilanz wies im dritten Quartal 2025 einen Überschuss von 57,3 Mrd. Euro aus, was rund +1,2 % des BIP entspricht. Damit lag der Wert unter dem Überschuss des zweiten Quartals 2025 von 80,5 Mrd. Euro (+1,7 % des BIP) sowie unter dem Ergebnis des dritten Quartals 2024 von 96,1 Mrd. Euro (+2,1 % des BIP). Grundlage sind Schätzungen von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union.
Gegenüber dem zweiten Quartal 2025 veränderten sich die Teilbilanzen auf Basis saisonbereinigter Daten wie folgt: Der Überschuss in der Warenbilanz nahm zu und stieg von +86,3 Mrd. Euro auf +95,7 Mrd. Euro. Gleichzeitig ging der Überschuss in der Dienstleistungsbilanz deutlich zurück, nämlich von +37,4 Mrd. Euro auf +16,7 Mrd. Euro. Zudem vergrößerte sich das Defizit in der Primäreinkommensbilanz von -14,4 Mrd. Euro auf -23,9 Mrd. Euro, und auch das Defizit in der Sekundäreinkommensbilanz stieg von -28,9 Mrd. Euro auf -31,1 Mrd. Euro. Zusätzlich verringerte sich im selben Zeitraum das Defizit der Vermögensübertragungsbilanz, das von -19,7 Mrd. Euro auf -2,2 Mrd. Euro zurückging.
Wichtige Partner
Bei den wichtigsten Partnern erzielte die EU im dritten Quartal 2025 auf Basis nicht saisonbereinigter Daten Leistungsbilanzüberschüsse unter anderem mit dem Vereinigten Königreich (+75,7 Mrd. Euro), Kanada (+12,0 Mrd. Euro), Offshore-Finanzzentren (+11,5 Mrd. Euro), den USA (+9,2 Mrd. Euro), Brasilien (+8,4 Mrd. Euro), Hong Kong (+7,4 Mrd. Euro), der Schweiz (+4,6 Mrd. Euro), Japan (+4,3 Mrd. Euro) sowie Russland (+4,2 Mrd. Euro). Dem standen Defizite mit China (-58,3 Mrd. Euro) und Indien (-0,3 Mrd. Euro) gegenüber.
Kapitalbilanz
In der Kapitalbilanz der EU stiegen im dritten Quartal 2025 nach nicht saisonbereinigten Daten die Forderungen aus Direktinvestitionen um 33,7 Mrd. Euro, während die Verbindlichkeiten aus Direktinvestitionen um 22,5 Mrd. Euro zunahmen. Daraus ergab sich eine Netto-Position als Direktinvestor gegenüber dem Rest der Welt mit ausgehenden Nettoströmen von 11,1 Mrd. Euro. Parallel dazu wurden bei Wertpapieranlagen ausgehende Nettoströme in Höhe von 76,1 Mrd. Euro verzeichnet, während im übrigen Kapitalverkehr ein eingehender Nettostrom von 37,3 Mrd. Euro ausgewiesen wurde.
Leistungsbilanzsalden der EU-Mitgliedstaaten
Mit Blick auf die Leistungsbilanzsalden der EU-Mitgliedstaaten einschließlich Intra-EU-Strömen zeigten die verfügbaren nicht saisonbereinigten Daten für das dritte Quartal 2025 sechzehn Länder mit Überschuss und elf Länder mit Defizit. Die höchsten Überschüsse entfielen auf Deutschland (+41,0 Mrd. Euro), die Niederlande (+19,7 Mrd. Euro), Spanien (+15,4 Mrd. Euro), Dänemark (+14,8 Mrd. Euro), Italien (+14,4 Mrd. Euro), Irland (+13,9 Mrd. Euro) sowie Schweden (+8,4 Mrd. Euro). Die größten Defizite wurden für Rumänien (-8,3 Mrd. Euro), Frankreich (-4,8 Mrd. Euro), Polen (-4,2 Mrd. Euro) und Belgien (-3,8 Mrd. Euro) ausgewiesen.
Eurostat weist darauf hin, dass die Schätzungen zur Zahlungsbilanz der EU für das jeweilige Quartal auf Meldungen der Mitgliedstaaten beruhen, die 82 Tage (Euroraum) beziehungsweise 85 Tage (Nicht-Euroraum) nach Quartalsende übermittelt werden. Die Daten gelten daher als vorläufig und können bei späteren Meldungen für Folgequartale überarbeitet werden.
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Kategorie: EU