Westeuropas Online-Modehandel vor dem Wandel: Junge Käufer bestimmen den Kurs
August 4, 2026 9:44 amUntersuchung: Onlinekäufer
Der Onlinehandel mit Mode gehört weiterhin zu den wichtigsten Bereichen des elektronischen Handels in Westeuropa. Nach einer Untersuchung mit Daten von mehr als zwei Millionen Onlinekäufern in zehn europäischen Ländern entfallen rund 20 Prozent der gesamten Onlineausgaben auf Mode. Gleichzeitig verlangsamt sich das Wachstum: Während der gesamte Onlinehandel im vergangenen Jahr um fünf Prozent zulegte, stiegen die Onlineumsätze mit Mode um drei Prozent.
Mode bleibt damit nach Unterhaltungselektronik eine der größten Warengruppen im Onlinehandel vieler westeuropäischer Länder. Gleichzeitig kaufen Verbraucher vorsichtiger und wählen ihre Einkäufe gezielter aus. Der Markt entwickelt sich zunehmend vielfältiger. Neben klassischen Modehändlern konkurrieren heute auch große Online-Marktplätze, Direktvertriebsmarken, Anbieter preisreduzierter Ware, Second-Hand-Plattformen und soziale Verkaufsplattformen um Kunden. Verschiedene Anbieter bedienen dabei unterschiedliche Bedürfnisse wie günstige Preise, Komfort, Markenentdeckung, Nachhaltigkeit oder ein ausgewähltes Einkaufserlebnis.
Vor allem die Generation Z trägt zum weiteren Wachstum bei. Junge Käufer zwischen 18 und 29 Jahren beeinflussen Modetrends, die Wahl der Einkaufsplattformen und das Kaufverhalten zunehmend. Gleichzeitig gehören Verbraucher im Alter von 40 bis 44 Jahren weiterhin zu den ausgabestärksten Kundengruppen und bleiben für Premiummarken sowie Händler mit stationären und digitalen Vertriebskanälen wichtig.
Sportbekleidung entwickelt sich weiterhin erfolgreicher als der gesamte Modemarkt. Im vergangenen Jahr verzeichneten 71 Prozent der Sportbekleidungsmarken Wachstum, gegenüber 51 Prozent aller Modemarken. Zudem gewinnt der Trend „Gorpcore“, der Outdoor- und Funktionskleidung mit Alltagsmode verbindet, weiter an Bedeutung. Käufer dieser Produkte geben im Durchschnitt mehr Geld aus als klassische Kunden für Sportbekleidung.
Rabattaktionen bleiben ein wichtiger Umsatztreiber. Der Black Friday macht inzwischen neun Prozent der jährlichen Online-Modeumsätze in Europa aus. Während dieser Verkaufsaktion probieren Verbraucher häufiger neue Marken aus, wodurch sich zusätzliche Chancen zur Gewinnung neuer Kunden ergeben.
Auch gebrauchte Kleidung gewinnt weiter an Bedeutung. Second-Hand-Mode entwickelt sich von einem Nischenangebot zu einem festen Bestandteil des Online-Modehandels. Viele Verbraucher verbinden damit günstige Preise, Nachhaltigkeit und den Zugang zu hochwertigen Marken. Besonders jüngere Käufer kombinieren zunehmend neue und gebrauchte Kleidung bei ihren Einkäufen. Dadurch werden Wiederverkaufsplattformen zu einem wichtigen Wettbewerber für klassische Händler und Online-Marktplätze.
Nach Einschätzung der Studie wird die weitere Entwicklung des Online-Modehandels in Westeuropa vor allem durch veränderte Verbraucherpräferenzen, die wachsende Bedeutung der Generation Z, den Ausbau des Second-Hand-Marktes und preisorientierte Einkaufsplattformen geprägt.
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