Wertpapiere sind sicherer als gedacht
April 28, 2025 4:44 pmMehr Transparenz bei strukturierten Wertpapieren: BSW veröffentlicht neue Risikoangaben
Frankfurt am Main – Der Bundesverband für strukturierte Wertpapiere (BSW) veröffentlicht ab sofort in seinen Quartalsberichten nicht nur das gesamte Marktvolumen strukturierter Wertpapiere, sondern auch eine Übersicht über die Risiken, die mit diesen Produkten verbunden sind. Dabei werden die Angaben sowohl für den Gesamtmarkt als auch für die einzelnen Produktkategorien aufgeschlüsselt.
Verband der Finanzbranche sorgt für transparente Darstellung
Erstmals sorgt ein Verband der Finanzbranche damit für eine transparente Darstellung, wie viel Geld Anleger in strukturierte Wertpapiere investiert haben – und mit welchem Risiko.
Grundlage der Daten ist eine europaweit verbindliche Skala zur Risikobewertung, die von 1 (sehr geringes Risiko) bis 7 (sehr hohes Risiko) reicht.
Risiken minimieren
Die aktuellen Zahlen zeigen: Anleger nutzen strukturierte Wertpapiere vor allem, um Risiken zu minimieren. Zum Stichtag 31. März 2025 waren insgesamt 100,1 Milliarden Euro in solche Papiere investiert. Über die Hälfte des gesamten Marktvolumens (50,7 Prozent) entfällt auf die niedrigste Risikokategorie 1. Zum Vergleich: Auch risikoarme Anlagen wie Geldmarkt-ETFs und Geldmarktfonds werden dieser Kategorie zugeordnet. Aktien großer europäischer Unternehmen hingegen liegen meist in den Risikoklassen 5 und 6, während Fonds und ETFs auf breite Aktienindizes wie den MSCI World®, den EURO STOXX 50® oder den DAX® häufig in die Klassen 4 oder 5 eingeordnet werden.
Christian Vollmuth, geschäftsführender Vorstand des BSW, erklärte dazu: „Wir möchten mit klaren Fakten und mehr Transparenz die Wertpapierkultur in Deutschland fördern. Jeder Anleger sollte das Risiko seiner Investitionen kennen. Unsere Auswertung zeigt, dass die Risiken strukturierter Wertpapiere oft niedriger sind, als viele annehmen.“ Laut BSW liegt das durchschnittliche, nach Volumen gewichtete Risiko aller strukturierten Wertpapiere bei einem Wert von 2,55 auf der Risikoskala – ein Bereich, der auf ein niedriges bis mittleres Risiko hinweist.
Professor Dr. Christian Koziol, Finanzexperte an der Universität Tübingen und Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats des BSW, ergänzt: „Der Summary Risk Indicator (SRI) ist ein anerkannter Maßstab, um das Gesamtrisiko eines Finanzprodukts schnell einschätzen und mit anderen Angeboten vergleichen zu können. Dabei werden sowohl das Risiko aus der Kursentwicklung des Basiswerts als auch das Ausfallrisiko des Anbieters berücksichtigt.“
Hintergrund zum Summary Risk Indicator (SRI):
Seit 2018 sind Anbieter von sogenannten „verpackten Finanzprodukten“ (etwa strukturierte Wertpapiere, Fonds, ETFs oder bestimmte Versicherungsprodukte) innerhalb der EU verpflichtet, ein standardisiertes Basisinformationsblatt zu erstellen. Dieses Dokument soll Anleger über Funktion, Chancen, Risiken und Kosten der Produkte informieren. Der Summary Risk Indicator (SRI) ist fester Bestandteil dieser Informationen. Er bewertet Finanzprodukte anhand ihres Marktrisikos und des Ausfallrisikos des Emittenten auf einer Skala von 1 (sehr geringes Risiko) bis 7 (sehr hohes Risiko). Auch Produkte wie klassische Anleihen, die nicht unter diese EU-Verordnung fallen, müssen in Deutschland durch vergleichbare Informationen ergänzt werden. Zwar ist eine Risikoeinstufung für Aktien gesetzlich nicht vorgeschrieben, dennoch lässt sich das Risiko nach der gleichen Methodik bestimmen und ermöglicht somit einen Vergleich zwischen verschiedenen Anlageformen.
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Stichwörter: Bundesverband, Wertpapiere
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